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Die Hüterin der verlorenen Dinge von Nicole C. Vosseler

Darum geht's:

Ivy, eine junge New Yorkerin, konnte es nie verwinden, dass ihre Mutter als sie selber zehn Jahre alt war von einem Moment auf den anderen einfach so verschwand. In ihrer Ratlosigkeit und Trauer entwickelte das Mädchen ein außergewöhnliches Hobby: Sie sammelt Dinge, die andere Menschen auf den Straßen verloren haben, ein und erfindet ihre eigenen Geschichten zu diesen Dingen. Sie beginnt auch über die gefundenen Gegenstände zu recherchieren und entwickelt ihre Methoden so weit, dass aus dem eigentümlichen Zeitvertreib sogar ihr Beruf wird. Als ihr Vater wieder heiraten und daher die Mutter für tot erklären lassen möchte, gerät das Gemütskonstrukt, dass sich Ivy aufgebaut hatte ins Wanken und sie macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter und somit auch auf die Suche nach sich selbst.

So fand ich's:

Nicole C. Vosseler gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und ich genieße es immer sehr, in ihren farbenprächtigen Romanen mit den blumigen Beschreibungen zu versinken und alles um mich herum zu vergessen. Doch mit diesem Buch zeigt sie uns eine ganz andere Facette von ihrem Erzähltalent.

Yvis Geschichte ist so ganz anders erzählt: leise und zurückhaltend. Die Stimmung ist sehr melancholisch, was meiner Meinung nach gut zur Situation, sprich zur Protagonistin passt. Yvi ist eine in sich gekehrte junge Frau, die – als ihre Mutter ohne Vorwarnung verschwand – ihren Halt und damit sich selbst verloren hatte. Ich kann es mir kaum vorstellen, wie es ist, als Kind plötzlich ohne Mutter da zu sein. Vor allem die Ungewissheit macht dem Mädchen sehr zu schaffen und lässt sie in ihre eigene kleine Welt der verlorenen Dinge flüchten.

Das Buch ist eine Reise, Yvis Reise auf der Suche nach der Mutter – auf der Suche nach Halt – auf der Suche nach sich selbst. Es war für mich ein schwieriges Buch zu lesen, denn die bedrückende Stimmung hat mir als Leser auch einiges abverlangt. Und dennoch schwang so viel Poesie zwischen den Zeilen, dass ich immer unbedingt weiterlesen musste.

Es ist ein Buch mit leisen und dennoch sehr intensiven Tönen, die auch nach dem Umblättern der letzten Seite noch lange nachhallen. Und auch wenn es für mich kein typischer „Vosseler“ ist, hat die Autorin mich erreicht und ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Barbaras Paradies

 


Herzlichen Dank an Netgalley für das Rezensionsexemplar

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Titel: Die Hüterin der verlorenen Dinge
Autor/in: Nicole C. Vosseler
ISBN / ASIN:
B07PPTR74S
Sprache:
Deutsch
Genre: Belletristik
Verlag:
Harper Collins
Erscheinungsjahr:
2019
Medium:
eBook
Seitenzahl: 512
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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5 Monate her

Hallo Ayasha,

ich kenne von der Autorin bisher nur “Der englische Botaniker”, aber damit hat sie mich so überrascht, dass ich unbedingt mehr von ihr lesen möchte.

Dieses Buch hört sich auch sehr interessant an. Es erinnert mich ein bisschen an “Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge” von Ruth Hogan.

Was du erzählst, hört sich jedenfalls ganz toll an und ich setze das Buch ganz oben auf meine Wunschliste :)

Liebe Grüße
Julia

Ayasha
5 Monate her
Reply to  j125

Hallo Julia,
Ich habe “Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge” noch nicht gelesen. Ich kann daher keinen Vergleich ziehen. Aber eines kann ich bestätigen: Nicole C. Vosseler ist eine meiner Lieblingsautorinnen. :-) “Die Hüterin der verlorenen Dinge” ist kein typischer Vosseler – aber ihre wunderbare Sprache ist auch hier unverkennbar.
Ich mag alle ihre Bücher – aber am allerliebsten habe ich “Jenseits des Nils” und dann vor allem “In dieser ganz besonderen Nacht” gelesen.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie dir die “Hüterin der verlorenen Dinge” gefällt und wünsche schon Mal viel Freude damit.
Herzliche Grüße
Ayasha