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Todestreue von Peter Gallert und Jörg Reiter – Martin Bauer #3

Darum geht's:

Polizeipfarrer Martin Bauer ist in Elternzeit und genießt es, sich ausschließlich um seine Tochter Marie zu kümmern. Als seine Frau ihn bittet, mit Leon, dem kriminellen Freund einer ihrer Schützlinge zu reden, tut Bauer das trotzdem gerne. Und schon ist es mit seiner ruhigen Familienzeit vorbei, denn Leon gehört einer gesetzlosen Rockergang an und ist unter Mordverdacht geraten. Bauers Instinkt sagt ihm aber, dass Leon kein Mörder ist.

So fand ich's:

Ein Polizeiseelsorger als Ermittler - das ist ungewöhnlich und bringt die Chance darauf, zusätzliche Aspekte aufzugreifen. Denn Martin Bauer interessiert sich nicht für die Einhaltung der Gesetze oder korrekte Strafverfolgung. Er sieht auf die Menschen, ihre Nöte, ihr Seelenheil und versucht, sich für die Unschuldigen stark zu machen. Er bekommt einerseits besseren Zugang zu den Menschen, da sie von ihm keine Verhaftung befürchten müssen und ihm eher ihr Herz ausschütten. Aber andererseits fehlen ihm auch die Instrumente der Spurensicherung, die Möglichkeit eines Verhörs oder das offizielle Auftreten als Polizist, wodurch er eben mit anderen Mitteln daran gehen muss, die Menschen zu verstehen und die Wahrheit herauszubekommen. Das gefällt mir bei allen Bänden dieser Reihe und auch in diesem dritten Fall für Martin Bauer war diese Aspekt wieder gut ausgearbeitet.

Mit der leitenden Ermittlerin Verena Dohr arbeitet Bauer freundschaftlich gut zusammen und sie tauschen sich aus - was Verena immer wieder in Schwierigkeiten bringt, denn ihr wird regelmäßig vorgeworfen, Bauers Alleingänge und Grenzüberschreitungen zu decken und zu unterstützen. Nicht nur Martin Bauer, auch Verena Dohr dürfen aus ihrer Sicht erzählen und auch dass sie ganz unterschiedliche Ansätze haben, aber oft zum selben Ergebnis kommen und sich gut ergänzen, finde ich an dieser Reihe sehr reizvoll.

In "Todestreue" geht es um Leon, einen jungen Mann, der auf die schiefe Bahn geraten ist, und dessen türkischstämmige Freundin Yildiz. Bauer möchte dem jungen Paar helfen, doch Leon misstraut ihm, setzt auf Alleingänge und reitet sich immer tiefer in den Sumpf aus Outlaw-Rockern und Verbrechen. Leon macht sich verdächtig, aber statt aufzuklären, was er zu sagen hat, flieht er. Die Polizei, Martin Bauer und der eine oder andere mordlustige Kriminelle sind hinter ihm her und man verfolgt atemlos, wie er versucht, sich wieder herauszuwinden. So bekommt man einen spannenden Krimi, aber auch Martin Bauers Blick auf den menschlichen Aspekt. Man bekommt keine tausend Bibelstellen und blinden Glauben um die Ohren geschlagen, sondern mit Martin Bauer eher eine Mischung aus Pater Brown und Don Camillo, der seinen Glauben ganz handfest und bodenständig lebt.

Ich mag diese Reihe mit dem großherzigen Pfarrer, den greifbaren, lebensnahen Figuren und den Fällen wie aus dem echten Leben sehr. Ich hoffe, dass es mit Martin Bauer noch weiter geht und wir noch weitere Bände dieser Reihe zu lesen bekommen.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Glaube Liebe Tod
Tiefer denn die Hölle
Todestreue

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Titel: Todestreue
Autor/in: Peter Gallert, Jörg Reiter
ISBN / ASIN: 9783548060385
Sprache:
Deutsch
Genre: Kriminalroman
Serie:
Martin Bauer #3
Verlag:
Ullstein
Erscheinungsjahr:
2020
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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