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Zweiland von Sandra Busch

Darum geht's:

Lyle betrachtet es schon als Glücksfall, dass er den Job als Kofferboy im Luxushotel ergattern konnte. Dass der Milliardär Deacon Snyder spontan einen Narren an ihm gefressen hat und ihn als seinen persönlichen Assistenten haben möchte, muss er erst einmal begreifen – und schon sitzt er im Flugzeug auf dem Weg in den Luxusurlaub. Doch die paradiesischen Zustände halten nicht lange an, denn Deacons Tante hat es auf sein Vermögen abgesehen und schmiedet mörderische Pläne, die auch Lyle mit einschließen.

So fand ich's:

Lyle ist ein netter Kerl, der sich vom Reichtum Deacons nicht beeindrucken lässt. Und die ungezwungene, ehrliche Art Lyles und seine Begeisterung für alles gefällt auch Deacon viel besser als das übliche Buckeln und Schleimen, das ihm sonst entgegen gebracht wird. Die beiden etwa gleichaltrigen jungen Männer sind sich sofort sympathisch, auch wenn ihr unterschiedlicher Hintergrund und die Tatsache, dass Lyle Deacons Angestellter ist, eine gewisse Distanz zwischen ihnen bleiben lässt.

Das ändert sich, als die zwei auf einer einsamen Insel landen und sich mit wenigen Hilfsmitteln durchschlagen müssen. Einfallsreichtum und Mut sind gefragt und beide kommen an ihre persönlichen Grenzen. Es bleibt auch nicht immer ungefährlich. Sie haben so einige Abenteuer zu bestehen, die auch für die Leser abwechslungsreich und spannend sind. Man bekommt ein recht klares Bild von der Insel und seinen tierischen Bewohnern und kann sich das Leben von Lyle und Deacon gut vorstellen.

Was mich ein bisschen störte, war der inflationäre Gebrauch von „sein Gefährte“, das mir eindeutig zu oft vorkam und womit nicht etwa sein Partner / Geliebter, sondern lediglich sein Begleiter gemeint war.

Die Ausgangssituation war eine Mischung aus den beiden Klischee-Konstellationen „Aschenputtel und der Milliardär“ und „Robinson und Freitag“, doch die Umsetzung fand ich gelungen und frisch.

Auf der Insel kommen sie sich auch näher und werden ein Paar. Dass beide ihren Status nie besprechen und ihre Gefühle füreinander so konsequent für sich behalten, hat sich für mich nicht ganz passend angefühlt. Schließlich sind sie nicht auf den Mund gefallen und eigentlich war es auch sehr offensichtlich, wie gern sie den anderen haben, sich um ihn sorgen und wie gut sie in jeder Beziehung harmonieren. Da mussten sie sich für meinen Geschmack schon sehr anstrengend, um sich einzureden, dass sie dem anderen im Grunde doch egal sind. Diese Komplikation hätte es für mich nicht gebraucht, denn diese schöne Abenteuergeschichte um zwei liebenswerte Männer im einsamen Inselparadies wäre auch ohne diesen Dreh schön zu lesen, kurzweilig und mit einer süßen Liebesgeschichte garniert - einfach gute Unterhaltung.

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Titel: Zweiland
Autor: Sandra Busch
Sprache: deutsch
Genre: Gay Romance
Serie: nein
Verlag: Sead Soft
Erscheinungsjahr: 2014
Medium: eBook
Seitenzahl: 214
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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4 Comment authors
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Ich glaube, das darf dann doch noch ein bisschen im SuB bleiben.
Es klingt gut, aber es gibt noch andere Bücher, die dringender gelesen werden möchten. Es kommen sicherlich wieder Tage, wo ich mich einfach nur berieseln lassen möchte, dann wird es dran kommen, denke ich :-).
LG Elke

Hallo Gabi,

das Buch steht schon ewig auf meiner Wunschliste und wenn ich mir so den Klappentext durchlese, weiß ich auch wieder genau warum.

Wenn ich deine Rezension so lese, überlege ich allerdings es doch runterzuschmeißen, obwohl ich das Inselthema spannend finde. Es klingt ja nicht schlecht, aber ich habe das Gefühl, dass ich die gleichen Kritikpunke haben könnte wie du. Und für ein “nur” ganz nettes Buch ist meine Wunschliste dann doch zu lang.

Liebe Grüße :)
Julia

Schön das es trotz deiner Kritik an kleinen Dingen dennoch gefiel. Ich finde auch das man Lesegenuss oder gute Unterhaltung trotz kleinerer “Schwierigkeiten” haben kann – wobei es mich in diesem Falle vom Plot nicht anspricht. Ich will aber auch endlich mal ein Buch aus dem Genre lesen, eben weil es so gut wie gar nicht vertreten ist – zu mindestens kenne ich kaum Blogs die dahingehend Besprechungen veröffentlichen.

Hab einen feinen Abend!