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WATCH – Glaub nicht alles, was du siehst von Michael Meisheit

Darum geht's:

Tina ist mal wieder so weit, wegzulaufen, weil sie mit ihrem Leben nicht glücklich ist. Da kommt ihr das fantastische Jobangebot gerade recht, für ein paar Wochen in London zu wohnen, zu shoppen und es sich gut gehen zu lassen. Wieso sie unter einem falschen Namen und ohne jeden Kontakt zu ihrem eigenen Leben sein soll, wird ihr nicht erklärt. Und als sie mehr darüber herausfindet, gefällt ihr das gar nicht, doch sie steckt schon zu tief in der Sache. Gleichzeitig nutzt der Polizist Nael bei Europol das neueste Programm WATCH, um die Aktivitäten des Berliner Taffa-Clans zu überwachen.

So fand ich's:

Tina ist eine clevere junge Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Sie akzeptiert ein zwielichtiges Angebot, weil es sie nach London bringt und sie dort im Luxus schwelgen kann, statt sich mit dem Tod ihres Vaters und dem blöden Job in Deutschland auseinanderzusetzen. Schnell beginnt sie eine heiße Affäre mit ihrem Begleiter und alles scheint perfet. Dass es dabei einen dicken Haken gibt, merkt sie aber bald. Und plötzlich steht sie alleine in einem fremden Land, ist auf der Flucht und fürchtet um ihr Leben.

WATCH ist ein Programm von Europol, das bereits vorhandene Kameras von Banken, Verkehrsüberwachung, U-Bahn etc. zusammenführt und mit dem man von Den Haag aus ziemlich gut Überwachung betreiben kann. Polizist Nael ist damit beschäftigt, den Taffa-Clan in Berlin zu beobachten. Neuerdings gibt es einen geheimnisvollen neuen Clanchef, der etwas im Schilde führt. Was Clanmitglieder in London wollen, ist Nael nicht klar, aber er bleibt mit den Kameras dran.

Gerade Großbritannien ist zugepflastert mit Überwachungskameras, aber auch in Deutschland gibt es genug Kameraaugen, die einen durch den Tag begleiten. Klar, dass Europol das nutzt und meint, einen kleinen Vorteil gegenüber den Clans zu haben. Die Erzählung beginnt interessant, aber auch ein bisschen gemächlich. Man verfolgt, was in Den Haag, Berlin und London geschieht, ohne dass man durchschaut, wohin das Ganze laufen soll. Je mehr man durchblickt, desto unheimlicher wird die Sache. Überwacher und Überwachte tauschen ohne es zu wissen die Plätze, es wird getäuscht und manipuliert, man weiß nicht, wem man noch trauen kann und auf mehreren Ebenen beginnt ein Katz- und Maus-Spiel, das immer spannender wird. Als LeserIn hat man mehr Informationen als Tina oder Nael und möchte manchmal den Beteiligten zurufen, was sie tun sollen, aber man muss zähneknirschend beobachten, wie sie in die Falle laufen. Oder sie rechtzeitig erkennen.

Ich fand sowohl die Idee mit dem Überwachungstool WATCH als auch die Charakterisierung aller Personen sehr realistisch und konnte mir gut vorstellen, dass die Geschichte sich auch im richtigen Leben so abspielen könnte. Mit Tina habe ich mitgefiebert, ich mochte sie vielleicht gerade wegen ihrer anfangs etwas wilden Art, die das Leben genießen will und sich wenig Gedanken um die Konsequenzen macht.

"Watch - glaub nicht alles, was du siehst" hat mich überzeugt und mir genauso gut gefallen, wie Michael Meisheits Krimidebüt "Wir sehen dich sterben".

Mehr dazu:

Weitere Meinungen zum Buch:
Buchbahnhof

 


Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

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Titel: Watch - glaub nicht alles, was du siehst
Autor/in: Michael Meisheit
ISBN / ASIN: 978-3-453-42448-7
Sprache: 
Deutsch
Genre: Thriller
Verlag:
Heyne
Erscheinungsjahr:
2021
Medium:
Taschenbuch
Seitenzahl: 416
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite

 

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24 Tage her

Schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat! Ich war auch wirklich begeistert von der spannenden Geschichte.
LG
Yvonne