Buchiges

Der Finder von Michael Schreckenberg

IMG_1510kKlappentext:

Von jetzt auf gleich sind fast alle Menschen von der Erde verschwunden. Spurlos. Daniel, der Finder, reist für eine kleine Gruppe Überlebender durch ein leeres Land, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Aber alles erscheint wie tot. Die Wuppertaler Schwebebahn steht still, im Kölner Dom ist die letzte Messe längst gelesen. Nur in den Wäldern, den tiefen dunklen Wäldern, gibt es noch Leben. Und jede Nacht erwacht es mit neuem Hunger …

So fand ich’s:

Die Gruppe Klassenkameraden, allen voran der Ich-Erzähler, „Finder“ Daniel, müssen sich in einer fast menschenleeren Welt neu orientieren und tun dies, so gut sie das, ohne Vorbereitung und spontan in diese Lage geworfen, können. Sie treffen nicht immer die besten Entscheidungen, versuchen aber, so gut wie möglich über die Runden zu kommen. Es gibt keine Regierung, keine Polizei, keinen Notruf, der funktioniert, und plötzlich wird man quasi ins Mittelalter zurückgeworfen. Ich habe mich öfter gefragt, wie man selbst damit klar kommen würde? Und zu allem Übel tauchen auch noch unheimliche nächtliche Angreifer auf.

Ich kenne die Gegend, in der das Buch spielt, selbst kaum. Leuten, denen die Städte und die Region zwischen Wuppertal und Köln vertraut sind, dürfte dieses Endzeit-Szenario noch um einiges gruseliger vorkommen als mir. Die Vorstellung, sich ganz alleine durch eine menschenleere Welt zu bewegen und die verlassenen Städte, verwilderte Hunde und ausgebrannte Häuser zu sehen, war manchmal so unheimlich, dass ich das Buch nicht nachts im Dunkeln lesen wollte.

Die klare, schnörkellose Thriller-Schreibweise, die nicht detailverliebt schwafelt, sondern Dinge knackig auf den Punkt bringt, gefällt mir persönlich ausgesprochen gut. Man muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass auf 321 Seiten nicht alle Facetten der „Zeit nach der Menschheit“ beleuchtet werden können. Es handelt sich hier eher um eine spannende, zügig lesbare Abenteuergeschichte und der philosophische Aspekt wird nur angedeutet.

Am Ende wird uns eine Auflösung und Erklärung geboten, die ich okay fand, es hätte mir persönlich aber besser gefallen, wenn es keine Auflösung gegeben hätte.

Das Cover erinnert eher an einen historischen Roman und hat mich gar nicht angsprochen, sondern hätte mich fast vom Kauf abgehalten, weil ich befürchtete, nicht das im Buch zu finden, was mich interessiert. Zum Glück hat das Cover getäuscht und mich hat das Buch gefesselt und spannend unterhalten. Das wird sicher nicht mein einziges Buch dieses Autors bleiben.

Auf der Homepage des Autors Michael Schreckenberg habe ich auch diese schöne Weihnachts-Kurzgeschichte entdeckt, die von den Personen im „Finder“ handelt. Sie ist zeitlich nach dem Buch angesiedelt, deshalb besser erst nach dem „Finder“ lesen.

Update vom 27. Februar 2013:

Und nun gibt es schon mal einen Ausblick auf das neue Cover der zweiten Auflage. Sobald die Erstauflage ausverkauft ist, wird das Buch dann so aussehen (ich liebe das neue Cover!)

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2 Comments

  1. book2pia 03/12/2016 18:58

    Hey 🙂
    Danke für die Empfehlung, denn dieses Buch landet direkt auf meine Leseliste.

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Laberladen 03/12/2016 19:10

      Das freut mich und ich wünsche Dir viel Lesespaß damit!
      LG Gabi

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