Buchiges

The Family We Make von Kaje Harper (englisch) – Finding Family #2

Darum geht’s:

Als Rick nach 8 Monaten Funkstille endlich Kontakt mit seinem Adoptivbruder Sam aufnimmt, zögert der nicht lange und rettet Rick von seinem Leben auf der Straße. Zusammen sind sie bei Sams leiblicher Mutter und ihrer Familie willkommen und können bleiben, bis sie wissen, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Für Rick ist auf jeden Fall klar, dass er nicht zu seinen Eltern zurückkehrt und auch nie wieder versteckt, dass er schwul ist.

Beim Aushilfsjob im Winterdienst trifft Rick auf Travis, der aus Geldmangel das College abbrechen musste und sich nun um die kleinen Geschwister kümmert, wenn er nicht gerade Schnee schaufelt und Einfahrten vom Eis befreit. Den konservativen, religiösen Eltern gegenüber hält Travis hinterm Berg damit, dass er auf Männer steht – und ein Auge auf Rick geworfen hat.

So fand ich’s:

Kaje Harpers Art zu schreiben gefällt mir in ihrer klaren, direkten und intensiven Weise sehr gut und auch dieses Buch macht da keine Ausnahme.

Man findet nicht viel Leichtigkeit in dieser Geschichte. Die Themen sind ernst, die Konsequenzen spürbar. Es geht um Zusammenhalt und Loyalität, die man nicht automatisch bekommt, weil man blutsverwandt ist, sondern die manchmal aus einer unerwarteten Ecke geboten wird. Manchmal wird für meinen Geschmack ein bisschen zu ausführlich der Alltag zelebriert, was dann aber nur dazu führte, dass man den nächsten Schlag umso härter spürt.

Weder Travis noch Rick leben für sich alleine, und das Umfeld spielt eine große Rolle. Das sind natürlich ihre Familien, die leiblichen Eltern Ricks und gleichzeitig Adoptiveltern Sams, und die durch den Kontakt mit Sams leiblicher Mutter neu dazugewonnene zweite Familie. Auch Travis hat jüngere Geschwister und Eltern, die ihm wichtig sind und die sich auf ihre ganz eigene und nicht immer schöne, aber sehr realistische Art, mit der Homosexualität ihres Sohnes außeinandersetzen. Und dann ist da noch Dora, Sams Freundin, die weit weg im Kriegseinsatz ist und über E-Mails und kurze Telefonate versucht, als Sams Ratgeberin am Familienleben teilzunehmen und nicht zuletzt Jeff, der Sam einen Job und Rick und Travis ein Zuhause gibt und somit in einer anderen Zusammensetzung eine neue Familie schafft, die diesen Namen wirklich verdient hat.

„The family we make“ ist nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Travis und Rick, sondern erzählt von Familien, wie sie sind und wie sie sein sollten, vom Erwachsenwerden und davon, am Leben nicht zu scheitern, sondern zu wachsen.

Mehr dazu:

Es gibt eine Vorgeschichte zu „The family we make“, die 46 Seiten starke weihnachtliche Kurzgeschichte „The family we’re born with“. Es ist zwar nicht unbedingt nötig, die vorher gelesen zu haben, aber da sie nicht allzu lang ist und „The family we make“ nahtlos an die Handlung anschließt, kann ich nur empfehlen, sie doch schnell vorher zu lesen. Man kann sie hier kostenlos bei Smashwords bekommen.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Homepage der Autorin

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