Buchiges

Die Marionette von Alex Berg – Valerie Weymann #2

Klappentext:

Für ihn ist es nur ein lukratives Geschäft – für sie ist es ein Kampf auf Leben und Tod.

Eine erfolgreiche Anwältin, die einen Rüstungskonzern aus den negativen Schlagzeilen holen soll, eine traumatisierte Soldatin, die aus Afghanistan zurückkehrt und die Mörder ihrer toten Kameraden sucht, und ein tougher Agent, der einen illegalen Waffenhandel aufdecken soll, treffen in Hamburg aufeinander. Eine explosive Begegnung, die eine Spur der Verwüstung durch Deutschland zieht.

Mein Leseeindruck:

Ein Politthriller, der spannend zu lesen ist und wie der Vorgänger „Machtlos“ auch ein leider immer wieder und immer noch aktuelles Thema aufgreift.

Ich bin hin und her gerissen, ob die Ereignisse ein etwas zu zynisches Weltbild widerspiegeln, eine traurige Ausnahmen sind – oder ob Alex Berg einfach nur in deutlichen Worten die schlimme Realität wiedergibt, wie sie genau so tatsächlich passieren kann und ungesehen von den Augen der Öffentlichkeit immer wieder passiert. Da werden rücksichtslos wirtschaftliche Interessen vertreten, loyale Personen zu Bauernopfern gemacht, politische Intrigen gesponnen, alte Verbindungen ausgenutzt, Weggefährten erpresst – und in all dem Sumpf kämpfen die Anwältin Valerie Weymann und der BND-Agent Eric Mayer um die Wahrheit, um ihren Ruf und teilweise sogar um ihr Leben.

Auslöser für dieses Drama ist ein Unfall, bei dem auch die Soldatin Katja Rittmer verletzt wird. Der Fokus der Erzählung liegt nicht auf der ausführlichen Betrachtung der seelischen Nöte von Katja, die ihre schlimmen Kriegstraumata nicht verarbeiten kann. Als Motivation für ihr Handeln recht das allemal und mehr Seelenleben Katjas hätte sicher auch die Spannung gedämpft, aber dadurch ist sie als Person mir fremd geblieben und ich habe ihr Leid zwar gesehen, aber nicht geteilt.

Gefreut hat mich, dass auch der undurchsichtige CIA-Agent Martinez wieder seinen Auftritt hatte, denn auch wenn man ihn noch lange nicht durchschaut hat und er meist ziemlich kompromisslos rüberkommt, zeigt er auch eine menschliche Seite. Eine interessante Figur.

Es gibt unauffällige Andeutungen, die auf Ärger in der Zukunft hindeuten, aber mit der Story selbst nicht viel zu tun haben, so dass man das Gefühl bekommt, da steckt noch mehr Potential für künftige Bände drin. Wir haben aber zum Glück keinen wirklicher Cliffhanger. Am Ende ist alles aufgeklärt und diese Episode abgeschlossen, es bleibt aber eine gewisse Neugier, wie es in Valeries und Erics Leben weiter geht und welche Abenteuer sie noch erleben werden.

Auch wenn dieser Band 2 mir sehr gut gefallen hat und ich ihn in kürzester Zeit verschlungen habe, hat er mich (vielleicht zum Glück) nicht so aufgewühlt wie der Vorgängerband „Machtlos“. Den muss man zwar nicht zwingend vorher gelesen haben, ich würde aber trotzdem empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, denn dann versteht man die persönlichen Beziehungen zwischen Weymann, Mayer und Martinez viel besser.

Band 3 dieser Serie lässt hoffentlich nicht allzu lang auf sich warten.


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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