Buchiges

Wenn die Nacht verstummt von Linda Castillo – Kate Burkholder #3

Klappentext:

Abgeschlachtete Tiere auf der Weide, ein Farmer, der an sein umgekipptes Fuhrwerk gefesselt fast erfriert: In Painters Mill häufen sich die Verbrechen gegen die Amischen. Dann werden auf der Farm der Familie Slabaugh drei Leichen in der Güllegrube gefunden: Vater, Mutter und ein Onkel. Ist auch dies ein Verbrechen aus Hass gegen die Glaubensgemeinschaft? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Polizeichefin Kate Burkholder, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr selbst eine Amische war, kennt die Menschen dort nur zu gut. Mit ihrem Freund John Tomasetti löst sie ihren persönlichsten Fall.

So fand ich’s:

Bei diesem Buch, nein wohl inzwischen bei der ganzen Reihe, bin ich hin und her gerissen. Frau Castillo schreibt geschliffen und spannend, routiniert und so, dass man ihre Bücher schnell weglesen kann.

Ihre Heldin Kate Burkholder sieht ihre Umgebung nicht nur mit den Augen einer fähigen und intelligenten Polizistin, sondern sie ist auch immer eine mitfühlende Frau, die von ihren Fällen nicht kalt gelassen wird. Wenn aus ihrer Perspektive in der Gegenwartsform erzählt wird, dann ist man direkt mit einem guten Blick in ihre Seele dabei. Gelegentlich wird in der dritten Person auch aus der Sicht anderer Beteiligter berichtet. Da diese Passagen in der Vergangenheitsform geschrieben sind, ist der Unterschied deutlich spürbar. Inzwischen geht mir die ständige Rückblende auf ihre schlimme Vergangenheit, die sie heute immer noch quält und alle ihre Entscheidungen beeinflusst, aber ein wenige auf die Nerven, weil sie sich damit immer im Kreis dreht und sich nichts ändert oder gar entwickelt, es aber ständig präsent ist. Kate Burkholder steckt fest und mit ihr auch der Leser.

Bei der eigentlichen Ermittlung des Unglücks / Mordfalles auf einer Amisch-Farm hatte ich oft das Gefühl, das schon mal gelesen zu haben. Der Aufbau aller drei Bände ist ziemlich identisch und ich vermisse eine echte Überraschung, einen neuen Weg, ein anderes Schema.

Am ersten Band „Die Zahlen der Toten“ hat mir besonders die Zerrissenheit zwischen „amisch“ und „englisch“ gefallen, der Einblick in die Welt der Amisch mit dem Insiderwissen der „Aussteigerin“ Kate. Doch auch da erfahren wir nichts Neues, steigen nicht wirklich tiefer ein oder erfahren andere Aspekte, sondern bleiben auf dem Stand von „Die Zahlen der Toten“.

Ich habe das Gefühl, die Chance, diese Reihe zu etwas ganz Besonderem zu machen, hat Linda Castillo zugunsten von leicht lesbarer, unterhaltsamer Massenware ein bisschen vertan. Da die aber auch ihre Berechtigung hat, schraube ich meine Erwartungen an den nächsten Band einfach ein bisschen runter und lese die Reihe weiter.

Mehr dazu:

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:

Die Zahlen der Toten

Blutige Stille

Wenn die Nacht verstummt

Tödliche Wut

Lange vermisst (Kurzgeschichte)

Teuflisches Spiel

Mörderische Angst

Grausame Nacht erscheint am 28.07.2016


Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

Ich freue mich über Kommentare:

%d Bloggern gefällt das: