Buchiges

[Hörbuch] Das Los von Tibor Rode

61IcxLLR28L._SL300_ungekürzte Lesung

Laufzeit: 16 Stunden, 46 Minuten

gelesen von Robert Frank

Darum geht’s:

Giovanni Calzabigi, ein Glücksritter des 18. Jahrhunderts, versucht, sein Geld mit einer Lotterie zu verdienen, die er in großem Rahmen veranstaltet. So ganz ohne Komplikationen läuft das aber leider nicht ab.

Auch die vier Personen der heutigen Zeit, die alle dringend Geld brauchen, geraten in Versuchung durch eine Lotterie. Man verlangt, dass sie ihr komplettes Vermögen aufgeben, um teilnehmen zu können. Doch dafür winkt ein Preis von unermesslichem Wert.

So fand ich’s:

Sehr lange Zeit hatte ich das Gefühl, mehrere Hörbücher gleichzeitig zu hören. Dass man einerseits von den Ursprüngen der Lotterie im 18. Jahrhundert und vom Schicksal ihres Erfinders hört, leuchtet einem ein. Doch die Lebensgeschichten des armen indischen Slumbewohners Pradeep, der britischen Profi-Pokerspielerin Trisha, des Finanzjongleurs Carter Fields und des deutschen Häftlings Henri Freiholt haben so gar nichts mit der Story aus dem 18. Jahrhundert und auch überhaupt nichts miteinander zu tun. Jeder der Lebensläufe ist aber durchaus fesselnd erzählt und man fiebert mit allen mit. Spätestens als sich zeigt, dass alle ein Los an der Lotterie haben können, deren Bedingungen allerdings extrem hart sind, ist man am Haken und will wissen, wie sich ihr Schicksal entscheidet.

Die einzelnen Handlungsstränge werden in eher gemächlichem Tempo erzählt und glänzen weniger durch Action als durch genaue Beschreibungen und eine Vielzahl von verschiedenen Themen, die sich durch die unterschiedlichen Lebensläufe der vielen Handelnden ergeben. Der Autor schafft es, alle Protagonisten individuell zu gestalten und obwohl man zwischen ihnen hin und her wechselt, war ich zu keiner Zeit irritiert oder hatte bei jemandem den Faden verloren.

Das Ende bot keine allzu große Überraschung, was das Hörvergnügen aber überhaupt nicht schmälerte. Als einen Thriller würde ich „Das Los“ nicht unbedingt bezeichnen, doch der Roman hat mich mit seiner dichten Handlung, den interessanten, vielseitigen Charakteren und einem erzählerischen Grundton, der vom Sprecher Robert Frank hervorragend vertont wurde, sehr gut unterhalten.

 

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