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Blaue Augen: Der Fall der Agenten der Autarkie von Wolkenleopard – Souvagne-Zyklus #1

Darum geht's:

Im Großherzogtum Souvagne sind die Agenten der Autarkie und die Kampfmagier der Himmelsaugen für die Sicherheit der Krone verantwortlich. Beide Orden gehen unterschiedlich vor und obwohl sie das gleiche Ziel verfolgen, arbeiten sie nicht zusammen. Der Agent Berzan Bovier findet heraus, dass die Frau des Großherzogs unbekannten Besuch empfängt und macht sich Sorgen. Auch sein Privatleben ist nicht glücklich, denn sein bester Freund Mercer hat geheiratet und Berzan bleibt in seiner Freizeit allein. Erst als der Lehrling Eloy auftaucht, ändert sich einiges.

So fand ich's:

Die Rivalität zwischen den Agenten und den Himmelsaugen bildet eine interessante Basis für diese Geschichte. Berzan erzählt uns aus seiner Sicht und damit aus der Sicht der Agenten der Autarkie, wie er den Großherzog schützen will und sein Wohlergehen überwacht. Die Rivalität zu den Himmelsaugen gefällt Berzan nicht, er möchte lieber, dass die beiden Orden sich ergänzen und zusammenarbeiten, doch damit steht er ziemlich alleine.

Der neue Lehrling Eloy scheint ungeeignet zu sein und Berzan geht davon aus, dass er nur durch Bestechung einen Posten erhalten hat. Irgendwann muss er selbst sich widerwillig um den Neuen kümmern, was auch beinhaltet, dass Eloy bei Berzan und seiner Frau wohnt. Es dauert nicht lange, und sie landen zu dritt im Bett. Diese Begegnungen werden kühl und mit wenig Emotionen erzählt.

In diesem Buch ist ein Zeitraum von 18 Jahren über 184 Seiten verteilt und das merkt man leider auch. Das Erzähltempo wechselt abrupt von detailverliebt und gemächlich in eine Kaskade von Zeitsprüngen. Wenn sich eine Situation zuspitzt und eine Entscheidung ansteht - wird erst einmal 6 Monate später mit einem ruhigen Spaziergang weitergemacht. Wichtige Informationen werden nur kurz erwähnt oder man muss sie sich später zusammenreimen. Manches, was ich gerne gewusst hätte, wird ganz offen gelassen. Mindestens ein Nebenhandlungsstrang versandet sang- und klanglos. Es wird vieles nur erzählt und man kann es nicht miterleben und erst recht nicht mitfühlen. Es werden Fakten geliefert, doch bei Motiven und Gefühlen bleibt die Erzählung viel zu sehr an der Oberfläche. Berzans Frau beispielsweise ist dadurch blass und schablonenhaft geblieben. Es wird mit keinem Wort erwähnt, wie sie reagiert und wie es ihr geht, als eines ihrer Kinder verschwindet und auch wenn sie keine der Hauptpersonen ist, hat sie doch mit Berzan und Eloy maßgeblich zu tun.

Am Ende bin ich etwas ratlos zurückgeblieben. Eine der Nebenfiguren, der Kampfmagier Jules de Mireault, spielt in "Der Wilde und der Chevalier" eine der Hauptrollen und schon bei dieser Geschichte hatte ich so meine Probleme. Dort half der Humor, sie mir doch noch etwas näherzubringen. Dagegen ist "Blaue Augen" eher düster und zumindest für mich zu undurchschaubar, als dass dieses Buch mir Spaß gemacht hätte. Auch wenn mir einige Aspekte an der Geschichte (zum Beispiel, wie das Zusammenleben und gleichgeschlechtliche Beziehungen behandelt werden) und die Welt, in der die Handlung spielt, gut gefallen haben, konnte das Gesamtpaket nicht überzeugen.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Blaue Augen

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Titel: Blaue Augen: Der Fall der Agenten der Autarkie
Autor/in: Wolkenleopard
ISBN / ASIN:
B082BDD9QQ
Sprache:
Deutsch
Genre: Gay Fantasy
Serie: Souvagne-Zyklus #1
Verlag:
Schattenfeder / Selfpublisher
Erscheinungsjahr:
2019
Medium:
eBook
Seitenzahl: 184
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Homepage des Autors

 

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Hi Gabi!
Ich hatte mich eigentlich über das neue Buch von Wolkenleopard total gefreut, aber schon die Leseprobe konnte mich nicht fesseln.
Nachdem ich deine Rezi gelesen habe, weiß ich, dass ich die Story wohl nicht auf meinen Reader landen wird. Die Zeitsprünge haben mich in “Der Wilde und der Chevalier” auch schon gestört und es hört sich an, als wäre das hier noch extremer.
GLG Ulla