Schatten Eis von Anne Nørdby – Marit Rauch Iversen #3

Darum geht’s:

In die Ermittlungen zu einem grausamen Mord in Kopenhagen wird Privatdetektivin und Superrecognizerin Marit Rauch Iversen nicht mit einbezogen. Erst als ihr Adoptivvater zu einem weiteren Opfer wird, ist Marit beteiligt und zwar auf einer ganz persönlichen Ebene. Indizien weisen nach Grönland, wo Marit aufgewachsen ist, bevor sie von Iversens adoptiert wurde. Während die Polizei in Kopenhagen ermittelt, begibt sich Marit auf die Spuren ihrer Vergangenheit nach Grönland, denn die bei den Opfern gestohlenen grönländischen Kunstwerke und dort platzierten Hinweise wecken bei ihr unheilvolle Erinnerungen.

So fand ich’s:

Diese Reihe greift immer einen Aspekt nordischer Mythologie auf und in diesem Band geht es um ein Wesen der Inuit, den Anngiaq, der ein bösartiger Geist ist. Er bestraft, wenn man Geheimnisse für sich behält und Geheimnisse gibt es in “Schatten Eis” zur Genüge. Marit ist eine moderne Frau, die selbstständig ist und gut für sich sorgen kann. Und doch glaubt sie auch and diese mythischen Wesen. Die Morde werden von unheimlichen Wesen und großer Symbolkraft begleitet und nicht nur Marit bekommt ein ungutes Gefühl, beobachtet zu werden und in Gefahr zu sein. Diese bedrohliche, düstere Atmosphäre hat sich auch auf mich übertragen und war das bestimmende Element. Spannungsreiche Action war nicht so präsent wie ein unterschwelliger Grusel. Gerade bei den nordischen Thrillern mag ich das sehr und Anne Nørdby schöpft hier aus dem Vollen.

Da Marit nicht zur Polizei gehört, bezieht sie ihre Informationen aus anderen Quellen und das macht sie sehr geschickt. Jesper, ihr Freund bei der Polizei, und dessen Chefin Kirsten, Marits beste Freundin, stellen eigene Ermittlungen an. Obwohl sich die beiden Polizisten bemühen, Marit herauszuhalten, weil es schließlich auch um den Mord an ihrem Adoptivvater geht, versuchen sie doch, ihre schützende Hand über Marit zu halten. Denn Marit macht eine Entdeckung nach der anderen, die ihre persönliche Vergangenheit beleuchten und auch die ihrer Familie.

Grönland war und ist in letzter Zeit in aller Munde, da die USA die Finger nach dieser arktischen Insel ausgestreckt hat. Auch in “Schatten Eis” wird ein wenig auf die Geschichte Grönlands eingegangen und das Verhältnis zu Dänemark, zu dessen autonomen Territorien Grönland zählt.

Marits Reise in ihre eigene Vergangenheit und ihre Auseinandersetzung mit der Mythologie, die für sie sehr lebendig ist, hat mir sehr gefallen. Dafür war ich mit der Auflösung der eigentlichen Mordermittlungen nicht ganz glücklich. Diesmal ist es mir nicht ganz gelungen, die verflochtenen Handlungsstränge und unterschiedlichen Motive so zu entwirren, dass ein klarer Aha-Effekt entstand. Für mich war es eine Wendung und einmal um die Ecke denken zu viel, um meinen persönlichen Geschmack zu treffen. Bis zu der etwas überladenen Enthüllung am Ende hat mich das Buch aber bestens unterhalten und mit seiner leisen, aber sehr eindringlichen Atmosphäre gefesselt. Eine Leseempfehlung gibt es von mir für alle bisher drei Bände dieser Reihe

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Eis. Kalt. Tot.
Rot. Blut. Tot
Schatten Eis


Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

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Titel: Schatten Eis
Autor/in: Anne Nørdby
ISBN / ASIN:
‎ ‎ 978-3839280300
Sprache:
Deutsch
Genre: Thriller
Serie: Marit Rauch Iversen #3
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsjahr:
2026
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 496
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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