Buchiges

Rattenlinien von Martin von Arndt

Darum geht’s:

Der ehemalige Berliner Polizist Andreas Eckart lebt inzwischen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in den USA. Als er gebeten wird, im Auftrag der Amerikaner nach Europa zurückzukehren und die Fluchtroute ehemaliger Nazis über die sogenannten „Rattenlinien“ aufzuspüren, sieht er die Gelegenheit, damit auch seinen früheren Polizeikollegen und Naziverbrecher Wagner unschädlich zu machen. Obwohl er etwas in die Jahre gekommen ist, bleibt er einer der Wenigen, die Wagners Gesicht kennen, er spricht Deutsch und Italienisch und kennt sich in Ermittlungsdingen aus. Eckart nimmt den Job an.

So fand ich’s:

Andreas Eckart haben wir schon in „Tage der Nemesis“ kennengelernt, als er noch bei der Berliner Kripo arbeitete, und gezwungen war, Wagner als Kollegen zu ertragen. Inzwischen hat Wagner sich zum Kriegsverbrecher erster Güte gemausert, während des zweiten Weltkrieges schlimmste Verbrechen begangen und ist jetzt, nach Kriegsende, auf der Flucht. Aber auch an Andreas ist der Zahn der Zeit nicht vorbei gegangen, sondern hat seine Spuren hinterlassen. Sein Hass auf Wagner ist dadurch aber nicht kleiner geworden.

Wie auch in „Tage der Nemesis“ spielt auch dieser Roman Martin von Arndts in einer geschichtlich spannenden Zeit und das gibt dieser fiktiven Krimigeschichte einen sehr realitätsnahen Touch. Man spürt den Zeitgeist, die Stimmung in Europa und erfährt auch, wie sich z. B. Juden versteckt durch die Nazizeit gebracht haben. Das Katz-und-Maus Spiel zwischen Kriegsverbrechern und Siegermächten, die politischen Verflechtungen und Eckarts spannende und actionreiche Verfolgungsjagd durch Österreich und Italien lässt das Kopfkino nicht still stehen. Menschliche Schicksale werden in die Geschichte verwoben und erzeugen eine dichte Erzählung, die vordergründig sehr spannend unterhält, auf den zweiten Blick aber auch zusätzlich informiert und aufklärt.

Ein historischer Polit-Krimi vom Feinsten!


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

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