Buchiges

Das Buch der Königin von Sabine Weigand

Darum geht’s:

Konstanze ist mit Leib und Seele ihrem Sizilien verbunden. Doch als sie mit dem Staufer Heinrich verheiratet wird, muss sie in den kalten Norden. Ein Kind will sich nicht einstellen und ihr ungeliebter Ehemann ist kaltherzig. Aufgemuntert wird Konstanze durch Schreiber Gottfried, der ein kostbares Buch mit herrlichen Zeichnungen über sie selbst und Sizilien in ihrem Auftrag herstellt.

So fand ich’s:

Wieder hat sich Sabine Weigand eine interessante historische Figur herausgepickt und ihr Leben beleuchtet. Konstanze war Königin von Sizilien, verheiratet mit dem Stauferkaiser Heinrich und Mutter Friedrichs II, den sie angeblich öffentlich in einem Zelt in der Kleinstadt Jesi zur Welt gebracht haben soll, um zu beweisen, dass er wirklich ihr leiblicher Sohn war.

So einige historische Fakten werden einem höchst lebendig dadurch nahegebracht, dass Sabine Weigand die trockenen Informationen mit Gefühlen, Motiven und Sehnsüchten untermalt und den historischen Personen Charakter verleiht. Dazu kommt der Schreiber Gottfried, der als Sohn eines Burgherren durch den räuberischen Nachbarn seine Eltern und sein Zuhause verliert und durch Zufall an den Hof Heinrichs und Konstanzes kommt. Mit ihm und seiner Schwester bangt und leidet man, ohne dass sie historisch belegt tatsächlich gelebt haben, einfach, weil ihre Geschichte beispielhaft für die Zeit des 12. Jahrhunderts steht und sie spannend erzählt wird. Gottfrieds Liebe zur Buchmalerei bringt uns ein paar Einblicke darin, welche Mühen man damals aufwenden musste, um ein Buch herzustellen und wie kostbar diese Einzelstücke waren.

Wie alle Bücher Sabine Weigands war auch „Das Buch der Königin“ kurzweiliger Geschichtsunterricht, der neben toller Unterhaltung auch jede Menge Wissen vermittelt und das 12. Jahrhundert hat lebendig werde lassen.

Das Buch existiert übrigens tatsächlich (hier ein Wikipedia-Artikel darüber)

Und wer die Gelegenheit hat, sich einmal eine Lesung Sabine Weigands anzusehen, der sollte sie sich nicht entgehen lassen. Denn genauso wie sie ihren historischen Figuren schriftlich Leben einhaucht, kann sie auch sehr mitreissend über sie erzählen. Ich hatte das Vergnügen, zum „Buch der Königin“ eine Lesung zu besuchen, über die ich hier berichtet habe.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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