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Buchiges, Film

[Alles außer Bücher] Film ~ Shutter Island

Darum geht's:

Shutter Island liegt vor der Küste von Massachusetts und beherbergt eine Klinik für psychisch kranke Schwerverbrecher. Als die Kindermörderin Rachel Solano unter mysteriösen Umständen aus ihrer verschlossenen Zelle entkommt, werden die Marshalls Teddy Daniels und Chuck Aule nach Shutter Island beordert, um den Fall aufzuklären. Eigentlich wollen sie diesen Job schnell hinter sich bringen, doch dann stoßen sie auf Ungereimtheiten und ein heftiger Sturm zieht auf, der eine Rückfahrt aufs Festland unmöglich macht.

So fand ich's:

Nachdem mir das Buch ausgesprochen gut gefallen hat (hier geht's zu meiner Rezension zum Buch), wollte ich mit dem Film nicht allzu lange warten und habe ihn gleich geschaut. Im Augenblick kann man den bei Amazon Prime umsonst streamen und bei Maxdome und Netflix ist der Film auch mit dabei.

Die Verfilmung hält sich sehr nah an die Buchvorlage, was mir immer gefällt, und die Handlung und das Setting machen es Regisseur Martin Scorsese auch leicht, eine düster-verwirrende Atmosphäre zu erzeugen. Das Buch ist einfach perfekt für eine Verfilmung. Die Tatsache, dass die Handlung in den 1950ern spielt, wurde mir beim Film wesentlich deutlicher bewusst, denn die Kleidung, die Ansichten (auch darüber, wie man psychisch gestörte Verbrecher behandeln sollte bzw. kann) und das Auftreten der Akteure passte in die Zeit.

Leider wirkten die Dialoge nicht ganz so spritzig wie im Buch, obwohl ich markante Sätze aus dem Buch in dem wiedererkannte, was den Schauspielern an Text in den Mund gelegt wurde. Da brillierte die Buchfassung für meinen Geschmack einfach mehr. Es ist keine leichte Aufgabe, Alptraum, Wahn und Wirklichkeit verschmelzen zu lassen und die Handlung so zu erzählen, dass der Twist am Ende funktioniert. Vor allem, weil ich die Auflösung durch das Buch bereits kennte, habe ich ganz genau hingesehen, ob alles in sich schlüssig war und doch alle Puzzleteile an ihren Platz fielen, als das Rätsel gelöst war. Das hat hervorragend funktioniert - und die Filmversion enthält sogar noch einen kleinen extra Schlenker.

Die Filmmusik unterstützt die Spannung und erinnerte mich manchmal an die Hitchcock-Klassiker. Man muss aufmerksam dabeibleiben, bekommt einige Hinweise serviert und kommt doch nicht dahinter, was hier gespielt wird. Leo DiCaprio, Mark Ruffalo und Ben Kingsley spielten um ihr Leben und versetzten mich nicht nur auf die sturmumtoste Gefängnisinsel, sondern auch in den Kopf des Erzählers Teddy.

Ich bin kein großer Freund von Buchverfilmungen und viel zu oft bin ich am Ende enttäuscht. Doch hier kam die Verfilmung zwar nicht ganz an das Buch heran, war aber trotzdem sehr gut gelungen und auf jeden Fall sehenswert. Wer nur den Film kennt und überlegt, das Buch (vielleicht als Auffrischung nach längerer Zeit) doch noch zu lesen, dem kann ich nur zuraten. Denn das Buch setzt im Vergleich zum sowieso schon hervorragenden Film noch eins drauf.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Film:
Life For Books
Der Leseratz (Buch und Film)

Infobox

Titel: Shutter Island
Original-Titel:
Shutter Island
Schauspieler:
Leonardo DiCaprio
Mark Ruffalo
Ben Kingsley
Regie: Martin Scorsese
Genre:
Psychothriller
Produktionsland:
USA
Originalsprache:
Englisch
Sprache in der ich den Film gesehen habe:
Deutsch
Erscheinungsjahr:
2010
Spieldauer
: 138 Minuten
Trailer:
bei YouTube

 

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3 Comment authors
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Ui ui ui, so viel Lob an eine Buchverfilmung *-* Mir gefiel der film uuunheimlich gut, aber wie du weißt, das Buch nie gelesen … aber gerade bei diesem Ausgang macht das Lesen keinen Spaß mehr, wenn dieser vorab bekannt ist.

Ich kenne das, bin auch immer sehr kritisch bei Buchverfilmungen und meist eher enttäuscht. Aber ich kann ihnen auch einfach nicht widerstehen :D

Mukkelige Grüße!

Ha! Hätte mich ehrlich gesagt überrascht, wenn der Film bei dir komplett durchs Raster gefallen wäre :P
Muss ja auch mal gute Buchverfilmungen geben!