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Jonas von Marco Monetha

Darum geht’s:

Jonas hat Streit mit seiner Frau und rennt los in den Wald, um sich abzureagieren. Was für ein großes Pech, dass er genau in eine Kindesentführung gerät und selbst gerade noch so mit dem Leben davon kommt. Die maskierten Täter scheinen zu wissen, wer er ist, und aus Angst, dass sie wieder versuchen, ihn zu töten, wagt er nicht, zur Polizei zu gehen. Stattdessen vertraut er sich seinem Bruder an, der ihn erst einmal verstecken will. Doch damit geht es für Jonas erst richtig los.

So fand ich’s:

Jonas ist der perfekte Mister Durchschnitt. Nichtssagend, freundlich und nicht besonders wagemutig. Die Ehe mit Miriam ist langweilig geworden, der Job als Postbote auch nicht gerade aufregend und sein Leben in der Kleinstadt Bad Bederkesa, die zwischen Cuxhaven und Bremerhaven liegt, verläuft sehr ruhig.

Aus dem Erstlingswerk “Eric” von Marco Monetha, das in der gleichen Gegend spielt, weiß man schon, dass in Bad Bederkesa nicht alles so friedlich und harmonisch ist, wie es auf den ersten Blick scheint und mehr als eine Person sehr dunkle Geheimnisse mit sich herumschleppt. Jonas bekam über viele Jahre nur die gutbürgerliche Fassade präsentiert, während man als Leser von “Eric” schon weiß, dass es hinter den Kulissen ganz anders aussieht.

Da Jonas nicht der geborene Held ist, gerät er gewaltig aus dem Gleichgewicht, als er so aus seinem gewohnten Alltag herausgerissen wird. Er ist ein netter Kerl und will eigentlich nur seine Ruhe haben, doch ganz ohne sein Zutun ist er tief in Schwierigkeiten. Jetzt muss Jonas zeigen, ob mehr in ihm steckt. Eine Zufallsbekanntschaft namens Kuno ist ihm eine große Hilfe und auch mir ist der große, kräftige und findige Kerl schnell ans Herz gewachsen.

Neben dem Ich-Erzähler Jonas gibt es noch andere Personen, die uns ihre Sicht beisteuern. Kriminaloberkommissar Werner leitet die Ermittlungen bei der Kindesentführung und weil er eine Verbindung zu ähnlichen Verbrechen in Bremerhaven sieht, ist er überzeugt, nur wenige Tage Zeit zu haben, wenn er das entführte Mädchen noch  lebend finden will. Leider wird er Nicht (das N ist wichtig für das Gewinnspiel, Details dazu gibt’s weiter unten) von allen Kollegen unterstützt, denn es gibt einen Konkurrenzkampf um den Posten des leitenden Ermittlers und nicht alle sehen Thorsten Werner zu Recht auf diesem Platz.

Und dann gibt es noch Eric Harmann und seinen undurchsichtigen Freund, den Förster Buck, die in “Eric” die Hauptrollen spielten. Über das Wiedersehen mit diesen beiden habe ich mich sehr gefreut. Sie sind weder gute Menschen, denn Buck ist ein ausgewachsener Psychopath mit allen charakterlichen Untiefen, die dazu gehören, und Eric, der das weiß, deckt ihn, noch sind sie schlechte Menschen, denn sie sind treue Freunde, Buck liebt und beschützt Kinder und Eric kümmert sich gerne freiwillig um den geistig behinderten jungen Mann aus der Nachbarschaft.

Weil “Jonas” zeitlich nach “Eric” spielt, kann man es zwar problemlos lesen, ohne “Eric” zu kennen. Ich würde aber nicht empfehlen, die Reihenfolge umzudrehen und wenn man vor hat, beide Bücher zu lesen, was ich absolut empfehlen kann, auf jeden Fall zuerst “Eric” und dann “Jonas”. Denn man erfährt in “Jonas” ein wenig, was aus den Leuten geworden ist, die in “Eric” eine große Rolle spielen.

