Der tote Jan: Mord und Meer von Til Jørgson – Mordlichter #1

Darum geht’s:

Die unbewohnte Insel in der Flensburger Förde dient sonst nur Pärchen für ein Schäferstündchen. Nun wurde dort am Strand aber die verstümmelte Leiche eines Lehrers gefunden. Die Hauptkommissare Merle Sanders und Finn Randers vom LKA reisen an die Ostsee und machen sich auf die Suche nach Täter und Motiv.

So fand ich’s:

Sanders und Randers ;-) vom LKA sind nicht nur seit Jahren schon ein eingespieltes Team, sie sind auch privat locker miteinander verbandelt. Sehr praktisch, wenn man zusammen durch die Lande zieht und gemeinsam Mordfälle lösen soll. Besonders Finn Randers ist aber auch nicht abgeneigt, sich anderweitig umzuschauen und der gutaussehende und sympathische Polizist bekommt reichlich Angebote. Merle Sanders bremst ihn immer wieder und hat ein Auge auf ihn, aber ihre private Verbindung sorgt auch für Verstimmungen bei der temperamentvollen Merle.

Der tote Lehrer Jan wurde nicht nur umgebracht, sondern auch kastriert, was ein Verbrechen aus Leidenschaft nahelegt. Merle und Finn durchleuchten sein Privatleben. Dass er ein Verhältnis mit einer Schülerin hatte, scheint die beste Spur zu sein.

Der Kriminalfall nimmt in “Der tote Jan: Mord und Meer” nicht unbedingt die meiste Aufmerksamkeit für sich in Anspruch. Und die Ermittlungen sind auch nicht wirklich zielstrebig oder erfolgversprechend. Einiges läuft ins Leere, die Spannungskurve wartet vergeblich darauf, nach oben durchzuschießen, eine Nebenhandlung lenkt zusätzlich vom eigentlichen Mordfall ab. Wer einen “klassischen” Ermittlerkrimi und einen Showdown zum Nägelkauen erwartet, ist hier leider falsch.

Auch wenn Finn und Merle ihrer Arbeit gewissenhaft nachgehen, schauen sie auch rechts und links ihrer eigentlichen Aufgaben. Bier im Dienst, auf die Anbaggerversuche Verdächtiger eingehen und auch mal böse übers Ziel hinausschießen beim Ausleben von “Polizistenhumor” gehört hier dazu. Vor blutigen Mordfällen und grausamen Serientätern schrecke ich bekanntlich nicht zurück. Ich musste aber feststellen, dass das unorthodoxe Benehmen von Merle und Finn mir sauer aufgestoßen ist.

Man konzentriert sich statt auf Ermittlungsansätze eher auf die Figuren, die Protagonisten Merle und Jan, Bjarne, den Azubi, der sie unterstützt, die Verdächtigen, das Umfeld. Sie bekommen Zeit und Aufmerksamkeit und das Lesevergnügen steht und fällt damit, ob man die locker-flapsige Erzählweise und den etwas groben Humor mag, in dem erzählt wird, ob einen die fiktiven Personen interessieren, sogar faszinieren oder doch eher abstoßen. Und ob man die Art und Weise mag, wie reichlich Sex, Lust und Geilheit in manchmal derber Sprache geschildert werden.

Wer etwas abseits des Mainstream lesen möchte und es direkt und ungeschönt mag, sollte “Der tote Jan: Mord und Meer” eine Chance geben. Dieser Mix aus Sex und Crime hat durchaus was für sich und wenn der eigene Lesegeschmack getroffen wird, ist das Buch bestimmt ein Geheimtipp und ein Lesegenuss. Für mich entsprachen einige Dinge nicht meine Vorlieben und das, was mich störte, hat mir den Lesegenuss leider ziemlich getrübt.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Der tote Jan: Mord und Meer
Die tote Marie: Mord am Kanal (für 1. November 2026 angekündigt)


Herzlichen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar

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Titel: Der tote Jan: Mord und Meer
Autor/in: Til Jørgson
ISBN / ASIN:
‎ ‎ B0GHRXZ2R3
Sprache:
Deutsch
Genre: Kriminalroman
Serie: Mordlichter #1
Verlag: Selfpublisher
Erscheinungsjahr:
2026
Medium:
eBook
Seitenzahl: 322
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Instagramseite von Til Jørgson

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