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Parceval – Spiel mit dem Feuer von Chris Landow – Ralf Parceval #3

Darum geht's:

Ralf Parceval ist auf der Flucht vor der Polizei und immer noch auf der Suche nach seiner in Afghanistan entführten Schwester und Nichte. Einige afghanische Provinzfürsten befinden sich in Hamburg, um ein Konzert in der Elbphilharmonie zu besuchen. Das soll die Gelegenheit für Parceval sein, einen davon um Hilfe zu bitten. Doch noch bevor ein Gespräch zustande kommt, entfaltet sich eine Geiselnahme der Konzertgäste und Parceval gerät zwischen die Fronten.

So fand ich's:

Die ersten beiden Bücher mit Parceval fand ich actionreich und blutig, nicht besonders tiefgründig aber mitreißend und kurzweilig. Gutes Popcornkino für den Kopf.

Dieser dritte Band hat es mir leider etwas schwerer gemacht, mich von der Handlung mitreißen zu lassen. Die ersten hundert Seiten konnten mich nicht packen, denn die inzwischen übliche "Robin Hood"-Episode, in der Parceval einer unschuldigen Person aus einer misslichen Lage hilft, kannte ich nun schon aus den vorherigen Bänden und hätte nicht noch eine Variante davon gebraucht. Dass Parceval kein Mitleid mit Bösewichten hat, aber ein großes Herz für Menschen, die sich nicht selbst helfen können, weiß ich schon. Nach meinem Geschmack wurden dafür die ersten etwa 100 Seiten verschwendet, wie auch das gesamte Buch zu detailverliebt erzählt wurde.

Bei einem Kampf im Treppenhaus musste ich mich mit dem Geländer des Austrittslaufes, des Antrittslaufes und dem Treppenauge auseinandersetzen. Schön recherchierte Fachbegriffe, die einem Treppenbauer wohl das Herz höher schlagen lassen, mit denen ich aber nichts anfangen konnte. Bevor Parceval ein unbekanntes Zimmer betritt, aus dem ein Geräusch zu hören war, überlegt er, ob er auf ein zurückgelassenes Haustier treffen wird und welches das wohl sein könnte. Oder ob er auf einen Verletzten treffen wird und wie er dem dann helfen sollte, wenn der schon von den Geiselnehmern zurückgelassen wurde und Parceval selbst in Lebensgefahr schwebt. Derartige lang und breit dargelegte Überlegungen und "was-wäre-wenn"-Gedankenspiele zogen sich durch das ganze Buch und blähten es für meinen Geschmack unnötig auf. Von den 542 Seiten hätte man 142 wegkürzen können und damit einen knackig-actiongeladenen Thriller übrig behalten, der mir wesentlich besser gefallen hätte.

Oft hatte ich das Gefühl, die Handlung von "Stirb langsam 2" würde hier nachgespielt. Im Buch selbst wird eine Anspielung auf Bruce Willis gemacht, aber auch ohne die sind die Parallelen überdeutlich. Ich hätte mir eine Handlung erhofft, die mich mehr oder öfter überrascht hätte. So muss ich leider feststellen, dass mich weder eine unerwartete Handlung noch eine mitreißende Erzählung wirklich komplett in den Bann ziehen konnte.

Ganz ohne Spannung war das Buch aber auch nicht. Es war routiniert erzählt und Parceval und Ksenia, seine Helferin in allen Lebenslagen, sind interessante Protagonisten. Eine Mischung aus großherzig und kaltblütig, kampferprobt und clever und dieses Gespann hat viel Potenzial. Das lebensgefährliche Versteckspiel durch die gesamte Elbphilharmonie hatte durchaus auch seine Überraschungen und Spannungsmomente zu bieten. Für mich fehlte aber der letzte Kick, um mich zu begeistern und diesen dritten Band über ein "OK-Leseerlebnis" hinaus zu bringen.

Am Ende des Buches steht "Fortsetzung folgt ..." und ich bin bereit, einem vierten Band eine Chance zu geben.

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)

Die Serie in der richtigen Reihenfolge:

Parceval - seine Jagd beginnt
Parceval - auf der Flucht
Parceval - Spiel mit dem Feuer


Herzlichen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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Titel: Parceval - Spiel mit dem Feuer
Autor/in: Chris Landow
ISBN / ASIN: 978-3-7341-0959-1
Sprache:
Deutsch
Genre: Thriller
Serie:
Ralf Parceval #3
Verlag:
blanvalet
Erscheinungsjahr:
2021
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 544
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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