Gnadenopfer von Viveca Sten – Polarkreiskrimi #5

Darum geht’s:

Margareta Ekman will nicht glauben, dass ihr Vater einfach so gestorben sein soll. Er war zwar schon 90, aber bei guter Gesundheit. Als sie beim zuständigen Pflegedienst abblitzt, wendet sie sich an die Polizei. Bei Hanna weckt sie Interesse. Ihre Nachfragen bringen Ungereimtheiten zutage und obwohl es keine Beweise gibt, schlägt Hannas Bauchgefühl Alarm.

So fand ich’s:

Keine leichte Situation für Hanna. Der private Pflegedienst, auf den ihr Verdacht gefallen ist, wird von ihrer besten Freundin Karro geleitet. Und die verzwickte Gefühlslage zwischen Hanna und Kollege Daniel führt dazu, dass die beiden sich aus dem Weg gehen und gar nicht mehr miteinander sprechen. Das wirkt sich auf ihre Arbeit aus und Hanna, die sich gerne mit Daniel über ihren Verdacht besprechen würde, steht ganz alleine da.

Nicht nur Hanna und Daniel dürfen aus ihrer Sicht erzählen, sondern wir sehen auch durch die Augen und Ohren der Senioren und bekommen hautnah mit, wie sehr sie auf Hilfe angewiesen sind. Die Haustür wird grundsätzlich nicht abgeschlossen, weil wechselnde Helfer ein und aus gehen. Sie sind schlecht zu Fuß oder bettlägerig, Augen und Ohren funktionieren nicht mehr gut und das altersmüde Gehirn kann sich nicht mehr merken, wer wann auftaucht, um zu helfen. Das klingt nach perfekten hilflosen Opfern und jemand scheint das auf übelste Weise auszunutzen.

Obwohl es außer Hannas Bauchgefühl nur einige vage Indizien gibt, werden Ermittlungen angeleiert. Gleich mehrere Personen machen sich verdächtig – perfekt zum Mitraten. Man hat als LeserIn zwar ein paar Szenen mehr gesehen als die Polizei, doch einen echten Wissensvorsprung hat man nicht. Ich konnte bis zum Ende nicht sagen, in welche Richtung es geht und weil es sich auf einen Showdown zuspitzte, bekam die Handlung nach einer eher ruhigeren Ermittlung zum Ende hin noch ordentlich Tempo.

Der zweite wichtige Aspekt in “Gnadenopfer” war das komplizierte Verhältnis zwischen den Kollegen Hanna und Daniel, das sich schon durch die komplette Reihe zieht. Die beiden arbeiten extrem gut zusammen, doch es gibt romantische Gefühle zwischen ihnen, die bisher nicht ausgesprochen wurden. Einer von beiden ist quer durch die Serienbände immer anderweitig gebunden, es gibt verpasste Gelegenheiten, Sehnsüchte und Umstände, die verhindern, dass die Situation zwischen ihnen mal endlich geklärt wird. Einerseits ist das eine Situation, die sicher oft genug auch im richtigen Leben vorkommt und sie wird auch sehr nachvollziehbar erzählt. Und es ist interessant zu sehen, welche Auswirkungen diese unausgegorenen Gefühle haben. Andererseits hat diese Problematik ein bisschen die Spannung ausgebremst und hätte für meinen Geschmack gerne etwas kürzer gefasst werden können.

Trotzdem habe ich diesen immerhin schon 5. Teil der Polarkreiskrimis sehr gerne gelesen und hatte einige wunderbare Lesestunden.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Kalt und still
Tief im Schatten
Blutbuße
Lügennebel
Gnadenopfer

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Titel: Gnadenopfer
Original-Titel: Benådaren
Autor/in: Viveca Sten
Übersetzer/in: Dagmar Lendt
ISBN / ASIN:
‎ 978-3423285674
Sprache:
Deutsch
Genre: Thriller
Serie: Polarkreiskrimi #5
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr:
2026
Medium:
Haredcover
Seitenzahl Print: 496
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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