Darum geht’s:
Nelson Stewart kann es nicht fassen, dass er viele Jahre ins Gefängnis muss. Ihm wurde vorgeworfen, seine Frau Samantha misshandelt und eingesperrt zu haben. Samantha lässt sich scheiden und taucht mit dem, was ihr von Nelsons Vermögen zugesprochen wurde, unter. Die Behörden helfen ihr mit einer neuen Identität und sie selbst geht sehr überlegt vor, damit Nelson sie nie aufspüren kann. Denn er hat nach seiner Verurteilung geschworen, Samantha zu finden und Rache zu nehmen.
So fand ich’s:
Aus Samantha wird Mary Smith, die durch die USA reist und versucht, ihre Spur zu verwischen. Ich mochte die intelligente Frau und habe mit ihr zusammen Blicke über die Schulter geworfen und mir Gedanken gemacht, wie man tatsächliche oder imaginäre Verfolger abschütteln kann. Es schien perfekt zu laufen und gerade, als ich etwas aufatmen wollte, wurde klar, dass ich zu sorglos war. Jemand ist doch hinter Mary her und sie muss Hals über Kopf fliehen.
Ich bin ein großer Fan von Chris Carter bzw. von seiner “Hunter und Garcia”-Reihe, denn das ist bisher das Einzige, das er meines Wissens geschrieben hat. Umso neugieriger war ich auf “Du kriegst mich nicht”. Das Buch ist ein Einzelbuch und man sollte nicht mit der Erwartung herangehen, einen Abklatsch der “Hunter und Garcia”-Reihe zu lesen. Wenn Chris Carter das gewollt hätte, dann hätte er den nächsten Band der Reihe geschrieben. Ich bin davon ausgegangen, eine etwas andere Facette seines Schreibens zu erfahren und so kam es auch.
“Du kriegst mich nicht” ist besonders in der ersten Hälfte nicht ganz so actionreich, sondern subtiler und etwas ruhiger geschrieben. Mitgenommen hat mich das Buch trotzdem von Anfang an, auch wenn es einen kleinen Durchhänger gab, bei dem ich ein wenig ungeduldig wurde. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es diese Phase der Erzählung brauchte und ich jedem nur raten kann, sich etwas zurückzulehnen und sich von Chris Carter führen zu lassen. Die Schlagzahl erhöht sich einerseits noch ordentlich, aber andererseits kommen auch so einige Wendungen auf uns zu, die ich nicht habe kommen sehen. Manchmal dachte ich, ich wüsste, was auf Mary und die LeserInnen zukommt, aber dann saß ich doch wieder mit offenem Mund da.
Mir haben diese Psychospielchen, das Tarnen und Täuschen und der Wettkampf, wer besser um die Ecke denken und voraus planen kann, sehr gut gefallen und auch die etwas dezentere Erzählweise von Chris Carter fand ich gelungen. Sogar die Liebesgeschichte mit einem Hauch Erotik hat er gekonnt geschrieben. Aus seinen “Hunter und Garcia”-Büchern kennt man diesen Aspekt ja überhaupt nicht.
Ich bin und bleibe ein Fan von Hunter und Garcia, aber mit seinem Einzelbuch hat mich Chris Carter genauso überzeugt und mir unterhaltsame und überraschende Lesestunden beschert. Künftig werde ich Carters Bücher auch außerhalb der Reihe lesen. Und nun freue ich mich auf die Lesung im September, denn ich darf demnächst in Erfurt Chris Carter live erleben.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Herzlichen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar
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Titel: Du kriegst mich nicht
Original-Titel: Hide And Seek
Autor/in: Chris Carter
Übersetzer/in: Sybille Uplegger
ISBN / ASIN: 978-3843739085
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2026
Medium: eBook
Seitenzahl Print: 464
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite