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Buchiges

Montagsfrage: Inspirieren dich beim Lesen die Handlungen mancher Figuren für dein eigenes Leben oder trennst du Fiktion strikt davon, weil es nicht real ist?

Nach einer kleinen Urlaubspause für Svenja geht es heute weiter mit einer sehr interessanten Montagsfrage auf dem Blog Buchfresserchen.

Ich kann und will meinen Lesestoff und das reale Leben gar nicht trennen. Das heißt (bis jetzt) nicht, dass ich mich von Serienmördern, die in meinem Lesestoff regelmäßig vorkommen, zu grausamen Morden inspirieren lasse. Sondern es sind eher Dinge, die meinen Horizont erweitern, an denen mein Interesse erst durch das Buch gewachsen ist, die ich mir zum Vorbild nehmen möchte.

Manchmal betreibt ein Romanheld ein Hobby, das ich selbst mal hatte, das ich aber aus den Augen verloren habe. Oder eines, das so präsent und interessant in die Handlung eingeflochten ist, dass ich es selbst mal probiere bzw. wieder aufgreife.

Ganz groß ist z. B. Dan Brown mit seiner Robert Langdon Reihe darin, mir Städte für Urlaubsreisen schmackhaft zu machen. Und Viveca Sten preist mir regelmäßig die Schärengärten als Urlaubsziel an.

Wenn im Roman z. B. Themen vorkommen wie Umweltschutz, Tierschutz, gesunde Ernährung, das Schicksal einer Minderheit oder meinetwegen ganz aktuell die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer, die zurzeit festgesetzt sind und die Schiffbrüchige nicht retten können, dann fällt mir auf, dass ich zu wenig darüber weiß. Ich informiere mich und bei manchen Dingen ist tatsächlich eine Änderung in meinem Leben dabei herausgekommen. Nicht immer die großen Dinge, aber in Kleinigkeiten hat sich das Thema eines Buches, wenn es mir gut nahegebracht wurde, schon in meinem Leben niedergeschlagen.

Dabei muss ich ein Genre besonders herausheben, nämlich Gay Romance. Sicher sind da auch leichte und unkomplizierte Liebesgeschichten dabei, die manchmal nicht über das Niveau eines Groschenromans hinausgehen und die ich auch zwischendurch gerne lese. Oft wird aber auch sehr intensiv und nachvollziehbar über Randgruppen erzählt, für die durch diese Bücher mein Verständnis gewachsen ist. Z. B. sehe ich manche Dinge anders, seit ich Bücher aus der Sicht von transsexuellen Menschen gelesen habe (Bücher zu diesem Thema gibt’s natürlich auch außerhalb der Gay Romance, aber das war eben mein persönlicher Zugang dazu).

Ich empfinde es als Bereicherung, wenn einen ein Roman nicht nur gut unterhält, sondern nebenbei über Themen informiert, die im richtigen Leben dann auch hängen bleiben und den eigenen Horizont damit ein bisschen erweitert.

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Hallo Gabi,
ja, ich wäre vielleicht nie nach Portugal gereist, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Das Land hatte ich nie auf dem Schirm, um dort Urlaub zu machen. Jetzt freue ich mich schon auf die zwei Wochen. :-)
Ich nutze Bücher gerne als Urlaubs-Inspiration.
Ein Hobby von einem Buchcharakter habe ich bis jetzt noch nicht ausprobiert, aber nur, weil das meistens so “waghalsige” Aktionen, wie Farmschirmspringen, Bungeejumping usw. waren. Das traue ich mir einfach nicht zu. :-)
Liebe Grüße
Tinette

Hallo Gabi,
ja, das kenne ich auch, dass man sich Eindrücke über Land und Leute verschafft. Ohne die “Edinburgh”-Reihe von Samantha Young, wäre ich wohl nie nach Schottland geflogen und hätte Edinburghs Straßen und Plätze anhand ihrer Geschichten erkundet. Zudem liebe ich es Rezepte/Gerichte nachzukochen, die in Büchern erwähnt werden. Und ich bin neugierig. Wenn mich etwas interessiert, dann google ich das (Tobias Jägers Kanada-Reihe z.B. lief dual *g*) oder Mathilda Grace’ Ostküstenreihe / Darius von Benins “Boston, here I come” sind Geschichten aus einer Gegend, in der ich schon war, wenn dann etwas neues kommt, das ich nicht kenne, wird nachgelesen :-).
Mein Meisterstück habe ich glaube ich geliefert, als ich in einem Buch über eine Strickanleitung für ein Tuch gestolpert bin und dann das Tuch nachgestrickt habe. Das Buch erzählt mehr oder weniger die Geschichte des Tuches. Getragen habe ich es nie, aber ich habe es immer noch und bin stolz wie Oskar darauf.
Also ich finde, man kann sich durchaus durch Bücher inspirieren lassen und ja, du hast recht, lesen erweitert den Horizont und lässt einem manchmal auch die Sichtweise auf etwas ändern.
LG Elke