Man kann ein wenig mitraten, ob Werner die richtigen Spuren verfolgt und korrekte Schlüsse zieht. Ich hatte ein bisschen Mitleid mit Jonas, der wahrscheinlich in den unerwarteten und gefährlichen Situationen genauso hilflos, manchmal naiv und verzweifelt reagierte, wie ich das auch getan hätte, und sich doch wacker schlägt. Und es bleibt einem der Mund offen stehen, welche extrem unterschiedlichen Facetten und Gesichter manche Menschen in sich vereinen können. Man wirft einen Blick hinter die gutbürgerlichen Fassaden und sieht Erschreckendes, das einen zwar erschüttert, aber doch fasziniert weiterlesen lässt.

“Jonas” ist wie “Eric” auch nichts für Zartbesaitete. Es kommt Gewalt und Blut vor, die Verbrechen werden handfest und deutlich geschildert. Aber auch subtile Psychospielchen und wilde Action kommen nicht zu kurz, Menschlichkeit, Mut und Freundschaft, ein Hauch schwarzer Humor und eine große Prise Verzweiflung werden zu einem äußerst schmackhaften Gericht vermischt, das ich mit Vergnügen verschlungen habe.

Mehr dazu:

Wer gerne ein Print-Exemplar von „Jonas“ gewinnen möchte, kann sein Glück beim Gewinnspiel auf Nisnis Bücherliebe versuchen. Der fett hervorgehobene Buchstabe in meinem Text weiter oben ist dafür wichtig. Ich drücke allen die Daumen!

Zusätzlich gibt es hier bei Life for Books auch ein interessantes Interview mit Marco Monetha. Es lohnt sich also in jedem Fall, dort mal rüberzuschauen.

Weitere Meinungen zum Buch (und Buchstaben für’s Gewinnspiel) gibt es hier:
Nisnis Bücherliebe
Life for Books
Tii & Ana’ kleine Bücherwelt
Miss Norge’s Bøker-Welt

 


[Werbung] Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite
Herzlichen Dank an den Schardt-Verlag für das Rezensionsexemplar

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7 Comment authors
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Janna | KeJas-BlogBuch

Vorab, die Links zum Gewinnspiel und Anjas (Nisnis) Rezi führen ins Leere – alle anderen funktionieren!

Ich war ja nun sehr neugierig auf deine und eure Eindrücke! Nach deinen Worten mehr als schade, das ich mich von der Aktion/ dem gemeinsamen lesen zurück ziehen musste – ich wäre aber dem Buch einfach nicht gerecht geworden. Nun hast du mich gekonnt neugierig gemacht! “ERIC” fand ich toll und “JONAS” will ich nun auch im Verlauf des Jahres unbedingt lesen! Und bei deinen Eindrücken kann ich mich ja eigentlich darauf verlassen, das auch ich begeistert sein werde (=

Anja

Hallo,

oh ich bin davon überzeugt, dass ich mit Eric als Vorkenntnis noch mehr Spaß am Buch gehabt hätte – oder doch nicht…

Aber klar ist, dass Eric bei mir einziehen wird.

Und tolle Rezi, ich muss noch weiter… ich war mindestens genauso neugierig auf Eure Meinungen wie Ihr.

Liebe Grüße Eure Anja

kaisuschreibt

Bei der Reihenfolge bin ich absolut bei dir. War sehr froh, dass ich Eric vorher gelesen hab :D
Und für zarte Pflänzchen ist das Buch definitiv nix!
Allerdings konnt ich überhaupt keine Sympathie zu Jonas aufbauen und so war das Lesevergnügen nicht so hoch bei mir. Trotzdem Danke, dass du mich auf den Autor & seine Bücher aufmerksam gemacht hast. Damals mit Eric :)

Hallo liebe Gabi,
danke für die schöne Rezension. Eric fand ich nicht so überragend. Mir war vieles einfach zu platt. Aber Jonas reizt mich schon. Dieser Normalo der plötzlich ganz andere Sorgen hat finde ich interessant und wenn ich ehrlich bin will ich ja schon wissen was aus Eric und Buck so wurde ;-)
Liebe Grüße
Kerstin

Phu, das klingt ja nach einer wirklich gruseligen Geschichte! Eine tolle Rezension, aber ich glaube nicht, dass das etwas für mich ist ;) Freut mich aber, dass es dir so gut gefallen hat :)

Liebe Grüße,
Smarty

Hey!
Super Rezension! Das kommt definitiv auf meine Wunschliste, zusammen mit Eric, damit ich sie auch in der richtigen Reihenfolge lese.

Danke dafür :-)

Liebe Grüße!
Sascha