Buchiges

Achilles and the Houseboy von Gillibran Brown (englisch) – Memoirs of a Houseboy #3

11254654Darum geht’s:

Gillibran hat nicht nur eine Achillesferse, sondern gleich zwei: Sein Temperament und seine Eifersucht. Wenn man die beiden kombiniert, dann entsteht ein explosives Gemisch. Dick und Shane wollen heiraten bzw. eine eingetragene Partnerschaft miteinander eingehen. Sie begründen das damit, dass es im Falle des plötzlichen Todes von einem der beiden Hauptverdiener – also Shane oder Dick – so für alle drei sicherer und leichter wäre und nur einen bürokratischen Akt ohne Bedeutung für ihre Dreier-Beziehung darstellt. Doch Gilli sieht darin den Beweis, dass er kein gleichberechtigter Teil der Partnerschaft ist, sondern besonders von Shane nur geduldet wird. Rasend vor Eifersucht geht sein Temperament mit ihm durch.

So fand ich’s:

Gillibran hat sicher seine Schwächen und ist viel zu oft spontan, denkt zu wenig über die Konsequenzen seines Handelns nach und schmollt zu oft anstatt mit seinen Männern zu reden. Doch besonders Shanes Methode, Gilli mit Beschränkungen und Strafen dort hinzubringen, wo er ihn haben will, funktioniert in diesem Band überhaupt nicht. Gilli benimmt sich kindisch, weil er sich ausgeschlossen fühlt und Shanes Reaktion, ihn deswegen noch weniger ernst zu nehmen, macht das Ganze noch schlimmer. Der arme Gilli leidet und kämpft mit seinen Gefühlen und die Leser werden komplett in seine Misere mit hineingenommen. Man kann keine Distanz halten und möchte Gilli umarmen und ihn trösten und muss doch zusehen, wie er hin und her gerissen ist zwischen Unsicherheit, Eifersucht und Angst einerseits und andererseits dem Bemühen darum, seinen Männern keinen Ärger zu machen und sich erwachsen zu benehmen.

Ich hätte hier sehr gerne auch gesehen, wie Dick und Shane dazu stehen und was in ihnen vorgeht. Da Gilli der Erzähler der Geschichte ist, bekommen wir leider nur seine Sichtweise mit und die ist von seinen übersprudelnden Gefühlen gefärbt und nicht immer sachlich. Und besonders Shane ist so verschlossen, dass Gillibran und auch ich sehnsüchtig auf einen Blick hinter seine Kulissen gewartet haben.

Diese emotionsgeladene Episode ist nicht ganz so lang wie die anderen Bücher, die ja immerhin den Zeitraum eines Jahres umfassen. Aber auch auf den ca. 150 Seiten wird man zusammen mit Gillibran gebeutelt und durch den emotionalen Wolf gedreht und nur durch das Happy End wieder aufgerichtet. Nach wie vor mag ich Gilli und seine Erzählstimme sehr gerne und stürze mich gleich auf den nächsten Band „Gilliflowers“.

Mehr dazu:

Das Online-Journal mit aktuellen Eintragungen von Gillibran Brown gibt es auf der Homepage des Autors.

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:

Fun with Dick and Shane
More Fun with Dick and Shane
Achilles and the Houseboy
Gilliflowers
Christmas at Leo’s
Revelations (noch nicht erschienen)

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