Buchiges

Here without you von Mia Kerick (englisch) – One Voice #2

24718312Darum geht’s:

Casey Minton and Zander Zane gehen in Boston auf’s College. Nur der dritte im Bunde, Nate DeMarco bleibt in New Hampshire zurück. Denn dort gibt es seine 14jährige Schwester Cindy, die auf keinen Fall mit dem gewalttätigen Onkel Rick alleine bleiben soll. Nachdem sich die drei an einer Fernbeziehung und gelegentlichen Wochenendtreffen versucht haben, spitzen sich in Nates Familie die Dinge dramatisch zu.

So fand ich’s:

Dies ist die Fortsetzung von „Us Three“.

Schon im ersten Teil hatte ich den Eindruck, dass die sinnlose Gewalt und Rücksichtslosigkeit, deren Opfer Casey geworden ist, zu übertrieben dargestellt wurde. In diesem Buch wird Nate vom ständig betrunkenen Onkel verprügelt. Dass er nicht zurückschlägt, weil er fürchtet, der Onkel würde seine Wut dann an der schwächeren Cindy auslassen, kann ich nachvollziehen.

Was ich überhaupt nicht verstehe, ist das Verhalten von Nates idiotischer Schwester Cindy. (Achtung: Wer nicht zu viel von der Handlung erfahren möchte, sollte diesen Absatz überspringen). Okay, sie ist ein Teenager, der ab und zu mal den Aufstand probt. Aber sie sieht jedes Mal, wie ihr großer Bruder vom jähzornigen Onkel grün und blau geschlagen wird und hat bei der nächsten Gelegenheit nichts besseres zu tun, als den Onkel wieder zu provozieren? Immer und immer wieder? Selbst als sie bei ihrer Tante zu Besuch ist, macht sie kein einziges Mal den Mund auf und sagt, sie möchte lieber bei der Tante bleiben als beim schlägernden Onkel? Erzählt nicht, dass Nate regelmäßig Prügel kassiert? Kann dieses Balg denn nur sprechen, wenn es darum geht, den Onkel auf Nate zu hetzen? Und als Nate ein einziges Mal nicht da ist und Cindy sehr wohl weiß, dass Nate ihr nicht zu Hilfe eilen kann, als er ihr das Versprechen abgenommen hat, sich in ihrem Zimmer einzuschließen, bis Nate wieder zuhause ist, da muss diese Göre den Onkel postwendend wieder unter die Augen treten und so provozieren, dass er sie bis zur Bewusstlosigkeit würgt? Und noch im Krankenhaus hat sie nichts besseres zu tun, als ihren leidensfähigen, gutherzigen Bruder dafür verantwortlich zu machen und jeden künftigen Kontakt mit ihm abzulehnen? Dieses Kind hat nicht für fünf Cent Gehirn im Kopf.

Das hat mich einerseits so wütend gemacht und kam mir andererseits auch sehr unrealistisch vor, weil die Gründe für dieses Verhalten nicht klar waren. Selbst Nate wunderte sich über seine Schwester und meinte, sie hätte es wohl nur darauf abgesehen, dass er möglichst viel Prügel bezieht.

Das zweite große Problem, das ich mit diesem Buch habe, ist die Beziehung der drei Jungs. In „Us Three“ war das eine süße Liebesgeschichte, die ein Hauch Naivität und Unschuld umgab. Inzwischen sind die drei 18 geworden und nun ist auch Sex ein großes Thema. Nur, dass das hier nicht zu der immer noch naiv-unschuldigen Erzählweise passt. Die große, bedingungslose Liebe der drei habe ich in jeder Zeile gespürt und auch die Tatsache, dass zwei von ihnen nicht reichen und sie sich erst komplett fühlen, wenn sie alle drei zusammen sind, wurde nicht nur deutlich gesagt, sondern sie leben es auch. Der erotische Funke zwischen ihnen kam bei mir aber so gar nicht an.

Die Aufteilung in Nates Tagebuch, Zanders Blogeinträge bzw. E-mails an seinen Bruder und Caseys Leben fand ich wieder sehr gelungen. So kamen sie alle drei gleichwertig zu Wort, aber ich hatte immer das Gefühl, dass eine einzige, homogene Geschichte erzählt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft noch mehr von Casey, Zander und Nate lesen können und werde sicher auch die Fortsetzungen lesen, falls es welche gibt.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

Ich freue mich über Kommentare:

%d Bloggern gefällt das: