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Fels von Anyta Sunday

Darum geht’s:

Coopers Welt bricht auseinander, als sein Vater plötzlich auszieht. Und ausgerechnet zu einer Frau, mit der er schon seit Jahren eine heimliche Beziehung hat, die seine Jugendliebe war – und deren Sohn Jace “Papa” zu ihm sagt? Cooper beschließt, diese Leute zu hassen, doch Jace schleicht sich Stück für Stück in sein Herz. Als Freund, als neuer Bruder und dann noch viel mehr.

So fand ich’s:

Ich habe mit Cooper gefühlt, der als Teenager plötzlich seinen Vater mit einer neuen Familie teilen muss. Und auch wenn er es nicht deutlich in Worte fassen kann, merkt man seine Faszination für Jace. Aber Cooper und Jace sind nicht einfach zwei Jungs, die sich kennenlernen und im Laufe der Zeit eine ganz besondere Beziehung zu einander entwickeln. Sie sind so etwas wie Stiefbrüder. Oder Brüder?

Cooper und Jace sind sich nicht sicher, ob Papa nicht tatsächlich auch Jaces Vater ist und Jace und Cooper damit wirklich Brüder. Wollen sie das tatsächlich wissen? Würde das was ändern? Dieses Dilemma behandeln sie wie typische Männer: sie decken es zu und versuchen, es wegzuschieben. Sie versuchen, den anderen wegzuschieben. Doch auch als Leser spürt man sehr deutlich das Band, das sich zwischen den beiden geknüpft hat. Und auch für den Leser ist es schmerzhaft, wenn die beiden Jungs versuchen, sich möglichst weit von einander zu entfernen, das Band sich strafft und es anfängt, den Flüchtenden zum anderen zurückzuziehen.

Auf der Ebene der Vernunft möchte man ihnen zurufen, klärt die Sache, findet die Fakten heraus und werdet Euch darüber klar, was das bedeutet. Doch auf der emotionalen Ebene empfindet man klar, dass das zwei junge Menschen sind, fast noch Kinder am Anfang der Geschichte, die sich über weit mehr als 10 Jahre erstreckt, und dass sie zu unsicher sind, dass sie lieber weglaufen, als sich mit ihren verworrenen Gefühlen auseinanderzusetzen – und man leidet genauso wie sie.

Anyta Sunday schafft es, einem die Gefühle Coopers, der aus seiner Sicht diese Geschichte erzählt, mitten in die Seele zu pflanzen und einen mitleiden zu lassen. Eine rationale Lösung gibt es für die beiden nicht, denn ihre Welt ist gefüllt mir undurchschaubaren, überwältigenden und vor allem unaussprechlichen Gefühlen. Man wird als Leser gepackt und mit den beiden durch diese emotionale Achterbahn geschickt und das schüttelt einen auch selbst ganz ordentlich durch.

Die alte und die neue Familie von Cooper sind nicht nur Beiwerk, sondern auch ihre Lebensgeschichten haben Tiefe und Kraft und gehören untrennbar zu Cooper und Jace, genauso wie die Steine, an die Cooper seine Erinnerungen und Gefühle hängt. “Fels” hat mich auf der Gefühlsebene angesprochen und mitgenommen in Coopers Welt, hat mich die Realität für eine Zeit lang vergessen lassen – und sie wirkt auch jetzt noch nach.

Mehr dazu:

Auch auf dem Blog Buchfresserchen wurde diese Geschichte besprochen.

Anyta Sunday hat auch eine Homepage auf deutsch mit einer Übersicht über all ihre deutschen Übersetzungen und wer sich zu ihrem Newsletter anmeldet, kann dort sogar die Geschichte “500 Küsse” umsonst dazu bekommen.


[Werbung] Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Homepage der Autorin

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Die Rezension vom Buchfresserchen hab ich auch schon gelesen und danach ist das Buch direkt auf meiner Merkliste gelandet. Damit scheine ich eindeutig die richtige Entscheidung getroffen zu haben und hoffe jetzt, dass ich es auch bald lesen werde. Sehr überzeugende Rezension!