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Wild Cards: Der Sieg der Verlierer, herausgegeben von George R. R. Martin

9783764531294_CoverDarum geht’s:

Der „Wild-Cards-Virus“ teilt seine Karten aus. Viele sterben. Manche erwischen einen Joker und erleiden unschöne Veränderungen oder gar Missbildungen. Einige bekommen aber auch ein Ass zugeteilt und haben damit eine ganz besondere Superkraft.

Inzwischen haben sich einige Asse aus der „American Hero“-Fernsehshow zusammengeschlossen und versuchen, als „Das Komitee“ unter UNO-Kommando gegen Kriege und Not in der Welt zu kämpfen. Doch auch unter den Assen gibt es Verrückte und Machtgierige und ihre edlen Motive und ihre Superkräfte garantieren nicht den Erfolg ihrer Aktionen. Eine radikale Erhöhung der Ölpreise führt zu weltweitem Chaos. Und dann explodiert auch noch eine Atombombe in Texas.

So fand ich’s:

Das ist nach Wild Cards: Das Spiel der Spiele der zweite Band der „Wild Cards“-Reihe.

Obwohl auf dem Cover groß der Name George R. R. Martin prangt, hat er selbst nur einigen wenigen der Figuren Leben eingehaucht. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Autoren, die abwechselnd die Geschichte der Wild Card Asse erzählen. Wie im ersten Band auch schon, fand ich den Erzählerwechsel überhaupt nicht störend. Die Geschichte läuft nahtlos weiter und da ein anderer Autor auch immer die Perspektive eines anderen Asses bedeutet, grenzen die unterschiedlichen Erzählstile auch die einzelnen Protagonisten von einander ab.

Leider ist es schon fast ein Jahr her, dass ich „Das Spiel der Spiele“ gelesen habe. Es wäre sicher von Vorteil gewesen, wenn zwischen dem ersten und diesem Band nicht so viel Zeit vergangen wäre. Man wird ohne große Erklärungen in die Handlung hineingeworfen und ist gezwungen, in der eigenen Erinnerung zu kramen, wer denn nun wie mit wem und warum und vor allen Dingen, wer wer ist. Denn neben einem bürgerlichen Namen haben alle auch noch Joker-Namen, die ihre Fähigkeiten wiederspiegeln. Und Lilith / Bahir / Noel hat sogar insgesamt drei davon. Dann gibt es noch ein paar Spitznamen und die Personen werden auch mal nach ihrer Spezial-Fähigkeit oder mit ihren Initialen bezeichnet. Das empfand ich sehr unübersichtlich und habe irgendwann gar nicht mehr versucht, die Vielzahl von Handelnden zu entwirren und zu sortieren, sondern habe mich einfach durch die Handlung tragen lassen, bis ich mich wieder orientiert hatte. Einige Handelnde haben einen größeren Part, sind individuell ausgearbeitete Charaktere, die man schon länger begleitet und mit ihnen hatte ich dann wieder gar keine Probleme.

Ich bin eigentlich kein Freund von Personenregistern, aber hier hätte ich mich doch über eine Liste der Asse mit ihren Fähigkeiten, bürgerlichen Namen und ein paar Stichworten mit den wichtigsten Informationen gefreut. Auch eine Übersicht der verschiedenen Organisationen, deren Ass-Mitglieder und einer Einordnung in die politische Szene hätte ich sicher regelmäßig konsultiert.

Auch wenn ich zeitweise etwas ratlos war, gefällt mir die Grundidee von Menschen mit Virus-Mutationen unterschiedlichster Art immer noch sehr gut. Es werden nicht alle zu Übermenschen, sondern bekommen willkürlich eine besondere Fähigkeit, die ihnen oft genug Vorteile einbringt, die ihnen aber manchmal auch gar nichts nutzt. Im Fall von Drake und Niobe sind diese Fähigkeiten sogar unerwünscht und eine Belastung für sie. Und vor menschlichen Schwächen, Streit, Rachsucht und Machtgier sind auch sie natürlich nicht gefeit.

Es gibt viel Action- und Kampfszenen, die für Spannung sorgen, aber auch die emotionale Seite kommt nicht zu kurz. Der Roman ist vielschichtig und hat auch eine politische Komponente.

Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass man mit weniger handelnden Personen ausgekommen wäre, um die tolle Idee nicht mit zu vielen Varianten zu überfrachten. An den ersten Band „Das Spiel der Spiele“ kommt die Fortsetzung für meinen Geschmack aus diesem Grund nicht heran. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und die Neugier wach gehalten darauf, wie es mit den Assen und ihrem Kampf für das Gute weitergeht.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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