Untier hat das letzte Wort von Sandra Busch

Darum geht’s:

Kunststudent Björn ist ein Tollpatsch, der aussichtslos in Lionil verknallt ist. Lionil weiß überhaupt nur, dass Björn existiert, weil der sich vor seinem Schwarm regelmäßig in peinlichen Situationen blamiert. Björns Kumpels, allen voran sein bester Freund und Mitbewohner Mario, wollen ihn nun endlich verkuppeln, damit Björns Einsamkeit ein Ende hat. Doch Lionil taucht immer wieder in Björns Umfeld auf – und ergreift schließlich die Initiative.

So fand ich’s:

Björn ist ein liebenswerter Chaot, der ziemlich ungeschickt immer wieder in Situationen kommt, in denen er nicht gerade souverän aussieht. Als Zeichner und Maler ist er talentiert, aber auch in dieser Beziehung fehlt ihm das nötige Selbstbewusstsein. Dafür hat er tolle Freunde, die mit ihm feiern, auf ihn aufpassen und ihn sogar zu einem Speed Dating anmelden, damit er endlich einen Freund findet. Doch Björn hat sich schon lange in Lionil verliebt, der gut aussieht, unkompliziert und auch sehr sympathisch ist. Die Liebesgeschichte der beiden ist süß und wird nur durch Björns Schüchternheit und die Serie an Ungeschicken, die ihm ständig passieren, ein bisschen schwierig. Als die beiden ein Paar werden, kommt auch die Erotik nicht zu kurz.

Nicht nur Björn und Lionil sind wundervolle Charaktere, auch die Menschen in Björns Umfeld sind wirklich lesenswert. Bruder Norbert mit seiner nervigen Freundin, das ständig knutschende Pärchen Can und Till und sogar Björns neuer Bekannter von der Polizei runden das Bild eines bunten und fröhlichen Freundeskreises ab, das nur durch ein paar homophobe ehemalige Mitschüler Björns gestört wird, die ihm das Leben gehörig schwer machen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist das namensgebende “Untier”, Björns Beo, den er heiß und innig liebt und der mit passenden und unpassenden Filmzitaten zu allen Unterhaltungen beiträgt. Damit trifft er oft genug genau ins Schwarze und hat mich ständig zum Lachen gebracht. Filmfreunde können auch immer mal mitraten, aus welchen Filmen die Zitate stammen – Untier hat ein breitgefächtertes Repertoire und einen guten Filmgeschmack. Untier, der heimliche Star dieses Buches, liebt seinen Björn so sehr, dass er gerne mit ihm schmust, ihn mit Rosinen füttert und sogar eifersüchtig reagiert, als Linoil in Björns Leben tritt.

Der Humor hat genau meinen Geschmack getroffen und hebt mit dem Untier das Buch aus der Masse an gelungenen Gay Romance Büchern nochmal heraus und macht es einzigartig.

Weitere Meinungen zum Buch gibt es hier:

The World of Big Eyes

El Ma liest

Like a Dream


[Werbung] Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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