Buchiges

Dein totes Mädchen von Alex Berg

Klappentext:

Was geschieht mit dir – wenn der Tod dein Leben bestimmt?

Caroline kann immer noch nicht glauben, dass ihre Tochter Lianne tot ist. Ein Autounfall hat die 27-Jährige aus dem Leben gerissen. Außer sich vor Trauer und Wut, flieht Caroline aus Hamburg in die Einsamkeit der schwedischen Wälder. Als sie das Haus ihrer Familie am See erreicht, wird sie von Erinnerungen überwältigt. Und schnell wird klar, dass Caroline Schuldgefühle plagen, die über die Trauer weit hinausgehen. In der tiefen Ruhe der schneebedeckten Wälder entzieht sie sich immer mehr der Realität. Bis Kriminalkommissar Ulf Svensson auftaucht, ihre einstige Jugendliebe, mit einem entsetzlichen Verdacht …

 Mein Leseeindruck:

Es kommt eigentlich so gut wie gar nicht vor, dass mich ein Buch emotional wirklich intensiv packt. Ich lese meistens mit viel Distanz, auch wenn mich die Handlung fesselt.

Hier war das aber anders. Ich litt mit Ulf und Caroline (und auch ein bisschen mit Björn und Maybrit, die das Freunde-Kleeblatt vor fast 30 Jahren bildeten), die sich beide selbst im Weg standen und zwar um ihre eigenen Geheimnisse und Gedanken wussten, aber vom anderen ebenso wenig erfahren haben wie wir Leser und das erst nach und nach aufweichte. Auch wenn sie sich im Grunde sehr gut kannten, schreckten sie immer wieder davor zurück, an die ungesagten Dinge zu rühren, weil sie spürten, dass es ihnen zuviel werden könnte. Und das spürte ich auch. Schicht um Schicht wurde aufgedeckt, die Fassade immer mehr eingerissen und was zutage gefördert wurde, schien vieles zu erklären, aber immer noch nicht alles gewesen zu sein.

So intensiv, wie die vier Freunde ihre vielschichtigen, verfahrenen Gefühle erlebten, so eindringlich waren sie auch für mich als Leser. An eigentlicher Handlung passierte nicht besonders viel und was die Spannung ausmachte, entstand durch die Verflechtungen im Schicksal der Protagonisten. Dass ich trotzdem nur so durch die Seiten flog und das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe, lag an der Erzählkunst der Autorin, die es durchgängig geschafft hat, mich ins Leben von Caroline und Ulf, Maybrit und Björn mitzunehmen.

Mit den beiden Thrillern „Machtlos“ und „Die Marionette“ hat dieses Buch nichts zu tun und im Gegensatz zu den beiden Büchern handelt es sich auch nicht um einen Thriller. Es ist aber genauso lesenswert.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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