Darum geht’s:
Die Leiche einer Frau treibt im Wolfgangsee. Sie wurde mit der Schürze ihres Dirndls erdrosselt. Als Berenike Roither, die Betreiberin eines Teesalons, erkennt, wer da ermordet wurde, rutscht ihr das Herz in die Hose. Denn am Abend zuvor hatte Berenike mit der Getöteten einen handfesten Streit und ausgerechnet Berenikes Lebensgefährte Jonas ist der ermittelnde Polizist.
So fand ich’s:
Mit “Göttinnensturz” bin ich mitten in die Krimireihe um die Hobbyermittlerin Berenike Roither hineingesprungen und habe mir den vierten von bisher sieben Bänden vorgenommen. Es gibt zwar immer mal kurze Andeutungen auf die Ermittlungen der vorherigen Bände, aber man kann “Göttinnensturz” problemlos als Einzelbuch lesen. Berenike ist einige Jahre zuvor aus Wien ins Ausseerland übergesiedelt, um hier einen etwas ruhigeren Neuanfang zu machen.
Durch ihren Teesalon hat sie nicht nur mit Touristen zu tun, sondern ist inzwischen auch gut in die Ortsgemeinschaft integriert. Und da sie ihrem Lebensgefährten, dem Kriminalpolizisten Jonas Lichtenegger, etwas verschweigt und er sich seinerseits auch von ihr zurückzieht, lässt sie ihrer Neugier auf Solopfaden freien Lauf. Der nette Rechtsmediziner gibt ab und zu Informationen und der Dorfklatsch ergänzt Gerüchte, Berenike selbst hat ein Bauchgefühl und verlässt sich auf ihre Intuition, manchmal sogar auf Visionen und diese Mischung lässt sie irgendwie an den Mordermittlungen teilnehmen, aber nicht wirklich als aktive und zielstrebige Ermittlerin.
Mindestens genauso wichtig ist die Region des Ausseer Landes, das bevorstehende Narzissenfest, das ganz Bad Aussee beschäftigt, und Berenikes etwas problematisch gewordene Beziehung zu Jonas. Der regionale Dialekt wird in passender Dosierung eingeflochten und unterstützt die sowieso schon präsente Atmosphäre. Schließlich werden Stücke der örtlichen Tracht als Mordwaffen eingesetzt und wie könnte man mehr gediegene Tradition auf morbide Art einbringen, als jemanden mit der eigenen Dirndlschürze zu ermorden!
Manche Themen sind mir zu sehr an der Oberfläche geblieben. So wird die Geschichte des Ortspolizisten viel zu nebenbei erzählt und auch der Aspekt der Tarotkarten, die sich durch die Morde und Berenikes Leben ziehen, hätte ich gerne etwas mehr vertieft. Schließlich könnten die Berenike-Krimis durch einen esoterischen oder mystischen Aspekt punkten, denn Berenike scheint durchaus eine Antenne und Empfänglichkeit dafür zu haben. In “Göttinnensturz” kommt das leider etwas zu kurz für meinen Geschmack. Dafür habe ich Berenikes Ausflüge in die Trachtenmode und die Kombination von Tradition und Moderne sehr genossen.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Schwarztee
Ausgetanzt
Narrentanz
Göttinnensturz
Schweigegold
Puppentanz
Höhlenzauber
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Titel: Göttinnensturz
Autor/in: Anni Bürkl
ISBN / ASIN: 978-3839214190
Sprache: Deutsch
Genre: Salzkammergut-Krimi
Serie: Berenike Roither #4
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsjahr: 2013
Medium: eBook
Seitenzahl: 288
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite