Die letzte Party von Clare Mackintosh – Ffion Morgan #1

Darum geht’s:

Die Bewohner der Luxus-Ferienhäuser “The Shore” feiern ausgelassen Silvester und die Bewohner des kleinen Ortes nebenan sind auch eingeladen. Als am nächsten Morgen die Leiche eines der Verantwortlichen für The Shore gefunden wird, muss die Polizei sich mit einer Reihe Verdächtiger herumschlagen. Und dass Polizistin Ffion Morgan im Kreis der Dorfbewohner aufgewachsen ist und immer noch dort lebt, macht es eher komplizierter als leichter.

So fand ich’s:

Ein Ufer des malerischen Sees Llyn Drych gehört zu England, das andere zu Wales. Zwischen dem walisischen Dorf Cwm Coed und den von Engländern bewohnten Luxus-Lodges am anderen Ufer scheint eher unterkühlte Stimmung zu herrschen. Und doch sind beide Gruppen gleichermaßen verdächtig, Rhys Lloyd ermordet zu haben. Der prominente Sänger ist im walisischen Dorf aufgewachsen und hat die Ferienanlage auf der englischen Seite aus dem Boden gestampft.

Da ist es nur logisch, dass der englische Polizist Leo Brady und die ortsansässige walisische Polizistin Ffion Morgan zusammen ermitteln. Zwischen ihnen gibt es einen etwas holprigen Start, denn ihre tatsächlich erste Begegnung ist ein One Night Stand an Silvester, nach dem sie bei den Ermittlungen am nächsten Tag unter ganz anderen Umständen wieder zusammentreffen. Erfreulicherweise wird das nicht zu einem verkrampften Dauerthema, sondern die beiden harmonieren gut, die Wellenlänge zwischen ihnen stimmt. Und doch merkt Leo deutlich, dass auch Ffion einiges zu verbergen hat.

Einen Großteil der Erzählung macht die Interaktion zwischen den Bewohnern von The Shore und Cwm Coed und innerhalb der beiden Gruppen aus. Man lernt haufenweise Leute kennen, die ich bis zum Ende hin auch immer noch mal verwechselte, weil es wirklich viele sind. Zudem werden immer mehr Verflechtungen aufgedeckt, die in der Vergangenheit wichtig waren oder aktuell existieren. Und je mehr man erfährt, desto mehr Menschen haben ein Motiv, Rhys um die Ecke zu bringen.

Die Reibereien zwischen Engländern und Walisern sind regelmäßig präsent, genauso wie die schöne Landschaft und walisische Worte und Namen, was eine ganz spezielle Atmosphäre schafft.

Ein Aspekt sind die Ermittlungen Leos und Ffions, doch eher noch wichtiger sind die zeitlichen Rückblicke, die Affären, Feindschaften, Betrug und noch viele andere Dinge aufdecken. Diese nicht ganz alltägliche Art des Erzählens hat mir gut gefallen, auch wenn es gerne auch drei oder fünf Handlungsstränge weniger hätten sein können. So werden es immer mehr Verdächtige statt dass sie nach und nach wegfallen und ich war bis zum Schluss ahnungslos, auch weil uns die Informationen in kleinen Häppchen über längere Zeit verabreicht werden. In diesem Fall wäre weniger tatsächlich mehr gewesen, was die Absichten und Motive angeht und was die Anzahl der Mitwirkenden betrifft. Leider hat das das Tempo auch etwas ausgebremst und den Focus auf das Zwischenmenschliche konzentriert.

Am Ende passt die Auflösung zur Art des Buches und trotz der etwas überwältigenden Dichte und Summe hat mich “Die letzte Party” auf eine etwas ruhigere Art gut unterhalten.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Die letzte Party

Herzlichen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar

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Titel: Die letzte Party
Original-Titel: The Last Party
Autor/in: Clare Mackintosh
Übersetzer/in: Sabine Schilasky
ISBN / ASIN:
‎ B0B99J2RPS
Serie: Ffion Morgan #1
Sprache:
Deutsch
Genre: Krimi
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr:
2022
Medium:
eBook
Seitenzahl: 497
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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