Darum geht’s:
Die Schlucht des Eistobels ist nicht nur ein landschaftlich sehenswertes Ausflugsziel, sondern weil dort eine bekannte Netflix-Serie gedreht wurde, lockt sie Touristen aus aller Welt an. So wundert es niemanden, dass die Tote, die dort am bekannten Drehort gefunden wird, eine bekannte Influencerin war. Kluftinger und sein Ermittlerteam muss sich mit der Social Media Welt befassen, um Motiv und Täter zu finden.
So fand ich’s:
Bekanntermaßen ist Kommissar Kluftinger kein Freund neuer technischer Errungenschaften und sein Ausflug zu Instagram vor einiger Zeit war nur von sehr kurzer Dauer. Der Todesfall der Allgäu-Influencerin Lisa zwingt ihn aber dazu, einen genaueren Blick in die Welt der Social Media zu werfen und trotz seiner Aversion schlägt er sich da ziemlich gut. Der Streber Richie Meier weiß natürlich auch in diesem Bereich alles besser. Dass ihn der neue Polizeipräsident zum Social Media Beauftragten der Kripo gemacht hat und Richie nun ständig mit seinem Handy filmt, ist so nervig wie lebensnah. Natürlich bietet das Thema viel Stoff für Witze und Situationskomik, es gibt aber auch ernstere und kritische Töne über diese Art von Öffentlichkeit und wie viel Kommerz dahinter steckt.
Ich habe inzwischen schon ein paar kritische Meinungen zu “Blendwerk” gelesen, in denen sich darüber aufgeregt wird, dass es hier nicht hauptsächlich um den Kriminalfall geht, sondern Kluftingers Privatleben eine ebenso große Rolle spielt. Ich finde nicht, dass in diesem immerhin schon 14. Band die Gewichtung großartig anders ist als in den vorherigen Bänden. Kluftingers Familie und in diesem Band besonders die Schwester der japanischen Schwiegertochter, die zu Besuch ist, die alte Konkurrenzsituation mit Doktor Langhammer, die dadurch angeheizt wird, dass beide neu im Gemeinderat sind, Kluftis Hobby “herzhaftes Essen”, Kluftis Vater, ein ehemaliger Polizist, der ein Geheimnis lüftet, das ist ebenso wichtig, wie den Mord aufzuklären. Und in diesen beiden Themenbereichen ergeben sich auch viele Überschneidungen, die das Thema Social Media somit von unterschiedlichen Seiten beleuchten.
Der Humor ist ein wichtiger Teil dieser Serie, doch ich habe es so empfunden, dass in diesem Band etwas weniger Klamauk vorhanden war und das hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch kommt Klufti nicht ganz so ignorant beim Thema Technik rüber, sondern er hat sich inzwischen tatsächlich ein Basiswissen angeeignet. Natürlich ist und bleibt er ein Grantler – doch auch diese Grummeligkeit hat ihre Fans, in der Leserschaft und auch im Buch.
Ein bisschen gestört hat mich allerdings, dass die Kollegin immer schön abwechselnd Lucy und Luzia hieß. Eine durchgehende Version ihres Namens hätte mir besser gefallen, das Hin und Her war unnötig.
Wer die Serie grundsätzlich mag, wird also mit “Blendwerk” wieder prima unterhalten werden. Kluftinger ist nach wie vor frisch und aktuell und ich hoffe, es wird noch viele Bände geben.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Milchgeld
Erntedank
Seegrund
Laienspiel
Rauhnacht
Schutzpatron
Herzblut
Grimmbart
Himmelhorn
Kluftinger
Funkenmord
Affenhitze
Lückenbüßer
Blendwerk
Werbung

Titel: Blendwerk
Autor/in: Volker Klüpfel und Michael Kobr
ISBN / ASIN: 9783550202643
Sprache: Deutsch
Genre: Krimikomödie
Serie: Kluftinger #14
Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2026
Medium: Hardcover
Seitenzahl Print: 432
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite