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Tote und andere Entdeckungen: 13 schaurig-schöne Geschichten aus Oberberg

Darum geht’s:

Eingebettet in schöne Landschaften und dörfliche Idylle verläuft das Leben nicht friedlicher als in der anonymen Großstadt. Die 13 Kurzgeschichten spielen im Oberbergischen und drehen sich um Mord und Tod. Zusammengehalten wird diese Sammlung von der Putzfrau Paula, die eine kurze Einleitung liefern darf und dann jeder Geschichte ein kleines Gedicht im Stile von Ringelnatz sehr passend voranstellt.

So fand ich’s:

Das ist nun die dritte und letzte der Oberbergischen Krimi-Anthologien, die ich gelesen habe, und wie auch die anderen beiden fand ich sie rundum gelungen. Die einzelnen Geschichten waren sehr abwechslungsreich von düster über humorvoll bis spannend oder auch mal augenzwinkernd skurril und sie hatten oft am Ende noch einen Dreh, der mich wirklich überraschte. Lesenswert waren sie alle und auch wenn ich mich in der Gegend, in der sie angesiedelt sind, nicht wirklich auskenne, so kam doch die Mentalität der Bewohner deutlich zwischen den Zeilen durch.

Es ist nicht leicht, in aller Kürze auf 20 oder 30 Seiten eine runde Geschichte zu erzählen, aber allen Autoren ist es wunderbar gelungen. Und als eingefleischte Krimileserin hatte ich natürlich auch besonders viel Spaß daran, dass alle drei Anthologien sich mit Verbrechen und besonders mit Mord beschäftigen. Eine Geschichte zwischendurch geht immer, oder auch mal zwei oder drei hintereinandern – blutige und kriminalistische Unterhaltung garantiert.

Die einzelnen Geschichten:

Pommes mit Ketchup (Hückeswagen) von Daniel Juhr
Die beiden 1€-Jobber Fritz und Edgar sind wirklich nicht die Hellsten. Und als ihr Kumpel Peter, der sie bei den Gärtnerarbeiten unter der Hand unterstützt hat, einen Arbeitsunfall erleidet, entwickeln sie ein paar kreative Ideen, wie man Erklärungen und Papierkram aus dem Weg gehen kann.

So long, Marianne (Radevormwald) von Irmgard Hannoschöck
Leo ist ein Auftragskiller, der von Karl seine Jobs vermittelt bekommt. Und wie Marianne da hineinpasst oder eben nicht …

Martinimarkt (Wipperfürth) von Christine Kaula
Auf dem Markt werden Messer verkauft und auch benutzt und der Junge Justus ist mittendrin.

Op d’r Ling (Lindlar) Andreas Wöhl
Ein Rentner stirbt durch einen Sturz von der alten Eisenbahnbrücke. Selbstmord oder Mord? Kriminalhauptkommissar Stockhausen und seine junge Kollegin Esra ermitteln.

Henricus, quo vaids? (Marienheide) von Christine Kaula
Lena hat eine schicksalhafte Begegnung bei einer Wallfahrt.

Parken (Gummersbach) von Martin Kuchejda
Nur weil man nicht in einer Millionenstadt lebt, heißt das noch lange nicht, dass das Parken problemlos abläuft.

Süße Versuchung (Engelskirchen) von Andreas Wöhl
Im Gegensatz zu seiner nervigen Ehefrau findet Gerd die Ameisen, die sich in Haus und Garten eingenistet haben, ganz nützlich.

Wicheraths letzter Fall (Bergneustadt) von Oliver Buslau
Der pensionierte Polizist Wicherath bekommt noch einmal die Gelegenheit, einen Mordfall zu lösen.

Die Schweine von Wiehl (Wiehl) von Michael Schreckenberg
Für den Einbruch hatten sie ja einen guten Plan. Doch wie sie die Leiche loswerden sollten, das mussten sie improvisieren.

Herr Nilsson (Reichshof/Eckenhagen) von Daniel Juhr
Annika bekommt eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt.

Der Rückwärtsläufer (Nnümbrecht) von Daniel Kohlhaas
Ein alter Einzelgänger ist verbrannt und die Polizei befragt die Nachbarschaft.

Schöne andere Welt (Waldbröl) von Irmgard Hannoschöck
Marc ist in Ayten verliebt, doch auf die passt ihr Bruder Metin ganz genau auf. Und Marie will Marc am liebsten ganz für sich haben. Ab da ist alles möglich.

Herr Röttel kann  nicht schlafen (Morsbach) von Daniel Juhr
Nachts gehen Herrn Röttel die seltamsten Gedanken durch den Kopf, während er wach neben seiner Frau liegt.

 

Mehr dazu:

Diese Anthologie ist eine von dreien, die im Oberbergischen angesiedelt sind:
Morde und andere Gemeinheiten
„Tote und andere Entdeckungen“
Verbrechen und andere Leidenschaften


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite (hier gibt es auch eine Leseprobe als PDF-Datei)

Ich bedanke mich herzlich beim Juhr Verlag für das Rezensionsexemplar

4 Comments

  1. Pink Anemone 06/12/2017 16:24

    Ach diese Krimi-Anthologie klingt ja mal interessant und auch makaber..also irgendwie genau das Richtige für mich *g*
    Danke für das Erweitern meiner WL XD
    Liebe Grüße aus dem stürmisch-grausigen Wien

    • Laberladen 07/12/2017 19:22

      Manchmal sind solche Anthologien schon erh gemischt, mit tollen aber auch mit Geschichten, die mir nicht so gut gefallen. Bei diesen insgesamt drei Anthologien finde ich aber, dass alle Geschichten lesenswert sind. Das ist echt ungewöhnlich.
      Ich wünsch Dir viel Spaß beim Lesen!

      (und hier ist heute super Wetter, kalt aber sonnig)

      LG Gabi

      • Pink Anemone 08/12/2017 01:52

        Oh ja das stimm. Ich kenne das auch, daß zumindest eine Geschichte dabei ist die einen langweilt oder eben nicht mein Geschmack sind. Naja, die ist jetzt eh schon auf meiner WL *g*
        Liebe Grüße Conny (hier ist es gerade Nacht und arschkalt *lach*)

        • Laberladen 10/12/2017 10:12

          Mit dem Siegeszug des eBooks bin ich ein bisschen mehr Fan von Kurzgeschichten geworden, weil man in diesem Format auch mal eine einzelne bekommt und nicht eine ganze Print-Anthologie kaufen muss. Umso schöner, wenn die Zusammenstellung so gelungen ist, dass man alle lesen möchte 🙂

          Liebe Grüße aus dem sonnigen Franken
          Gabi

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