Darum geht’s:
In den Thrillern des Schriftstellers Andreas Zordan wird kreativ und auf ungewöhnliche Weise gemordet. Der Autor lebt als Einsiedler und glaubt, seine eigenen psychopathischen Züge nur durch seine Romane im Zaum zu halten. Als er eine weibliche Leiche auf seinem Grundstück entdeckt, die so ermordet wurde, wie Zordan es in einem seiner Romane beschreibt, beginnt ein Psychoduell mit “Nummer 25”. Gleichzeitig versucht Zordan, die hartnäckige Journalistin Greta Weiß loszuwerden, die ihn unbedingt interviewen will und ihre Nase viel zu tief in seine prekären Angelegenheiten steckt.
So fand ich’s:
Andreas Zordan vertritt in einem seiner Bücher die Ansicht, dass Empathie eine Anomalie, eine Schwäche ist. Und ein Viertel der Menschheit als Soziopathen bezeichnet werden muss. Mit Protagonisten dieser Art hat Zordan großen Erfolg und hat offensichtlich jemanden, der sich hinter der Bezeichnung “Nummer 25” versteckt, so gereizt, dass dieser Zordan zu einem mörderischen Duell herausfordert.
Während Andreas und Journalistin Greta sich gegenseitig belauern und ärgern, was mir ab und zu ein Schmunzeln entlockte, ermittelt Oberkommissar Lewandowski wegen einer verschwundenen jungen Frau. Bald überschneiden und vermischen sich diese Handlungsstränge.
Es gibt Seitenhiebe gegen Buchblogger, einen sehr eigenwilligen Hund, verschiedene Verdächtige, falsche Fährten und ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das keine Langeweile aufkommen lässt. Trotzdem hat mich “Nummer 25” nicht komplett begeistern können. Zum einen gibt es am Ende eine Twist, der mich überrascht, aber der mir nicht gefallen hat. Diese Art von Auflösung mag ich einfach nicht,
(um den Spoiler-Text zu lesen, bitte ab hier den Text markieren) weil auch die LeserInnen während der Erzählung belogen bzw. getäuscht und manipuliert werden und das empfinde ich persönlich als kleinen Betrug am Leser.
In der Hörversion konnte man manche Übergänge zu einem anderen Erzähler bzw. Einschübe nicht so eindeutig identifizieren, wie ich das gerne gehabt hätte. Eine deutlichere Pause, eine Überschrift oder eine individuelle Sprachfärbung des Sprechers hätten es erleichtert, dem Hörbuch zu folgen. Und auch, so manche Verwirrung zu vermeiden. In diesem Fall würde ich wirklich die Print-Version empfehlen.
Zum Ende hin fand ich das Buch ein bisschen bruchstückhaft und gehetzt. Es sollten alle Aspekte geklärt und aufgelöst werden und soweit ich das überblickt habe, war das auch so, aber nach dem Motto: Diese Erklärung bin ich euch noch schuldig, also hier die Aufzählung. Die dann Schlag auf Schlag folgte.
Hinter dem Pseudonym Frank Kodiak verbirgt sich der Autor Andreas Winkelmann, der mich bisher mit seinen spannenden und auch mit den humorvollen Büchern etwas mehr überzeugen konnte und hier mit “Nummer 25” einen soliden Thriller abgeliefert hat.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
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Titel: Nummer 25
Autor/in: Frank Kodiak
Sprecher/in: Charles Rettinghaus
ISBN / ASIN: 9783426520093
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller
Verlag: Knaur / Audio To Go
Erscheinungsjahr: (2017) 2025
Medium: ungekürztes Hörbuch
Hördauer: 11 Stunden und 51 Minuten
Seitenzahl Print: 384
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite