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Die Stimmen der Toten von Stuart MacBride – Ash Henderson #2

Darum geht’s:

Der Inside Man hat vor Jahren Angst und Schrecken verbreitet, als er junge Krankenschwestern entführte, ihnen eine Puppe in den Bauch einnähte, und im letzten Augenblick den Notruf alarmierte. Einige Frauen haben das nicht überlebt, und die, die mit dem Leben davon gekommen sind, blieben schwer traumatisiert. Acht Jahre lang war Ruhe, aber jetzt scheint der Inside Man wieder aktiv zu sein.

Der ehemalige Polizist Ash Henderson war damals an den Ermittlungen beteiligt und soll nun eine Chance bekommen, aus dem Gefängnis entlassen zu werden, um als Berater wieder dem Polizeiteam anzugehören. Ash sieht darin auch die Möglichkeit, endlich in Freiheit zu sein und sich an Mrs. Kerrigan zu rächen, die sein Leben in den letzten Jahren ruiniert hat, und deshalb macht er auch noch seine eigenen Pläne.

So fand ich’s:

Ash Hendersons Erlebnisse in der Vergangenheit, die sich auch noch heute auf sein Leben auswirken, insbesondere seine Motivation für die Rachepläne an Mrs. Kerrigan, werden nicht wirklich ausführlich erklärt. Sie ergeben sich aus den Geschehnissen des ersten Bandes Das 13. Opfer, genauso wie z. B. seine Bekanntschaft mit Kriminalpsychologin Alice und deshalb empfehle ich, zuerst den Vorgänger „Das 13. Opfer“ lesen.

Ash Henderson ist nach wie vor nicht der Inbegriff des rechtschaffenen Bürgers und dass er einmal Polizist war, erstaunt mich immer noch. Er ist bösartig, brutal, ein großer Fan von Selbstjustiz und schnellen, endgültigen Lösungen und akzeptiert es wie selbstverständlich, dass auch er manchmal Opfer einer derartigen Einstellung wird. Er bewegt sich in einem Haifischbecken und versucht, der größte Raubfisch darin zu sein – kann aber gegen Mrs. Kerrigan nicht ankommen, die noch deutlich skrupelloser ist als er. Damit ist er zwar nicht der typische Ermittler, aber ein hoch interessanter Charakter, denn in ihm mischen sich ein ausgeprägtes Ehrgefühl, die Verbrecherseele eines Gesetzlosen und die messerscharfe Logik und Kombinationsgabe eines hervorragenden Ermittlers.

Ash nimmt sich sehr zu Herzen, dass ihm der Inside Man vor Jahren entkommen ist. Neben seiner Privatfehde mit Mrs. Kerrigan setzt er den Rest seiner Energie daran, den Serienmörder nun endlich zu fassen. Immer mit dabei ist die Kriminalpsychologin Alice, die wie Ash auch eine elektronische Fußfessel trägt, damit sich die beiden nicht mehr als 100 Meter von einander entfernen können. So soll verhindert werden, dass Ash abtaucht. Für ihn bedeutet das nur, dass er seine Freundin Alice überall mit hin nehmen muss. Ihr gegenüber ist er erstaunlich sanft und verständnisvoll, will sie beschützen und in Sicherheit wissen. Doch Alice ist trotz ihrer Gefühlsausbrüche, Macken und Merkwürdigkeiten eine ziemlich handfeste Person und schon im ersten Band entwickelte ich große Sympathien für sie.

Der Schreibstil ist griffig, direkt und plastisch und nachdem ich im ersten Band ein paar Anfangsschwierigkeiten damit hatte, dass z. B. auch Hintergrundgeräusche in den wilden Mix eingeflochten werden, finde ich ihn mittlerweile richtig klasse.

Die Story ist komplex, aber nicht verwirrend, durchgehend spannend und vielschichtig, und hat mich von Anfang bis Ende bei der Stange gehalten. Diese Serie ist definitiv nichts für Zartbesaitete, aber wer sein Lesevergnügen auch bei blutigeren Thrillern findet, der wird mit dieser Serie genauso viel Spaß haben wie ich.

Mehr dazu:

Leider habe ich noch keine Information dazu gefunden, ob und wann es einen dritten Teil zu dieser Serie gibt. Stuart MacBride hat aber wohl eine weitere Serie mit dem Ermittler Logan McRae, die im Gegensatz zu Ash Hendersons Reihe viel trockenen Humor aufweisen soll. Deshalb werde ich mir diese Serie wohl sehr bald einmal ansehen.

 


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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