Darum geht’s:
Lisa ist Galeristin in Wien und hat ihr provinzielles Heimatdorf hinter sich gelassen. Als ihr Vater anruft und erzählt, dass Lisas jüngere Schwester Maria verschwunden ist, kehrt Lisa nach Grundendorf zurück. Genau drei Jahre zuvor sind schon einmal zwei Jugendliche aus Grundendorf bis jetzt spurlos verschwunden und das weckt Befürchtungen, auch Maria nicht mehr wiederzusehen. Lisa macht Druck, doch ihr Vater hat sich in sich selbst und seine Werkstatt zurückgezogen und es gibt keine Anhaltspunkte, was mit Maria passiert sein könnte.
So fand ich’s:
“Immerstill” gehört zu den früheren Werken von Roman Klementovic. Da mit “Immerschuld” schon ein weiteres Buch existiert, das in Grundendorf spielt, und gerade mit “Immerkalt” der dritte Band mit einer Geschichte aus Grundendorf erschienen ist, habe ich mich entschlossen, die “Immer-Morde” aus Grundendorf in der richtigen zeitlichen Reihenfolge zu lesen. Obwohl es scheint, dass es sich um drei unabhängige Fälle handelt und es nicht erforderlich ist, sie chronologisch zu lesen.
Die Protagonistin in “Immerstill” ist Lisa, die sich in die nahe Großstadt Wien abgesetzt hat, um der bedrückenden und düsteren Atmosphäre im Ort und – seit dem Tod der Mutter – auch in der Familie zu entkommen. Die Nachrichten ihres Lebensgefährten Tom, der in Wien geblieben ist, lassen erahnen, dass sie auch in Wien nicht frei und glücklich ist. Lisa hat Schuldgefühle, weil sie ihre jüngere Schwester im Dorf zurückgelassen und sich nicht mehr wirklich um sie gekümmert hat. Und nun ist Maria verschwunden, gleichzeitig mit einer Mitschülerin und Freundin, und das erinnert an zwei Vermisstenfälle genau drei Jahre vorher, die bisher nicht aufgeklärt werden konnten.
Die Bewohner von Grundendorf sind teilweise ganz schön merkwürdig. Die aktuelle Freundin von Lisas Exfreund oder die ständig Schnaps zwitschernde Tante pendeln zwischen mitleiderregend und skurril. Lisas Vater scheint sich völlig von der Welt zurückgezogen zu haben. Weil die Menschen und allen voran Lisa eher passiv sind und wenig Initiative zeigen, ist “Immerstill” nicht unbedingt von viel Action geprägt.
Die Atmosphäre ist düster und abweisend und Klementovic hat es wunderbar geschafft, ein bedrückendes Gesamtbild zu erschaffen, das man unbedingt ergründen will. Lisa sucht nach Anhaltspunkten, doch niemand im Dorf scheint großes Interesse zu haben, in die Tiefe zu wühlen und der neugierigen Presse mehr Material für reißerische Artikel zu liefern.
Das Ende ist überraschend mit Knalleffekt und hat mir auf eine merkwürdige Weise gut gefallen. Ich habe mich zwar nicht gelangweilt und fand die Konstellation interessant genug, um dranzubleiben und weiterzulesen. Die Atmosphäre hatte mich gepackt. Aber ein bisschen mehr Action, etwas mehr Tempo, mehr Initiative von Lisa hätte mir noch mehr Lesevergnügen gebracht.
Obwohl mir “Immerstill” ein bisschen zu ruhig war, werde ich die anderen beiden Bücher aus Grundendorf auf jeden Fall lesen. Denn atmosphärisch mitgenommen in den düsteren Leseherbst hat mich “Immerstill” auf jeden Fall.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Immerstill
Immerschuld
Immerkalt
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Titel: Immerstill
Autor/in: Roman Klementovic
ISBN / ASIN: 978-3839250303
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller
Serie: Immer-Morde #1
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsjahr: 2016
Medium: Taschenbuch
Seitenzahl Print: 309
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite