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Buchiges

Schattengesicht von Antje Wagner

Klappentext:

So harmonisch sie auch wirken – irgendetwas stimmt mit Milena und Polly nicht. Etwas nicht Greifbares, Rätselhaftes umgibt sie. Warum schrecken die Menschen vor Pollys Stimme zurück? Weshalb ist der Tod ihr ständiger Begleiter? Sicher ist nur, die beiden fliehen vor einem unaussprechlichen Geheimnis.

So fand ich’s:

Mit diesem Buch tue ich mir ein bisschen schwer, weil ich das Buch einerseits sehr gut fand, es aber doch nicht nach meinem Geschmack war.

Die Geschichte wird rückwärts erzählt. Man sieht das Endergebnis und begibt sich schrittweise zurück in die Vergangenheit, betreibt quasi Ursachenforschung in Erzählform.

Antje Wagner setzt Sprache ein, um Stimmung zu erschaffen. Eine nicht näher greifbare geheimnisvolle und ein bisschen traurige Atmosphäre entsteht durch ihr Spiel mit Worten. Manchmal habe ich einen Satz zweimal gelesen, nur weil er mir so gefallen hat.

Die Komposition der in der Zeit zurücklaufenden Erzählung ist perfekt gelungen und sehr stimmig, so dass immer eine subtile Spannung und Neugier herrscht, weil man natürlich wissen will, wie es zur Situation in der Gegenwart kam.

Leider entspricht es so gar nicht meinem Geschmack, über wesentliche Dinge lange Zeit im Unklaren gelassen zu werden, auch wenn ich im Nachhinein sagen muss, dass es für diese Erzählung zwingend erforderlich war. Der Leser wird nicht bewusst getäuscht, um eine falsche Spur zu legen. Es werden nur Informationen vorenthalten. So wird z. B. eine längere Zeit über Vincent geredet, als müsste man ihn kennen und über sein Schicksal Bescheid wissen. Wer er ist und was ihm passiert ist, erfährt man erst wesentlich später. Das hat mich beim Lesen gestört, manchmal sogar geärgert, und dafür gesorgt, dass ich eben nicht in das Buch eintauchen und mich führen lassen konnte. Ich kann das verstehen, wenn für andere Leser das Buch ein erzählerisches Highlight ist, mich konnte es leider emotional nicht packen.

Ich werde aber sicher noch zu einem anderen Buch der Autorin greifen und sehen, ob mir das mehr liegt.

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