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[Gabis Logbuch] Sonntag, 13. Februar 2022

Nach zweieinhalb Stunden im Park bei schönstem Sonnenschein gönne ich mir jetzt einen gemütlichen Kaffee und lasse die letzten Tage mal Revue passieren. Levi schnarcht neben mir, denn ich hatte Glück und zwei Mädels hatten ihren Spaß daran, eine halbe Ewigkeit Bälle für Levi zu werfen. Da hat er sich gut ausgepowert.

Der Februar ist mit dem November zusammen der Monat, den ich am wenigsten mag. Winter und Dunkelheit hängen einem sowas von zum Hals heraus und der Frühling lässt noch auf sich warten. Um diese olle Zeit ein wenig aufzuheitern, habe ich beschlossen, an jedem Februartag mindestens einen bemalten Stein in den Park zu legen. Ich habe auch an fast allen Tagen welche gefunden, weil offensichtlich mehr Leute diese Idee hatten. Und das hebt die Stimmung tatsächlich!

Ich bin überhaupt keine Freundin vom Valentinstag und dem Pflicht-Blumenschenken. Aber andere Leute sehen das vielleicht anders und deshalb habe ich die Steine für morgen ein bisschen nach dem Liebes-Motto gestaltet und es werden auch ein paar mehr als üblich sein, die ich im Park hinterlasse.

Anfang November letzten Jahres war ich wieder mal beim Gesundheitsamt, das darüber entscheidet, ob ich arbeitsfähig bin oder nicht. Das war der insgesamt vierte Besuch dort. Beim ersten Termin hat mir der Amtsarzt in aller Ausführlichkeit die Rechtslage erläutert, wie die ärztliche Schweigepflicht und seine Aufgabe, an meinen Arbeitgeber (der das Gutachten in Auftrag gegeben hat) zu berichten, miteinander zusammen hängt, was ich für Rechte und Pflichten habe. Das fand ich klasse, weil ich einiges nicht wusste.

Unter anderem wurde mir versichert, dass ich das Gutachten vom Gesundheitsamt zugeschickt bekomme. Was nicht passiert ist. Ich musste nachhaken und bekam es dann. Beim zweiten Termin ein Jahr später sprach ich es dem Arzt gegenüber gleich an, dass ich das Gutachten zugeschickt haben möchte. Er versicherte es und es kam: genau, nichts. Ich hakte wieder nach und da hieß es dann, man müsse erst beim Amtsarzt nachfragen. Dann bekam ich es aber doch. Beim dritten Besuch bekam ich das Gutachten auch wieder erst auf meine Nachfrage, dann aber sofort. Und der aktuelle Termin war bei einem anderen Arzt, da der bisherige Arzt in Ruhestand gegangen war. Der Nachfolger meinte ganz süffisant mit einem ironischen Grinsen auf seinen (vielleicht etwas schusseligen) Vorgänger, natürlich würde ich das Gutachten zugeschickt bekommen. Und ich bekam: wieder nichts. Einmal nachgefragt, da wurde mir das Gutachten dann doch zugeschickt.

Okay, irgendwann kriege ich das Gutachten auch von meiner Dienststelle mit der Entscheidung, wie es mit mir weiter geht. Da die aber auch eine Bearbeitungszeit brauchen und vielleicht noch den Personalrat, der nur einmal monatlich tagt, mit einbeziehen müssen, bedeutet es, dass ich mehrere Wochen länger in der Luft hänge, wenn ich auf die Reaktion meiner Dienststelle warte. Es ist nicht angenehm, völlig ahnungslos abwarten zu müssen, bis Herr Trödler und Frau Merkmirnix über meine Zukunft entschieden haben. Das Gefühl, wenn so wichtige Dinge von Entscheidungen anderer abhängig sind und man täglich vergebens den Briefkasten kontrolliert, kennen sicher einige. Und ich frage mich, wieso das sein muss. Vielleicht sollte ich dazu noch anmerken, dass drei der vier Termine vor Corona waren, also die Pandemie und die Mehrarbeit dadurch keine Entschuldigung sein können.

Zuletzt habe ich in den Podcast “Die Zeichen des Todes” mit Michael Tsokos reingehört. Er ist teilweise wie ein Hörspiel aufgebaut, mit Sprecher, Geräuschen und verteilten Stimmen, und Herr Tsokos erklärt zu einem konkreten Fall aus dem echten Leben. Im ersten Teil ging es um den “Puzzle Mörder” – ein menschlicher Torso in der Spree wird gefunden. 26 Folgen werde ich auf jeden Fall im Laufe der Zeit hören, weil dieser Podcast wirklich hochwertig und interessant gemacht ist. Mit Folge 27 ist der Podcast auf die kostenpflichtige App Podimo umgezogen. Weil ich noch nicht einmal in annähernd alle Podcast wenigstens reingeschnuppert habe, die ich abonniert habe, kommt ein Umzug zu Podimo für mich erst mal nicht in Frage.

