Strandopfer von Frank Goldammer – Grenzfall Ostsee #1

Darum geht’s:

Kriminaloberkommissarin Lena Schuldt vom BKA geht davon aus, nur kurz an die polnische Ostsee reisen zu müssen, um zu bestätigen, dass der deutsche Urlauber durch einen Badeunfall ums Leben gekommen ist und kein Verbrechen vorliegt. Als sie zusammen mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk allerdings einen Bernstein im Hals des Toten entdeckt, kann sie sich das nicht mit einem Unfall erklären. Und als die Tochter einer Familie verschwindet, die mit dem Toten zusammen Urlaub machte, muss sie bleiben und nach einem Mörder und dem vermissten Kind suchen.

So fand ich’s:

Von der ersten Seite an merkt man, mit welchem Widerwillen Lena nach Misdroy fährt. Sie stammt aus der deutsch-polnischen Grenzregion und ist froh, dieser Gegend und ihrer nicht wirklich schönen Jugend entkommen zu sein. Die Vorurteile, die sie gegen die Polen hat, scheinen sich ständig zu bestätigen und mit dem polnischen Kommissar, mit dem sie zusammenarbeiten soll, wird sie überhaupt nicht warm. Denn auch Adam Krawczyk ist seinerseits nicht gut auf Deutsche zu sprechen. Dass beide zwar die Form wahren, ihr Widerwille aber ständig durchscheint, hat diesem Krimi den besonderen Pfiff verliehen. Lenas Eigensinn trifft auf Adams Sturheit und so sehr er von der starren Hierarchie der polnischen Polizei ausgebremst wird, so wenig Informationen und Unterstützung bekommt Lena von deutscher Seite. Und beide sind randvoll mit Vorurteilen, die sie nicht ganz ablegen können.

Ich konnte beide verstehen und auch nachvollziehen, wieso sie so sind, wie sie sind. Ganz zwangsläufig kracht es immer wieder zwischen den beiden. Da es aber nicht bei diesem einen Toten bleibt und die Gruppe deutscher Urlauber, aus deren Mitte der tote Schwimmer und das vermisste Kind stammen, alles andere als kooperativ ist, müssen sie an einem Strang ziehen. Dieses Hin und Her fand ich spannend und eine ziemlich neue Variante der nicht ganz so harmonischen Zusammenarbeit eines Teams, die mir sehr gut gefallen hat.

Der Kriminalfall ist undurchsichtig und genau wie Lena und Adam habe ich mehrmals meine Meinung geändert, was passiert sein könnte. Die Gruppe der deutschen Urlauber hat selbst ein paar Überraschungen parat und die Auflösung habe ich nicht kommen sehen, fand sie aber schlüssig und logisch.

Bisher habe ich “Bruch: Ein dunkler Ort” von Frank Goldammer gelesen und bin mit diesem Buch nicht ganz warm geworden. Nun bin ich froh, dem Autor mit dieser neuen Serie noch eine Chance gegeben zu haben, denn “Strandopfer” hat mich total überzeugt und mir große Lust gemacht darauf, Lena und Adam noch weiter zu begleiten. Ob sich die zögerliche Annäherung vertieft oder sie weiter mit zwischenmenschlichen Problemen zu kämpfen haben, wenn im deutsch-polnischen Grenzgebiet nochmal ein Mord passiert? Ich bin dabei, wenn es irgendwann gilt, das herauszufinden!

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Strandopfer


Herzlichen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar

Werbung

Titel: Strandopfer
Autor/in: Frank Goldammer
ISBN / ASIN:
‎ 978-3644026001
Sprache:
Deutsch
Genre: Kriminalroman
Serie: Grenzfall Ostsee #1
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsjahr:
2026
Medium:
eBook
Seitenzahl Print: 416
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

Kommentare abonnieren
Benachrichtige mich zu:
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments