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[Gänseblümchen der Woche] #221

Nach einer anstrengenden Woche für Levi und mich, versuche ich mal, doch einen positiven Blickwinkel im Rückblick einzunehmen.

Es stand schon länger fest, dass Levi unters Messer muss. Ein Hoden war im Bauch geblieben und weil es da zu warm für Hoden ist (hat schon seinen Grund, wieso die normalerweise draußen herum hängen), neigen solche "kryptorchide Hoden" dazu, Tumore zu bilden. Also musste er raus. Ich habe gewartet, bis die Corona-Einschränkungen in der Tierarztpraxis nicht mehr so streng waren. Deswegen durfte ich auch bis zum Einschlafen bei ihm sein und auch, als er aus der Narkose wieder aufgewacht ist. Der liebe Hund hat noch halb bewusstlos schon wieder mit dem Schwanz gewedelt, so ein Herzchen!

Insgesamt ist die OP allerdings völlig problemlos verlaufen. Der Hoden war direkt unter der Haut, was eine längere "Suche" im Bauch zwischen den Organen überflüssig machte und die Narbe ist ziemlich klein. Nach einem so ziemlich verschlafenen OP-Tag und einem ruhigen und anhänglichen nächsten Tag war Levi am Tag darauf wieder ganz der alte. Von wegen "er soll sich schonen", er wollte spielen und rennen und weil das Pflaster so schön fest saß und keine Entzündung in Sicht war, habe ich ihn machen lassen, was er wollte.

Schmerzen oder Einschränkungen hat er sich nicht anmerken lassen. Was aber total nervte, war diese trichterförmige Halskrause. Wenn er die rum hatte, war er völlig paralysiert und hat sich gar nicht mehr bewegt. Musste er doch mal laufen, war er total schreckhaft, wenn er irgendwo angestoßen ist. Ich hab einen Body gekauft, der verhindern sollte, dass er an der Wunde knabbern kann. Leider hatten die alle einen so großen Beinausschnitt, dass die Wunde sichtbar war. Mit Eigenkreationen hab ich improvisiert, aber ich war nicht wirklich zufrieden.

Wozu bin ich aber im letzten Winter dem Wolle-Kauf-Wahnsinn verfallen? Eben. Ich hab viel Baumwollgarn hier und werde für eventuelle zukünftige Einsätze einen passenden Body nach meinen Vorstellungen (also einen Hunde-Bermuda-Body) häkeln. Und wenn es mal minus 35 Grad wird, kann er den auch zum Gassi anziehen ;-)

 

 

~*~

Und nochmal ne Hundegeschichte, aktuell von heute:

Levi hat im Unterholz im Park Stücke von Schinkenscheiben und gegrilltem Hähnchenfleisch gefunden. Und natürlich gleich mal ein Maul voll probiert. Ich hab meine Finger hinterhergeschoben und hoffentlich alles davon erwischt. Der arme Kleine hatte erst einen Beatmungsschlauch im Hals und nun meine Finger bis zum Anschlag, oh je.

Dann hab ich ihn "Sitz" machen lassen und "Bleib" und er ist super brav sitzen geblieben und hat mich beobachtet, wie ich die Stücke aus dem Gebüsch aufgesammelt habe. Obwohl die leckeren Sachen in seiner Sichtweite waren. Da hat sich das "Bleib"-Training doch schon gelohnt. Denn genau für solche Situationen trainieren wir das. Wenn ich Levi an der Leine dabei habe und er versucht, das aufzufressen, was ich gleichzeitig in den Gräsern suche, ist das nicht witzig. Und dass die Fleischstücke extrem verlockend für einen jungen hungrigen Hund sind, liegt auch auf der Hand. Ich war sehr stolz auf ihn, dass er so ruhig an der Seite sitzen gebieben ist und gewartet hat, ohne Fleisch / Wurst weiter zu beachten. Und natürlich hat er danach ausgliebig Lob und Leckerlis bekommen!

Es sah nicht so aus, als wären Fremdkörper wie Glas, Nägel, Rasierklingen, Gift o.ä. im Fleisch gewesen. Aber man muss nicht jede Art von Gift auch mit bloßem Auge sehen. Und selbst wenn da keines dabei war (was ich vermute), tut man Hunden und ihren Besitzern keinen Gefallen damit, Fleisch im Gebüsch zu verteilen. Schon alleine scharf gewürztes Dönerfleisch, was man selbst nicht mehr mag und "für die Hunde" am Wegesrand liegen lässt, kann ordentlich Durchfall und Erbrechen verursachen. Manche Tiere vertragen verschiedene Fleischsorten nicht. Und letztendlich verlockt das Hunde, Leckeres vom Straßenrand aufzufressen und irgendwann IST dann mal Gift dabei. Wenn man also Hunden etwas Gutes tun will, tut man es am besten, indem man z. B.  Futterspenden ins Tierheim bringt aber nicht, indem man Futter auslegt!

~*~

Ich selbst hatte diese Woche Brechdurchfall des Todes und leide immer noch ein wenig. Deshalb hab ich wenig zu erzählen, ich habe meine Woche damit verbracht, mich selbst zu bemitleiden. Trotz des schönen Wetters und obwohl sich der Akkordeonspieler im Pipipark einen Schmetterling auf den Hut gesetzt hat.

Habt einen schönen restlichen Sonntag!

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