Ich hatte mich zwar für die Leipziger Buchmesse akkreditiert, aber im Hinterkopf war immer noch unklar, ob ich da hin fahre oder nicht. Geschlossene, schlecht belüftete Hallen vollgestopft mit Menschen – die waren in den letzten Jahren schon eine wunderbar sprudelnde Quelle für sämtliche Erkältungskrankheiten. Ich habe auch Verständnis dafür, dass Verlage nicht so flexibel sind wie ich, die quasi über Nacht entscheiden kann, zu fahren oder es ohne Konsequenzen und Kosten einfach bleiben zu lassen. Die MitarbeiterInnen sind dem Viruspool schließlich ganztägig ausgesetzt und wenn die es nicht riskieren wollen, sich anzustecken, sehe ich das absolut ein. Der eine oder andere große Verlag hat abgesagt, wie gesagt, ich verstehe das. Und irgendwann sagen die Messebetreiber, dass sich die Messe ohne den Großverlag X und mit viel weniger Besuchern finanziell einfach nicht mehr lohnt und bläst die Messe ab. Das verstehe ich auch.

Was ich aber nicht verstehe ist, dass jetzt die große Begeisterung für das Messegeschehen so ziemlich im Nichts verpufft. Es gibt sicher Einzelaktionen von Verlagen, Buchhandlungen, AutorInnen, auch online wenigstens einen Teil ihres Messeprogramms anzubieten. Online-Lesungen, persönlich signierte Bücher über eine bestimmte Buchhandlung erwerbbar, Buchboxen mit den Messegoodies plus Print, vielleicht ein Meeting, bei dem Fans / BloggerInnen ein Gespräch im kleinen Kreis bekommen. Das alles gab es schon – schließlich haben wir die Pandemie lange genug und nach meinem Gefühl wurden solche Angebote auch gut angenommen. Nachdem also die Großveranstaltung Buchmesse Leipzig ausfällt, wo ist denn nun die Stelle, die die AutorInnen der Frühjahrsnovitäten koordiniert und Lesungen oder Gespräche auch online anbietet? Die vielleicht auch Bloggertreffen online organisiert. Und die vor allen Dingen eine übersichtliche Aufstellung aller Angebote zur Verfügung stellt! Einen Online-Messefahrplan, an dem man sich entlang hangeln kann. Das fehlt mir und ich frage mich, wieso es das nicht gibt. Zu viel Aufwand? Kein Interesse? Ist die Branche technikfeindlich? Ich finde es auf jeden Fall sehr schade, denn viele haben sich die Messetage schon freigehalten und würden sicher auch online das eine oder andere verfolgen.

Eine Veranstaltung möchte ich euch ans Herz legen, die man sehr wohl online mit verfolgen kann. Ich hatte im Dezember “Als die Flut kam” von Kathrin Hanke hier rezensiert. Dieser Krimi spielt in der Nacht der großen Hamburger Sturmflut 1962. Dazu gibt es einen Bildband über die Sturmflut, der schon in der Buchhandlung ums Eck darauf wartet, dass ich ihn abhole. Am nächsten Samstag gibt es dazu eine Lesung von Kathrin Hanke in der Bücherhalle Kirchdorf. Das ist mir definitv zu weit, um persönlich daran teilzunehmen. Wer in oder um Hamburg wohnt, kann sich aber hier auf der Homepage von Kathrin Hanke über diese Veranstaltung informieren. Für mich ist eher ein Zusatz auf der Seite des Veranstaltungsortes Bücherhalle Kirchdorf interessant, denn der besagt, dass man diese Veranstaltung online kostenlos mit verfogen kann. Und DAS ist definitiv was für mich! Wer schaut mit?

Mit “Aus grau mach bunt” hat Tina genau das richtige Motto für ihre aktuelle Aktion “Postkartenliebe” ausgesucht und ich habe mich schnell angemeldet Wer Lust hat, mit einer Postkarte die Welt ein bisschen bunter zu machen UND sie bunter gemacht zu bekommen, kann sich bis zum 27. Februar noch hier auf dem Blog Buchpfote anmelden. Macht mit!

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