Darum geht’s:
Der Influencer Linus Strand erlebt bei einem Tauchgang in der Karibik ungewöhnliches Verhalten von Tiefseetieren. Piero Manzanos Prognoseprogramm Vysyon errechnet aus unzähligen öffentlich zugänglichen Daten, dass die Welt bald vor einem globalen Versagen vieler Systeme stehen könnte. Großinvestor Viktor Brennar lockt ihn mit viel Geld, seine Prognosen mit ihm zu teilen. Und der Countdown beginnt mit “noch 159 Tage”.
So fand ich’s:
Ich habe alle Bücher von Marc Elsberg mit Begeisterung gelesen, weil sie immer aktuelle Themen aufgreifen und in eine mögliche Zukunft schauen, die sehr realistisch und wahrscheinlich ist, weil der Autor ausführlich und akribisch recherchiert. Mein Lieblingsbuch ist aber “Blackout”. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, Piero Manzano, den Protagonisten aus “Blackout”, und auch Sonja Angström in “Eden” wiederzutreffen.
Diesmal teilen sich mehrere Personen die Hauptrollen, denn rund um den Globus passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass nicht einmal Piero es schaffen würde, an allen Schauplätzen mitzumischen. Wir begleiten Naturschützer am Amazonas, die deutsche Umweltministerin im Amt und auf dem Bauernhof ihrer Familie, Großinvestor Viktor Brennar, ein effektives und skrupelloses Medienteam, Piero, Sonja, Linus und die Meeresbiologin Sarah Keller und noch weitere Randpersonen.
In schnellem Wechsel springen wir zwischen Ereignissen hin und her, die Kapitel sind kurz, oft nur eine oder zwei Seiten. Ich neige dazu, Personen durcheinanderzubringen und eine gewisse Distanz zu behalten, wenn man zu oft und zu schnell wechselt und es heißt schon was, dass mir das bei “Eden” kein einziges Mal passiert ist.
Am Anfang des Buches wird darauf hingewiesen, dass sich am Ende ein Personenverzeichnis befindet (ja, so macht man das, bravo!), aber ich habe es nicht gebraucht. Über 768 Seiten wird die Spannung aufrecht erhalten und nach und nach die Schlagzahl weiter erhöht.
Es gibt auch viele Fakten, die meiner Meinung nach sehr wohl recherchiert und Entwicklungen, die absolut möglich sind, die einen wichtigen Teil des Buches ausmachen. Selbst wenn man sich nicht für die Details interessiert, kann man jederzeit der großen Linie folgen. Vieles davon, was in “Eden” erzählt wird, kennt man schon aus der realen Gegenwart, wie Firmen, die an Katastrophen noch kräftig verdienen (Covid hat uns da einiges vorgeführt) oder wie man es schafft, unliebsame Kritiker durch einen Shitstorm mundtot zu machen. Menschen stecken den Kopf in den Sand, schieben alles den Ökos in die Schuhe oder interessieren sich nur für ihr eigenes Leben. Egal, was um sie herum oder am anderen Ende der Welt passiert, der Blick über den Tellerrand wird nicht einmal versucht.
In “Eden” kommt aber niemand damit durch, denn wenn einmal eine Entwicklung über einen gewissen Punkt hinaus fortgeschritten ist – die sogenannten Kipppunkte – kann man das mit egal wie viel Geld nicht mehr rückgängig machen.
Man kann “Eden” als Wissenschaftsthriller verstehen, der einem brutal deutlich vor Augen führt, wie unsere nähere Zukunft aussehen könnte. Die Spannung wird durch einiges an Action erzeugt, durch den Countdown, der über etwa fünf Monate herunterzählt, während wir den Zusammenbruch verschiedener Systeme beobachten und Moral und Weitsicht gegen Geldgier und Egoismus kämpfen.
Ich habe eingangs geschrieben, dass “Blackout” mein Lieblingsbuch von Marc Elsberg ist. Doch “Eden” hat mich so gepackt, spannend unterhalten und zum Nachdenken gebracht, dass ich sagen muss, die beiden Bücher liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen – und ich stelle beide ganz oben aufs Treppchen.
Eine leidenschaftliche Leseempfehlung von mir!
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Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Herzlichen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar
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Titel: Eden: Das Sterben beginnt
Autor/in: Marc Elsberg
ISBN / ASIN: 978-3764508661
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller
Verlag: blanvalet
Erscheinungsjahr: 2026
Medium: Hardcover
Seitenzahl: 768
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite