Die Buchhändlerin von Ines Thorn

Darum geht's:

Der 2. Weltkrieg ist vorbei und hinterlässt tiefe Wunden. Auch Christas Familie wurde schwer vom Schicksal getroffen. Der Vater ist verschollen und Onkel Martin, der in einem Lager interniert war, kehrt zwar zurück, ist aber nicht mehr derselbe Mensch. Dennoch blickt Christa hoffnungsvoll in die Zukunft und beginnt voller Elan ein Germanistikstudium. Ihrem Professor sind Frauen an der Universität ein Dorn im Auge und Christa muss schweren Herzens ihr Studium wieder abbrechen. Ihr Onkel bietet ihr an, ihm beim Wiederaufbau seiner Buchhandlung zu helfen. Sie liebt die Literatur und alles, was mit Büchern zusammenhängt und arbeitet sich schnell ein. Was als Übergangslösung gedacht ist, wird zu einem festen Bestandteil ihres Lebens und beschert ihr einige wertvolle Begegnungen. In dieser Zeit des Aufbaus schweben jedoch auch immer noch die Schatten des Krieges über der Familie und Christas Kampf für das eigene Glück beginnt gerade erst.

So fand ich's:

Als Büchernarr konnte ich an dem Titel „Die Buchhändlerin“ nicht einfach vorbei gehen, ohne mir Ines Thorns neuestes Werk genauer anzuschauen. Mal in den Händen, wollte ich es dann auch nicht mehr hergeben. Und es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

Für mich sticht dieses Buch etwas aus der Masse der historischen Romane heraus. Die Protagonistin Christa steht zwar im Vordergrund. Doch die Geschichten rund um die anderen Figuren nehmen nicht viel weniger Raum ein, was dem Leser einen breiteren Blickwinkel auf die damalige Zeit ermöglicht.

Das Erzählte geht dadurch nicht immer allzu sehr in die Tiefe und es gab hie und da Situationen, die ich mir gefühlsmäßig intensiver hätte vorstellen können. Aber obwohl ich sehr gerne in die Gefühlswelten der jeweiligen Protagonisten eintauche, hat mir in diesem Buch gerade die etwas distanziertere Betrachtungsweise gut gefallen. So konnte vor meinem inneren Auge ein vollständigeres Bild der damaligen Zeit entstehen, was unter Umständen aus der konzentrierten Sichtweise einer einzelnen Figur nicht möglich gewesen wäre.

Ines Thorn hat mit viel Einfühlungsvermögen von den Problemen der Nachkriegsgeneration erzählt und mir so die Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg nähergebracht – eine Zeit, über die ich bis dato noch nicht so viel gelesen hatte.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Abschnitte, in denen der Leser einiges über die damalige Verlagswelt erfährt. Besonders berührend fand ich es zu sehen, wie hungrig die Menschen nach dem Krieg nach Literatur waren.

Es wird eine Fortsetzung zu diesem Buch geben. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Christa und Co. und bin gespannt, wie es ihnen weiter ergangen ist in der Zeit des Aufbaus und Umbruchs. Ich werde jedenfalls nach dem zweiten Band Ausschau halten, um ihn dann schnell lesen zu können. Hoffentlich muss ich nicht zu lange warten.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

 

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Titel: Die Buchhändlerin
Autor/in: Ines Thorn
ISBN / ASIN: B08NH3K5LD
Sprache:
Deutsch
Genre: Historischer Roman
Verlag:
Rowohlt
Erscheinungsjahr:
2021
Medium:
eBook
Seitenzahl: 336
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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3 Jahre her

Hallo Gabi,

so wie du dieses Buch beschreibst, wäre es auch etwas für mich. Überhaupt mag ich die Romane von Ines Thorn sehr gern lesen. Allerdings habe ich gerade mehrere Romane über die Nachkriegszeit hinter mir, da steht mir jetzt mal wieder der Sinn nach etwas anderem.

Liebe Grüße
Barbara

Ayasha
3 Jahre her
Reply to  sommerlese

Liebe Barbara,
Vielen Dank für deine Nachricht. Ich bin zwar nicht Gabi, aber ich habe das Buch gelesen und rezensiert. ;-)
Ich muss gestehen, dass es mein erstes Buch von Ines Thorn war. Aber es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich von ihr gelesen habe.
Ich kann sehr gut verstehen, dass man nach einer intensiven Zeit mit diesem Thema auch Mal was anderes lesen möchte. Ich brauche nach solchen Büchern auch immer wieder Mal was heitereres. Ich will damit nicht sagen, dass es ein bedrückendes Buch ist. Es gibt aber Situationen, die einem schon einen dicken Kloß im Hals bescheren.
Übrigens lese ich gerade mit “Sex für Wiedereinsteiger” auch etwas komplett anderes. ;-)
Herzliche Grüße
Ayasha