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Der vierte Mond von Kathleen Weise

Darum geht's:

Die Crew der Mission zum Jupitermond Kallisto ist an einem unerklärbaren Fieber erkrankt. Es gibt Tote, das Raumschiff, das sie wieder zurück zur Erde bringen soll, stürzt ab.

Was auf Kallisto passiert, hat auch Auswirkungen auf die Erde. Die Verantwortlichen für die Mission liefern sich Machtkämpfe, ehemalige Spaceworker, Kollegen der Leute auf Kallisto, beobachten und ziehen ihre eigenen Schlüsse und drei reiche Geschäftsleute sterben plötzlich.

So fand ich's:

Ich hatte aufgrund des Covers, des Klappentextes bzw. der Inhaltsangabe und des Titels, bestimmte Erwartungen an das Buch, die sich so nicht erfüllt haben. Es dauerte eine Weile, in der ich erst einmal irritiert weiter gelesen habe, bis ich mich von diesen Erwartungen gelöst und mich auf das Buch, wie es nun einmal war, eingelassen hatte.

Wir gehen knapp hundert Jahre in die Zukunft. Erwartet habe ich ein Abenteuer im Weltraum, Action und Spannung und Dramen, die sich weit weg von zuhause abspielen. Bekommen habe ich ein Buch, das zum größten Teil auf der Erde der Zukunft spielte. Es pendelte hin und her zwischen dem Geschäftsführer der Firma Space Rocks, die die Jupitermissionen beauftragt, und ehemaligen Spaceworkern, die einige Trips in den Weltraum hinter sich haben und ein ganz eigener Menschenschlag sind.

Den Spaceworkern geht es auf der Erde nicht gut, denn die lange Zeit, die sie im Weltraum verbracht haben, hat ihren Körpern geschadet. Ihre medizinische Versorgung ist nicht gut. Viele von ihnen sind abhängig von Tabletten oder Drogen. Und doch folgen sie einem Ehrenkodex, der sie zu einer verschworenen Gemeinschaft macht. Ihr Leben wirkt traurig und düster, am Rand der Gesellschaft und mit einem Bein im Knast. Man muss schon aus ganz besonderem Holz geschnitzt sein, um im Weltraum zu arbeiten und auch die Zeit nach ihrem aktiven Dienst durchzustehen.

Romain Clavier steht an der Spitze der Firma Space Rocks. Die Geschehnisse auf Kallisto bringen seine Stellung ins Wanken und er muss sich gegen Angriffe auf seinen Posten wehren, während er versucht, bezüglich der gefährdeten Mission die richtige Entscheidung zu treffen.

Der Erzählstil ist nachdenklich, atmosphärisch und dicht und ich habe dazu geneigt, das Buch langsamer zu lesen, als ich das üblicherweise tue. Ich hatte mehr Action erwartet und weniger sozialkritische und wirtschafts-politische Aspekte. Es gab nicht den einen Protagonisten, sondern es kamen einige Menschen zu Wort, zu denen ich eine gewisse emotionale Distanz nicht überwinden konnte. Verbrechen, Träume und gescheiterte Existenzen gab es reichlich. Technische oder wissenschaftliche Erklärungen bekamen wir nicht, das spielte keine wirkliche Rolle in dem Buch und ich persönlich habe das auch nicht vermisst. Die Geschichte war manchmal träge, erzählerisch und auf eine leise Weise packend.

Gestört hat mich, dass wichtige Handlungsstränge nebeneinander her liefen und die Verbindung zwischen ihnen für die Romanfiguren im Dunkeln blieb. Dadurch entstand das Gefühl, dass lose Fäden zurückblieben.

Ich kann nur empfehlen, ohne Erwartungen an das Buch heranzugehen und sich darauf einzulassen, ein ganz eigenes Leseerlebnis zu bekommen. Mich hat die Zukunftswelt gepackt und ich fühlte mich gut unterhalten, wenn auch auf ganz andere Weise als ich erwartet hatte.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Nenaties Bücherwelt

 


Herzlichen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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Titel: Der vierte Mond
Autor/in: Kathleen Weise
ISBN / ASIN: 978-3-453-32082-6
Sprache:
Deutsch
Genre: Science Fiction
Verlag:
Heyne
Erscheinungsjahr:
2021
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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