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Shutter Island von Dennis Lehane

Darum geht's:

Shutter Island liegt vor der Küste von Massachusetts und beherbergt eine Klinik für psychisch kranke Schwerverbrecher. Als die Kindermörderin Rachel Solano unter mysteriösen Umständen aus ihrer verschlossenen Zelle entkommt, werden die Marshalls Teddy Daniels und Chuck Aule nach Shutter Island beordert, um den Fall aufzuklären. Eigentlich wollen sie diesen Job schnell hinter sich bringen, doch dann stoßen sie auf Ungereimtheiten und ein heftiger Sturm zieht auf, der eine Rückfahrt aufs Festland unmöglich macht.

So fand ich's:

"Shutter Island" spielt im Jahr 1954 und manchmal musste ich mir das wieder in Erinnerung rufen, denn wie man mit psychisch Kranken umging, was man über die verschiedenen Krankheiten und ihre Therapierbarkeit wusste, unterscheidet sich doch sehr vom heutigen Wissensstand.

Die Marshalls Teddy und Chuck bewegen sich auf fremdem Terrain zwischen Menschen, die ihnen nicht unbedingt freundlich gesonnen sind. Die Ärzte geben sich zwar aufgeschlossen, doch unterstützen sie Teddys und Chucks Arbeit nicht wirklich. Sie wollen sich nicht in die Karten schauen lassen. Das Pflegepersonal ist zurückhaltend und die Insassen mehr oder weniger durchgeknallt. Nun gut, die Merkwürdigkeiten beschränken sich nicht auf die Kranken, sondern ziehen sich durch alle Bewohnergruppen von Shutter Island - und das schafft den Nährboden für so einige geniale Szenen und Dialoge mit skurrilem Humor, die ich wirklich mit großem Genuss gelesen habe.

Schnell wird klar, dass hier etwas gehörig nicht stimmt. Es gibt Hinweise, die mehr geheimnisvoll und verklausuliert als wirklich hilfreich sind. Manches lässt sich absolut nicht erklären. Die Geschichten haben Löcher. Beim Lesen hab ich natürlich nach Ungereimtheiten gesucht, habe mit Adleraugen beobachtet und analysiert, und mehr als einmal habe ich innständig gehofft, dass die Verwirrungen und Umleitungen, die diese Handlung nimmt, auch bitte, bitte alle irgendwie schlüssig aufgelöst werden würden. Denn ich konnte nicht glauben, dass der Autor das schafft. Die Gefahr ist groß, dass man bei den Erklärungen zu billigen Tricks greifen muss, wenn sich Dinge während des Lesens absolut nicht miteinander vereinbaren lassen. Ohne zu spoilern kann ich sagen: hat er. Das Ende ist so schlüssig wie genial.

Teddys und Chucks Ermittlungen auf eigene Faust, ohne Unterstützung durch ihre Dienststelle, auf der abgeschnittenen Insel, während eines Sturms, fand ich kurzweilig und atmosphärisch. Nachdem ich anfangs ein paar Problemchen hatte, mich an die manchmal sehr knappen Beschreibungen zu gewöhnen, hat mich unterm Strich das tolle Setting auf der Insel, die speziellen Figuren, der Aufbau, die Erzählweise und die gelungene Auflösung komplett überzeugt.

Das Buch wurde mit hochrangiger Besetzung (Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley) verfilmt und auch wenn ich grundsätzlich kein großer Freund von Buchverfilmungen bin, kann ich mir hier wirklich gut verstellen, dass die Filmadaption sehenswert sein wird. Das finde ich sehr bald heraus!

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Der Leseratz
Life For Books

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Titel: Shutter Island
Original-Titel:
Shutter Island
Autor/in: Dennis Lehane
Übersetzer/in:
Steffen Jacobs
ISBN / ASIN:
978-3-257-24335-2 
Sprache:
Deutsch
Genre: Roman
Verlag:
Diogenes
Erscheinungsjahr:
2015
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Autorenhomepage:
Dennis Lehane (englisch)
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

 

 

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Liebe Gabi,
Eine schöne Rezension hast du geschrieben. Ich habe das Buch vor längerer Zeit gelesen und fand es wirklich genial. Ich habe zwischendurch so sehr im Dunkeln getappt, habe mich vom Autor immer wieder hinters Licht führen lassen. Und die Auflösung? Wie du sagst: genial! Das Setting auf der vom Festland abgeschnittenen Insel hat mir, genau wie dir, auch sehr gut gefallen.
Den Film habe ich auch schon gesehen und der ist auch wirklich, wirklich gut. Natürlich oder wow-Effekt irgendwie nicht so doll, wenn man das Buch schon gelesen hat. Die Schauspieler stellen die Figuren aber wirklich großartig dar und es ist schon allein deshalb wirklich sehenswert. Auch die Stimmung auf der Insel stellt der Film sehr gut dar. Bin gespannt auf deine Meinung und ob du den Film auch so mögen wirst.
Liebe Grüße, Julia

Hallo liebe Gabi,
das ist auch so ein Buch um welches ich schon lange schleiche. Deine Rezension macht jetzt wieder ganz frisch Lust darauf. Gerade auch weil du die Zeit und die damaligen ‘Verhältnisse’ in Sachen Umgang mit den Patienten ansprichst. Muss mal schauen, glaube die Bücherei hat es da. Beim Film warte ich mal auf deine Eindrücke, der ist bestimmt sehr gruselig.
Hab einen schönen Tag,
Liebe Grüße
Kerstin

Hallo Gabi,

während ich deine Rezension gelesen habe, dachte ich mir ‘da gibt’s doch einen Film dazu’. Ich habe den Film gesehen und fand ihn gut. Zwar wäre hier die Buchvorlage auch interessant, aber ich weiß ja jetzt schon wie es ausgeht. ^^

Liebe Grüße,
Nicole

Hallo Gabi,
ich habe das Buch gelesen und den Film gesehen und ich fand beides sehr gut. Wie du schon sagst, die Auflösung des Buches ist dem Autor wirklich gut gelungen. Ich hatte nämlich auch meine Bedenken, dass sich alles gut und schlüssig auflösen wird.
Hast du dir den Film schon angesehen oder ist das noch geplant?
Bin da über deine Meinung auch gespannt.
Liebe Grüße
Diana

Huhu (=

ich kenne ja leider nur den Film, wusste damals nicht das es eine Buchverfilmung ist, aber das Lesen scheint sich zu lohnen! Aber aufgrund des Verlaufs und dem Ende mag ich nicht mehr zum Buch greifen. Nun bin ich gespannt wie dir der Film gefallen wird, ich mochte ich sehr gerne, hatte aber auch keinen Vergleich.

Mukkelige Grüße!