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Die Party – Wer Glück hat, stirbt als Erster von Jonas Winner

Darum geht's:

30 Jahre haben sie sich nicht gesehen seit der Halloween-Party, die Brandon zu Schulzeiten veranstaltet hat. Nun, 30 Jahre später, hat er 10 der damaligen Gäste wieder zu einer Halloween-Party in seinen einsam gelegenen Bungalow eingeladen. Sie wollen die 80er wieder aufleben lassen. Doch gleich zu Beginn der Party stürzt der Gastgeber Brandon zu Tode. Ein Unfall, Selbstmord - oder Mord? Plötzlich bangt jeder der 10 Gäste um sein Leben.

So fand ich's:

Die Ausgangssituation eines Wiedersehens nach 30 Jahren in einem abgelegenen Haus hat mir super gefallen. Wie ist das, wenn man sich Jahrzehnte nicht mehr gesehen hat und dann in eine undurchschaubare Situation auf Leben und Tod geworfen wird? Das hat mich neugierig gemacht. Nachdem ich das Buch zugeklappt habe, bin ich aber nicht wirklich glücklich zurückgeblieben.

Von Jonas Winner habe ich schon "Murder Park" gelesen, das bei mir auch ein gemischtes Gesamturteil bekommen hat. Die Ausgangssituationen beider Bücher sind sehr ähnlich: Wir haben eine abgeriegelte Umgebung, aus der es auf die Schnelle kein Entkommen gibt. Telefon oder Internet stehen nicht zur Verfügung. Ein geschlossener Kreis von Menschen, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, muss ums Überleben kämpfen.

Und auch die Kritikpunkte, die ich an "Murder Park" hatte, muss ich hier wieder anbringen.

Für meinen Geschmack gab es zu viele handelnde Personen, die zu oberflächlich blieben, als dass ich einen von ihnen wirklich packen und ihm oder ihr nahekommen konnte. Sie waren alle ein bisschen merkwürdig, aber ich fand keinen von ihnen besonders sympathisch oder gar liebenswert. Auch wenn das wohl so geplant war, um die Möglichkeiten offenzuhalten, dass jede(r) von ihnen der bösartige Mörder ist, hat es eher dazu geführt, dass ich eine gewisse Distanz zu ihnen nicht überbrücken konnte. Ich habe bei keinem gehofft, dass er oder sie überlebt. Ich musste auch regelmäßig wieder darüber nachdenken, wer nochmal Ashley war oder Terry usw.

Nach jedem Todesfall gab es eine Reihe von Vorwürfen und Schuldzuweisungen, bei denen jeder jeden für den möglichen Mörder hielt. Da ich sowieso stellenweise nicht mehr wusste, wer wer war, hab ich bei diesen Diskussionen auch immer wieder den Faden verloren. Es gab zwar ein Personenverzeichnis am Ende des Buches, aber das hätte ich so oft bemühen müssen, dass ich es aufgegeben habe, denn das unterbricht den Lesefluss jedes Mal. Ich empfand es als anstrengend, die Argumente zu sortieren und zuzuordnen und dabei noch zu überlegen, ob das so stimmen konnte oder eine Finte war.

Horror oder Grusel kam bei mir nicht wirklich auf und auch die Spannung hielt sich in Grenzen, eben weil ich den Figuren zu keiner Zeit wirklich nahegekommen bin und die ewigen "wer kann es gewesen sein" Diskussionen mich irgendwann nicht nur verwirrten, sondern auch nervten.

Die Auflösung, wieso diese "Mörder-Party" stattfand, hat mich am Ende doch überrascht, aber besonders gefallen hat sie mir nicht. Ich mag es, wenn sich Handlungsstränge mit einem deutlichen Aha-Effekt miteinander verbinden. Hier war es eher so, dass sie wie zwangsweise zusammengestückelt wirkten und ich die langatmigen Erklärungen brauchte, um einigermaßen zu verstehen, was die Leute angetrieben hat. Der Aha-Effekt stellte sich leider nicht ein, so dass die Auflösung wirkungslos verpuffte.

Die vielen Referenzen zu den 80er Jahren, Musik und Filme aus der damaligen Zeit, haben mir gefallen. Die Protagonisten sind in etwa so alt wie ich und wir haben auch die 80er im selben Alter erlebt. Bei diesem Buch hat mir das Cover auch sehr gut gefallen. Der Umschlag mit der blutigen Partyeinladung ist leicht erhaben und hat einen kleinen 3D-Effekt. Das waren für mich nette Extras, das aber die Kritikpunkte nicht überdecken konnten.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Books have a Soul (ein Reinfall)
Aretis und Yunikas Bücherwelt (schwer begeistert)
Der Büchernarr (Leseempfehlung trotz kleiner Mängel)
Bücher sind wie Rosen (durchwachsen)
Irve liest (nicht überzeugt)


Herzlichen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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Titel: Die Party - Wer Glück hat, stirbt als Erster
Autor/in: Jonas Winner
ISBN / ASIN:
978-3-453-43918-4 
Sprache: Deutsch
Genre: Thriller
Verlag:
Heyne (Random House)
Erscheinungsjahr:
2018
Medium:
Klappbroschur
Seitenzahl: 368
Autorenhomepage: 
Jonas Winner
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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Ohweia! Wenn man überlegen muss welcher Prota wer war ist es … nun jaaa…. Gekauft hab ich es mir nicht, sitze für das Buch aber in einem Lostopf – ich wäre jetzt nicht unglücklich es nicht zu gewinnen :D

Tiefe oder absolute Sympathieträger*innen brauche ich bei solch einem Buch nicht, aber packen muss es! Bin mal gespannt, sollte ich es gewinnen, aber wenn nicht, steht der Autor nicht unbedingt auf meiner Leseliste. Selbst lesen ich weiß, aber bei meinem SuB verlasse ich mich dann doch gern mal auf andere Meinungen ;)