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Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger

Darum geht's:

St. Piran ist ein kleines beschauliches Städtchen an einem äußeren Küstenzipfel von Cornwall, in dem man sich tatsächlich am „Ende der Welt“ fühlen könnte. Eines Tages bringt ein junger, nackter Mann, den die Wellen an den Strand spülten und der bewusstlos liegen blieb, einiges an Aufregung in den geruhsamen Alltag der Einwohner. Gemeinsam retten sie den Unbekannten, der ein Geheimnis zu haben scheint. Als der gerettete Joe kurze Zeit später einen gestrandeten Wal am Strand findet, mobilisiert er die dörfliche Gemeinschaft, um den Wal wieder zurück ins Meer zu manövrieren. Von den Menschen in St. Piran beeindruckt, trifft Joe eine tiefgreifende Entscheidung. Denn er weiß um die Gefahr einer drohenden Pandemie und nimmt sich vor, die Menschen von St. Piran zu schützen.

So fand ich's:

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde bei den Büchereulen gelesen. Die Gruppe der sogenannten „Querbeeteulen“ wählen gegen Ende eines Jahres zusammen die Bücher aus, die im Folgejahr zusammen gelesen werden – ein Buch pro Monat. Und ein Riesenzufall – wenn es denn wirklich ein Zufall war ;-) – wollte es, dass wir dieses Buch im April 2020 zusammen lesen. Für mich war dieser Zeitpunkt einerseits schwierig, aber schlussendlich ein richtiges Geschenk.

John Ironmonger hatte mich als Leserin schon nach wenigen Zeilen am Haken, um nicht zu sagen am Enterhaken. Seine sehr schöne Erzählweise hat mich sofort auf angenehme Weise eingehüllt. Ich habe das Rauschen der Wellen, das Klatschen der Gischt und der Schrei der Möwen gehört und all die Meeres-Gerüche wahrgenommen. Ich war förmlich selber dort in St. Piran und habe mitgeholfen, den Wal zu retten.

Als das Thema „Pandemie“ in der Geschichte immer mehr Formen annahm, haben mich die Beschreibungen, die teilweise so nah an unserer aktuellen Realität waren, ein wenig überfordert. Das Gefühl für Ironmongers schöne und einfühlsame Sprache geriet für mich dadurch zu Unrecht in den Hintergrund und ich musste das Buch erstmal in kleinen Häppchen weiterlesen. Wie gut, dass ich das Buch in einer Leserunde las, in der mich Mitleser ermutigten, das Buch nicht abzubrechen. Wie gut, dass ich durchgehalten hatte!

John Ironmongers Ziel ist es keineswegs mit seinem Buch Schreckensszenarien einer globalen Krise aufzuzeigen. Die Geschichte kommt natürlich nicht komplett ohne sachbezogene Erklärungen der globalen Zusammenhänge aus. Der Autor verliert jedoch in keinem Moment die Menschlichkeit aus den Augen und stupst seine Figuren immer wieder dahingehend in die richtige Richtung.

So wurde „Der Wal und das Ende der Welt“, das mir situationsbedingt den einen und anderen schwierigen Lesemoment bescherte, insgesamt zu einem Hoffnungsschimmer und trotz dem belastenden Thema, konnte ich das Buch mit einem angenehmen Gefühl zuklappen.

Ich bin überzeugt, dass ich das Buch zu einem anderen Zeitpunkt unterschiedlich empfunden hätte. Aber die Sprache wäre auch dann genauso einfühlsam, intensiv und einfach wunderschön gewesen. Danke, John Ironmonger, für dieses ganz besondere Buch!

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Die Zitronenfalterin

 

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Titel:  Der Wal und das Ende der Welt
Original-Titel:
Not forgetting the whale
Autor/in:
John Ironmanger
Übersetzer/in: 
Tobias Schnettler
ISBN / ASIN:
B07JN2KCDN
Sprache:
Deutsch
Genre: 
Dystopie
Verlag:
FISCHER E-Books
Erscheinungsjahr:
2019
Medium:
E-Book
Seitenzahl:
481
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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Liebe Gabi,
Eine schöne Rezension hast du geschrieben. Ich habe das ja auch gelesen, aber schon vor einer Weile. In letzter Zeit musste ich wegen der aktuellen Situation auch öfter an diese Geschichte denken und kann mir gut vorstellen, dass man es im Moment anders wahrnimmt, als wenn die Situation eine andere wäre. Schon spannend, wie das das Leseerlebnis auch beeinflussen kann.
Aber der Stil hat mir damals auch sehr gut gefallen und es freut mich, dass es dir da auch so ging.
Liebe Grüße und einen schönen Feiertag.
Julia

Webmaster
1 Monat her

Liebe Julia,
ich habe inzwischen eine Co-Autorin und die Rezi ist von ihr ;-)
LG Gabi

Reply to  Gabi

Ach krass, ja, hab’s gerade auch gesehen. Wie aufregend. Na dann eine schöne Rezension von Ayasha. :)

Ayasha
1 Monat her

Liebe Julia,
Vielen Dank für dein Feedback. :-)
Ich finde es auch faszinierend, wie deutlich ich es in diesem Falle erlebt habe, wie sehr äußere Umstände das Leseerlebnis beeinflussen. Ich hatte schon erlebt, dass ein Buch, sprich das Thema der Geschichte, einfach gerade nicht die in persönliche Situation passte. Aber so intensiv hatte ich das doch noch nicht empfunden.
Der Stil hat mich wirklich sehr angesprochen und ein anderes Buch von diesem Autor ist dann auch sofort auf meiner Wunschliste gelandet. ;-)
Herzliche Grüße
Ayasha