Buchiges

Montagsfrage: Habt Ihr ein schlechtes Gewissen gegenüber Protagonisten, wenn die bspw. hungern müssen und Ihr nebenher futtert?

Eine seht interessante Frage wird uns diese Woche auf dem Blog Buchfresserchen gestellt. Sie stammt von Sanne von Wortgestalten und ich musste mir dazu erst einmal ein paar Gedanken machen. Denn zumindest bewusst habe ich das noch nicht an mir wahrgenommen.

Aber Tatsache ist, ja, ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen!

Nicht, dass ich die warme Kuscheldecke wegschleudern würde, wenn der Protagonist sich im ewigen Eis die Zehen abfriert oder dass ich ebenfalls hungern müsste, wenn die Heldin das tun muss, um mich wirklich und wahrhaftig mit ihnen zu identifizieren. Das würde zu weit führen. Aber ich bin schon so weit im Buch „drin“, dass ich mir sehr bewusst bin, dass es mir gerade viel besser geht als dem Helden des Buches (und so vielen realen Menschen in ähnlichen Situationen), dass ich mich darüber für mich freue, Mitleid mit dem Helden habe und auch ein Hauch schlechtes Gewissen schwingt da mit.

6 Comments

  1. FiktiveWelten 05/09/2016 11:17

    Huch, das erste schlechte Gewissen – immerhin ein Hauch – über das ich stolpere.
    Ich hätte eher ein schlechtes Gewissen, wenn ich wegen der Lektüre zu spät zum Essen käme. *lach* Nein, also „drin“ bin ich bei guten Büchern auf jeden Fall, aber zum schlechten Gewissen reicht reine Fiktion dann doch nicht.

    Mein Beitrag :o)

    Liebe Grüße
    Patricia

    • Laberladen 05/09/2016 11:22

      Alles Egoisten 😉
      Wenn ich könnte, würde ich mein leckeres Essen, die warme Decke oder das kühle Getränk mit den Protagonisten teilen.

      LG Gabi

  2. Nisnis's Bücherliebe 05/09/2016 15:45

    Liebe Gabi,

    wie mich ein Buch berührt oder nicht, ob ein Protagonist hungert oder z.B. traurig ist, kommt natürlich auch immer ganz darauf an, ob es sich um eine fiktive Geschichte handelt oder nicht.

    Auch fiktive Geschichten berühren mich oder machen mich betroffen, wütend, traurig usw. und dass ist auch gut so. Aber ein schlechtes Gewissen, wenn ein Protagonist in einer erfundenen Story verhungert, habe ich definitiv nicht.

    Anders ist meine Lese-Situation natürlich, wenn ich weiß dass es sich um eine reale Geschichte handelt. Ich möchte nicht unbedingt sagen, dass ich dann ein schlechtes Gewissen habe, aber ich werde dadurch angestoßen meine eigenen Handlungen im Alltag zu überdenken, um verantwortungsbewusster zu agieren. Diese Reaktion bzw. Haltung halte ich für absolut gesund und wichtig.

    Viele Grüße

    Nisnis

    • Laberladen 05/09/2016 20:27

      Ich lese kaum Biografien oder Tatsachen-Romane und habe an diese Möglichkeit gar nicht gedacht. Aber ich gebe Dir Recht, dass es einem nochmal ganz anders die Kehle zuschnürt, wenn man weiß, dass das reale Erlebnisse sind, die da beschrieben werden. Und das hat dann sicher auch mehr Auswirkungen auf das eigene Leben und Verhalten.
      LG Gabi

  3. Marie 05/09/2016 16:23

    Hallo,
    mir geht es ähnlich. Allerdings habe ich meine Frage noch ein wenig erweitert, nämlich um die Frage, welche Wichtigkeit oder welchen Stellenwert das Essen für uns hat. Meine Antwort findest du auf vielleserin.de.
    Viele Grüße,
    Marie

    • Laberladen 05/09/2016 20:29

      Da schau ich doch gleich mal rüber 🙂
      LG Gabi

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