Buchiges

Loving Silver von M. S. Kelts

22736202Darum geht’s:

Architekt Michael wohnt gern auf dem Land, ist im Schottenverein und liebt seinen Hund. Seine gelegentlichen One Night Stands bekommt keiner mit, weder seine Kumpels noch seine Familie wissen, dass er auf Männer steht. Und erst recht hält er mit seiner Begeisterung für Silver, den schnuckeligen Darsteller in US-amerikanischen Schwulenpornos hinter dem Berg. Über Facebook und Twitter ergibt sich irgendwann ein nettes Geplänkel mit ihm und das reicht Michael schon, damit er kurzentschlossen zu einer Autogrammstunde über den Atlantik fliegt. Was ihn dort erwartet, hätte er in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

So fand ich’s:

Man kommt den Personen, natürlich besonders Michael, aus dessen Sicht erzählt wird, sehr nah. Der Leser kann alle schönen wie negativen Emotionen intensiv miterleben, inclusive der teenagerhaften Schwärmerei Michaels, der erotischen Funken, die da zwischen Michael und Silver alias Jamie fliegen und in heissen Szenen ausgelebt werden, und auch der Sehnsucht Michaels nach seinem Jamie.

Die beiden stammen aus ganz unterschiedlichen Welten. Der eine ist berühmt, liebt es, in der Öffentlichkeit zu stehen und alles von sich zu zeigen, der andere lebt bieder und geordnet als Architekt auf dem Land und offenbart auch seinen Freunden nur einen Teil seiner Persönlichkeit. Dass die beiden mehr als eine kurze Affäre verbinden kann, daran glaubt Michael nicht. Trotzdem versteckt er Jamie nicht und steht auch voll und ganz dahinter, dass Jamie kein Geheimnis daraus macht, wie er sein Geld verdient. Jamies provokante Art bringt auch neue Seiten an Michael ans Tageslicht, der dann tatsächlich keine Mühe hat, auf Jamies offensive Sexualität einzugehen. Und irgendwann stellt er auch fest, dass es einen deutlichen Unterschied gibt zwischen dem Sex, den Silver vor der Kamera zeigt und dem, was sich zwischen Michael und Jamie privat im Bett abspielt – obwohl er unbestreitbar beides sehr heiss findet und man sich als Leser dieser Meinung absolut anschließt!

Im Laufe der Zeit sammelt Michael jede Menge Leute um sich herum, die ihn unterstützen und offen auf ihn zugehen. Das war mir irgendwann tatsächlich zuviel und ich musste bei manchen Bekannten ab und zu überlegen, wer das jetzt nochmal war. Die Nebenfiguren bekamen aber auch Persönlichkeit und interessante Charakterzüge, so dass am Ende ein Freundeskreis entstanden ist, der Michael auch trägt, nachdem er endlich weiß, was er will und darum kämpft. Denn so problemlos fällt ihm die Beziehung zu Jamie nicht in den Schoß. Sogar nachdem er endlich selbst überzeugt ist, dass es mit ihnen etwas werden kann, das über eine kurze Affäre hinausgeht, sind noch mehr Schwierigkeiten zu überwinden.

Bücher über Liebesbeziehungen zwischen Männern lese ich normalerweise nicht in meiner Muttersprache und so musste ich mich tatsächlich erst ein bisschen einlesen. „Loving Silver“ und M. S. Kelts haben es mir aber sehr leicht gemacht und so wird das weder das letzte Gay Romance Buch auf Deutsch noch von dieser Autorin gewesen sein.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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