Darum geht’s:
Ein Nachbarschaftsstreit eskaliert und nach einem bösen Streich findet sich eine menschliche Hand im Garten der Göttlichs. Sörensen erkennt, dass Herr Göttlich sein alter Schulfreund Schiefel ist, den er schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat und den er gerne für unschuldig halten möchte. Urplötzlich taucht der Vater von Mia auf, die zwei Jahre zuvor verschwunden ist. Und Jennifer knallt ihre Kündigung auf den Tisch.
So fand ich’s:
Die Bücher mit Kommissar Sörensen, dem unter einer Angststörung leidenden Ermittler ohne Vornamen, gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Auf diese sechste Episode habe ich mich gefreut, seit ich Band 5 zu Ende gehört hatte und es war schon lange klar, dass ich wieder die Hörversion wählen würde, wunderbar gelesen vom Autor selbst.
Die im Garten gefundene menschliche Hand scheint die Tür zu einem Cold Case aufzustoßen. Doch so einfach liegt die Sache nicht und es gelingt erst einmal nicht, die Indizien zu einer sinnvollen Geschichte zu ordnen. Außerdem stellt Sörensen fest, dass er mit den Besitzern des Fundhauses zur Schule gegangen ist und der Ehemann sein früher bester Freund war. Das stößt einige Erinnerungen an und wir LeserInnen erfahren so einige neue Dinge über Sörensens Jugend, die auch ein wenig beleuchten, wieso Sörensen heute so ist, wie er ist.
Seine Kollegin Jennifer fühlt sich eingeengt und will kündigen, um neue Wege auszuprobieren. Das gefällt Sörensen zwar nicht, aber er weiß nicht, wie er es verhindern soll. Sein Vater hat nach seiner Krebsbehandlung jede Kraft verloren, ist bei Sörensen untergekommen und der Sohn macht sich große Sorgen um ihn.
Wie eigentlich in jedem Band sammelt sich großes und kleines Elend um Sörensen herum. Wir blicken auf schlimme Schicksale, diverse Krankheiten, die das Leben viel viel schwerer machen, aussichtslose Lagen. Und Sven Stricker nimmt kein Blatt vor den Mund und taucht kopfüber rein, mit allen Details.
Und doch liebe ich die Bücher total. Sie sind in all dem Elend sehr unterhaltsam. Weil eigentlich niemand wirklich negativ und voller Selbstmitleid ist (mal kurz, aber nicht dauerhaft), sondern alle irgendwie weitermachen. Und Stricker bzw. Sörensen hat einen so bissigen Humor, den ich richtig klasse finde. Der Kriminalfall ist auch wie immer anspruchsvoll und gut konstruiert und hat natürlich seine ganz eigene Version von Schmerz und Selbstironie.
Sörensens Angststörung ist immer im Hintergrund präsent, auch wenn sie gerade akut keinen Ärger macht, und ich fühle mich mit meiner dauerhaften Depression in Strickers Darstellung von Sörensen wiedererkannt. Genauso auch darin, dass Sörensen diese vielen psychischen Probleme hat und trotzdem ein toller Ermittler ist. Die zwei Facetten kann es tatsächlich nebeneinander geben. Blöd nur, dass die Gesellschaft, der Arbeitgeber, der Freundeskreis einen oft aussortiert, weil viele denken, es gäbe nur die Facette Angststörung / Depression und sonst nichts mehr. Genau darum mag ich die Serie so, denn sie zeigt viel mehr als nur diese eine Facette.
Und obwohl die Krimis immer viel ernster sind als ich sie im nachhinein in Erinnerung habe, sind sie auch durchdrungen von einem köstlich schwarzen Humor und einem liebevollen Blick auf skurrile Menschen, von denen ich immer wieder gerne lese.
Sörensen bekommt für alle sechs Bände eine begeisterte Leseempfehlung und für die Hörversion noch eine Kirsche auf der Sahne obendrauf.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Sörensen hat Angst
Sörensen fängt Feuer
Sörensen am Ende der Welt
Sörensen sieht Land
Sörensen macht Urlaub
Sörensen geht aufs Haus
Herzlichen Dank an Audio To Go für das Rezensionsexemplar
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Titel: Sörensen geht aufs Haus
Autor/in: Sven Stricker
Sprecher/In: Sven Stricker
ISBN / ASIN: 978-3499017384
Sprache: Deutsch
Genre: Krimi
Serie: Kommissar Sörensen #6
Verlag: Audio To Go
Erscheinungsjahr: 2026
Medium: ungekürztes Hörbuch
Hördauer: 14 Stunden 45 Minuten
Seitenzahl Print: 528
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite