Buchiges

Imperfect Harmony (englisch) von Jay Northcote

29397223Darum geht’s:

John Fletcher trauert noch um seinen langjährigen Partner David, den er vor zwei Jahren bei einem Autounfall verloren hat. Obwohl seine Nachbarin ihn drängt, ihrem Chor beizutreten, zögert John, denn Musik ist etwas, das er intensiv mit David verbindet und dass schmerzhafte Gedanken an ihn wieder an die Oberfläche bringt. Als John sich dann doch breitschlagen lässt und probeweise mitsingt, ist er fasziniert vom jungen Chorleiter Rhys, der seine Musik lebt. Er weckt in John die Begeisterung für’s Singen und Musizieren wieder und lässt auch die Schmetterlinge in seinem Bauch flattern.

So fand ich’s:

John und Rhys sind Musiker mit Leib und Seele und diese Leidenschaft bringt sie zusammen. Obwohl der zurückhaltende John 19 Jahre älter ist und Rhys mit blauen Haaren, vielen Tattoos und bunten T-shirts auch äußerlich ziemlich das Gegenteil von ihm ist, harmonieren sie als Musiker und Sänger perfekt miteinander. Diese Begeisterung für Musik zieht sich durch das ganze Buch und man wird in ihre Chorproben und Auftritte im Altenheim förmlich hineingezogen. Man kann deutlich spüren, welche Wirkung es auf die beiden hat, miteinander zu singen und Musik zu machen. Dass sie auch noch ein ähnliches Schicksal verbindet, stellen sie erst später fest.

Wie alle Bücher von Jay Northcote handelt auch „Imperfect Harmony“ von ganz normalen Menschen, in deren Leben nicht alles glatt läuft. Sie kämpfen mit ihren kleinen Unzulänglichkeiten und wirken dadurch nur umso lebensnaher und liebeswerter. Beide haben in der Vergangenheit schmerzhafte Dinge erlebt, die sie zögern lassen, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Das macht „Imperfect Harmony“ ein bisschen ernster und melancholischer als üblich, denn  Jay Northcotes Bücher sind sonst eher lustig-leicht. Man wird emotional ergriffen, und die Geschichte hat Tiefe, ohne dass sie ins Melodrama abrutscht. Selbst die heißen erotischen Szenen haben eher einen zärtlichen Touch, was perfekt zu den beiden Männern passt.

Die Geschichte um die zwei unterschiedlichen Männer, die um ihre zweite Chance auf Glück trotz aller Zweifel kämpfen, hat mich berührt und mir sehr gut gefallen.

Mehr dazu:

Wer möchte, kann sich hier auf der Homepage des Autors eine Playlist der Lieder anhören, die im Buch erwähnt werden. Das wunderschöne Lied „Sorrow“ hat Jay Northcote sogar selbst gesungen, wirklich hörenswert!


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Homepage des Autors

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