Buchiges

Machtlos von Alex Berg – Valerie Weymann #1

Klappentext:

Es kann jeden von uns treffen.

Jeden Tag. Überall.

Ein unglücklicher Zufall genügt.

Und unser Leben ist nicht mehr das, was es einmal war.

In Hamburg laufen die Vorbereitungen für den internationalen Krisengipfel auf Hochtouren. Erste Terrorwarnungen sind bereits bei den Geheimdiensten eingegangen. Zur selben Zeit wird die Anwältin Valerie Weymann im Hamburger Flughafen verhaftet. In endlosen Verhören unterstellen ihr BND- und CIA-Agenten Kontakte zu hochrangigen Terrormitgliedern von al-Quaida.

Dann explodiert eine Bombe am Hamburger Dammtorbahnhof. Fünf Menschen sterben. Der mutmaßliche Täter ist schnell gefunden – ein enger Vertrauter von Valerie Weymann. Keine 24 Stunden später wird die Anwältin in ein geheimes Gefängnis nach Osteuropa verschleppt. Doch Valerie gibt nicht auf und kämpft mit allen Mitteln um ihr Leben.

 Mein Leseeindruck: 

Angesichts des Bombenanschlages beim Bostoner Marathon ist dieses Thema gerade wieder hochaktuell. Die Terrorpanik ist allgegenwärtig und wird durch solche Ereignisse weiter geschürt. Wie schnell passiert es da, dass in der Atmosphäre rechtschaffener Empörung und der berechtigten Angst um die Sicherheit unschuldigen Mitbürger, irgendjemand diese Grenze überschreitet und zu weit geht?

Politische, wirtschaftliche oder persönliche Interessen motivieren manche Handelnde, im Schutz von riesigen, weltweit agierenden Behördenapparaten dem nachzugehen, was sie für opportun halten. Das Ganze ist so erschreckend realistisch geschildert, dass ich jede Wendung bis hin zum actiongeladenen Showdown für möglich halte und gar nicht so genau darüber nachdenken möchte, welche der Szenarien sich genau so oder sehr ähnlich tatsächlich abgespielt haben mögen. Der Titel „Machtlos“ galt auch für mich als Leserin, die am liebsten eingegriffen hätte und der manchmal angesichts der Entwicklungen richtig schlecht geworden ist. Trotz der durchgängig vorhandenen Spannung hätte ich das Buch mehr als einmal fast abgebrochen, weil es mir zuviel wurde.

Auch wenn Folter und körperliche Gewalt nicht den Hauptteil des Buches ausmachen und wenn überhaupt nur in wenigen Worten und nicht sensationslüstern und detailverliebt geschildert wurden, bleibt durch das ganze Buch ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit. Man fühlt sich Menschen ausgeliefert, die aus fragwürdigen Motiven heraus handeln und hofft auf die anderen.

Ein Buch, das mich beeindruckt hat und sicher noch lange beschäftigt.

Mehr dazu:

Die Fortsetzung „Die Marionette“ liegt hier schon zum lesen bereit.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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