Darum geht’s:
Das “Five” soll ein Prestigeobjekt in Frankfurt werden, mit Büroräumen und Wohnungen im Luxussegment. Als man die Leiche des Bauunternehmers Wiesheu im Five-Rohbau kopfüber aufgehängt findet, stellt sich schnell heraus, dass das Projekt kurz vor der Pleite stand. Es bleibt nicht bei diesem einen Toten und die Spur führt das K11 Hofheim zum Softwarekonzern Brinkhoff, einem millionenschweren Familienunternehmen.
So fand ich’s:
Eigentlich hat sich Pia Sander für ein Jahr beurlauben lassen, weil sie ihren Mann nach Afrika begleiten will, der in Namibia eine berufliche Chance ergriffen hat. Doch nach wenigen Wochen ist Pia wieder da mit ordentlich Wut und Enttäuschung im Bauch. Ihre Chefin und die Kollegen sind allerdings begeistert, dass sie ihre Freistellung vorzeitig beenden will. Es gibt einen Mordfall, das Team ist unterbesetzt und Pia wird mit offenen Armen willkommen geheißen. Also stürzt sie sich quasi mit noch nicht ausgepackten Koffern in die Arbeit.
Es gibt Todesfälle, die auf ungewöhnliche Weise verübt werden und die Pia und Oliver von Bodenstein in Richtung des Brinkhoff-Konzerns führen. Patrick Brinkhoff hatte eine revolutionäre KI entwickelt, doch bevor sie zum Einsatz kommen konnte, ist er bei einer Expedition zum Mount Everest gestorben, was sowohl für seine Familie als auch für seine Freunde im Vorstand des Konzerns weitreichende Folgen hatte.
Wir arbeiten uns zusammen mit Pia und Oliver durch das Dickicht von Konkurrenz und Loyalität, von Geldgier und alten Freundschaften, und man kann erst nach und nach hinter die Fassaden schauen und die wahren Motive erkennen oder erahnen. Wie bei Nele Neuhaus üblich gibt es jede Menge Figuren, was ich eigentlich in jedem ihrer Bücher bemeckere. Dabei sollte ich es inzwischen besser wissen – bei Nele Neuhaus wird nichts kammerspielartig auf wenige Personen zusammengedampft, sondern es bleibt realistisch üppig. Es gibt einen großen Familienclan, aus dem einige Personen im Konzern und der dazu gehörenden Stiftung beschäftigt sind. Patrick Brinkhoff hat seine Schulfreunde in den Vorstand des Konzerns geholt und auch hier vermischen sich berufliches und privates miteinander. Ich fand es sehr gelungen, wie wir die beteiligten Personen abwechselnd begleiten und ihnen näher kommen können. Man erfährt von Ängsten und Hoffnungen, schaut den Menschen in die Seele – und ich war am Ende doch überrascht über die schlüssige Auflösung.
Niemand möchte wirklich gerne familiäre oder berufliche Interna an die Polizei weitergeben und deshalb muss sich das K 11 mit unwilligen Personen herumschlagen, die auch noch ihr eigenes Süppchen kochen, während weiter gemordet wird. Ich fand das Buch mit seinen stolzen 560 Seiten durchgehend spannend mit einem tollen Showdown, ohne Längen und trotz der mehrfach miteinander verbandelten Figuren geradlinig und klar erzählt.
Auch in diesem Band schauen wir auf das Privatleben der Protagonisten, das uns durch die ganze Serie schon mit so manchen Entwicklungen begleitet hat. Diesmal geht es weniger um Oliver, sondern Pia erlebt private Umwälzungen.
Auch im 12 Teil dieser Krimireihe ist kein Verschleiß zu spüren, das altbekannte Team bearbeitet einen komplexen Fall und hat mir damit einige kurzweilige Lesestunden beschert.
Mehr dazu:
Weitere Meinungen zum Buch:
(wird ergänzt)
Die Serie in der richtigen Reihenfolge:
Eine unbeliebte Frau
Mordsfreunde
Tiefe Wunden
Schneewittchen muss sterben
Wer Wind sät
Böser Wolf
Die Lebenden und die Toten
Im Wald
Muttertag
In ewiger Freundschaft
Monster
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Titel: Alles wird Asche
Autor/in: Nele Neuhaus
ISBN / ASIN: 978-3550202261
Sprache: Deutsch
Genre: Kriminalroman
Serie: Bodenstein & Kirchhoff #12
Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2026
Medium: Hardcover
Seitenzahl Print: 560
Klappentext- und Bildquelle sowie Buchdetails: Verlagsseite