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Schlechte Gesellschaft von K. A. Mitchell – Bad in Baltimore #1

Darum geht's:

Nach 15 Jahren Funkstille taucht der Millionärssohn Kellan bei seinem ehemals besten Freund Nate auf und äußert eine sehr ungewöhnliche Bitte. Der Schürzenjäger Kellan möchte, dass Nate seinen Geliebten spielt, denn Kellan möchte seinem homophoben und kontrollsüchtigen Vater damit eins auswischen. Und Nate sieht darin die eigene Gelegenheit für Rache an Kellans Vater. Denn der war Schuld daran, dass Nates Vater alles verloren hat, als Nate noch ein Jugendlicher war. Schwierig wird es für Nate dadurch, dass er tatsächlich schon immer in Kellan verliebt war und eine Beziehung nur zu spielen die Hölle für ihn ist.

So fand ich's:

Ich musste schon ein bisschen schmunzeln, als ich den Text zu "Darum geht's" geschrieben habe. Denn die Beziehung zwischen Kellan und Nate und deren Familien ist alles andere als einfach und den Grund für ihre erneute Kontaktaufnahme fand ich ein bisschen weit hergeholt. Leider konnte ich auch mehr als einmal die Motivation von Kellan oder Nate nicht nachvollziehen und war regelmäßig einem Kopfschütteln nah.

Dass Kellan einzig die Maßnahme einfiel, seinen ehemals besten Jugendfreund Nate in der Öffentlichkeit zu küssen und den Reportern ein schwules Paar vorzuspielen, um seinem Vater seine Unabhängigkeit zu beweisen - hmmm, na ja.
Dass Nate die 15 Jahre Funkstille und Kellans mieses Verhalten vorher, sich Nates Mobbern anzuschließen, erst gegen Ende des Buches überhaupt thematisiert, fand ich auch sehr unpassend. Ich wäre geplatzt. Das wäre das allererste gewesen, das geklärt wird, bevor ich mich überhaupt auf irgendeinen Deal einlasse.
Dass Kellan extrem aufgeschlossen Männern gegenüber, geradezu experimentell, ist und ganz plötzlich - soweit man das aus dem Buch entnehmen kann, ohne jedes vorherige Interesse in diese Richtung - tatsächlich schwul sein möchte, hmmm ja. Diese Entwicklung fühlte sich für mich nicht natürlich an.
Dazu kam, dass Nate und Kellan auch nach 15 Jahren Kontaktpause sofort wieder in einem sehr vertrauten Freundschafts-Geplänkel waren. So individuell, wie man das nur nach intensivem Kontakt kann und so, dass ich das Gefühl bekam, ich wäre bei diesen Insider-Dialogen außen vor. Ich muss zugeben, ich habe auch nicht alles verstanden, was da sehr knapp angedeutet geredet wurde.
Überhaupt fand ich vieles als sehr kurz und knapp erzählt. Kellans Jobsituation zum Beispiel oder wieso er sich nicht an seine Mutter oder irgendwelche Freunde wendet, damit die ihm für's Erste ein bisschen Geld vorstrecken, wieso Kellan nicht ansatzweise mitbekommen hat, wie es Nate und seiner Familie erging, nachdem ihre Freundschaft zerbrochen war.

Wegen dieser und anderer Dinge, die nicht ausreichend oder gar nicht erklärt wurden und die ich auch nicht nachvollziehen konnte, empfand ich die Geschichte als nicht wirklich gut durchdacht.

So ganz wurde ich mit Kellan und Nate auch nicht warm. Die Erzählung blieb an der Oberfläche, ich konnte keinen richtigen Zugang zu den beiden Männern finden.

Allerdings hatte die gesamte Geschichte eine gewisse Leichtigkeit, die dafür sorgte, dass das Lesen entspannend und unterhaltsam war. Meinen Geschmack hat die für mich etwas merkwürdige Liebeskonstellation nicht ganz getroffen, allerdings hat die Geschichte doch während des Lesens so viel Spaß gemacht, dass ich nie daran dachte, das Buch zur Seite zu legen.

Ich könnte mir vorstellen, dass andere LeserInnen das Buch viel mehr genießen, als es bei mir der Fall war. Testet selbst.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Buchbahnhof

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Bad Company / Schechte Gesellschaft
Bad Boyfriend
Bad Attitude
Bad Influence
Just a Little Bad (Kurzgeschichte)
Bad Behavior
Appetizing (Kurzgeschichte)
Bad Habit

 


Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

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Titel: Schlechte Gesellschaft
Original-Titel:
Bad Company
Autor/in: K. A. Mitchell
Übersetzer/in:
Anna Doe
ISBN / ASIN:
978-1-64405-754-4
Sprache:
Deutsch
Genre: Gay Romance
Serie: Bad in Baltimore #1
Verlag:
Dreamspinner Press
Erscheinungsjahr:
2019
Medium:
eBook
Seitenzahl: 174
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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Liebe Gabi,
die Rezension geht bei mir am 27. online und es beruhigt mich sehr, dass du ähnliche Probleme mit der Geschichte hattest, wie ich. Bei mir werden es nur 2 Federn, denn auch ich fand die Geschichte nicht gut durchdacht und hatte Probleme, die Gefühle der beiden Protagonisten füreinander nachzuvollziehen.
LG
Yvonne